Der digitale Babysitter

T-Mobile - FamilyHome gibt Eltern mehr Kontrolle über das Smartphone der Kids

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Mit 'FamilyMode' startet T-Mobile in den USA demnächst einen Service, mit dem es Eltern deutlich leichter haben sollen, die Surf-Aktivitäten und Screen-Time ihrer Kinder im Auge zu behalten. Das Abo-Modell richtet sich an Kunden von Mobil-Tarifen, lässt sich mit der 'Home Base' aber auch im eigenen Netzwerk einrichten.

Ab welchem Alter sollte man Kindern ein Smartphone anvertrauen, geschweige denn schenken? Schwierig, denn bekanntlich ist das liebste "Spielzeug" der Eltern ja die süßeste der verbotenen Früchte. Und wenn dann die Freunde in der Schule alle eins an Weihnachten bekommen haben… naja, das übliche Spielchen halt. Kids dieser Tage wachsen mit Smartphones auf und haben immer öfter frühen Zugang zu diesen, Tablets oder Computern. Das kann man gut oder schlecht finden und für beide Seiten gibt es sicherlich ein Für und Wider. Doch zumindest Screen-Time-Beschränkung und Kontrolle über die Surf-Aktivitäten dürfen es dann doch schon sein, um einen maßvollen, angemessenen Konsum der bunt blinkenden Taschen-Computer sicherzustellen. Denn ein verantwortungsvoller Umgang mit neuen Technologien schadet ja bekanntlich auch nicht.

In den USA beginnt die Telekom-Tochter T-Mobile deshalb, ihren Mobil-Tarif Nutzern ab dem 29.06.2018 einen Service bereitzustellen, der Eltern genau diese Art der Kontrolle verspricht. Das Abonnement nennt sich 'FamilyMode', ist ein Add-On für Smartphones und hilft Eltern dabei, das digitale Leben ihrer Kids zu begleiten. Zusätzlich zum Add-On stellt T-Mobile mit 'Home Base' ein Gadget zur Verfügung, mit dem sich auch das hauseigene Netzwerk kontrollieren lässt. Doch der Reihe nach.

FamilyMode trackt die Location und filtert Seiten, Dienste oder Apps

Kein Pendant für den deutschen Markt zu erwarten

Auf Nachfrage gab die Telekom an, dass es Kunden über die Einstellungen in den verschiedenen Router-Modellen möglich sei, diverse Limitierungen wie Filter oder Nutzungszeiten einzurichten. Jedoch nicht in dem Umfang, wie es mithilfe der 'Home Base' möglich sei.

Einmal auf den jeweiligen Smartphones installiert, gibt FamilyMode Eltern die Kontrolle darüber, wie Kids mit Ihren Geräten interagieren und wie lange sie das dürfen. Zum einen lässt sich eine tägliche Internetzeit einstellen – also quasi per App fernsteuern, wie lange Kids online sein dürfen. Dadurch lässt sich unter anderem sicherstellen, dass die Kleinen nicht nach der vereinbarten Nachtruhe unter der Bettdecke weiter dem Twitch-Stream frönen. Man kann den Internetzugang zudem pausieren und wieder starten, unangemessene Inhalte vorab filtern und Seiten wie Facebook, Amazon oder Netflix schlicht sperren. Darüber hinaus gibt die App auch detaillierte Informationen darüber aus, wo sich Kinder im Netz herumgetrieben haben, wie viel Interaktionen sie unter anderem mit dem App Store hatten und einiges mehr.

Weitere Sicherheit verspricht sich T-Mobile mit der Realtime-Location – einer Funktion, die quasi wie ein Peilsender funktioniert, mit dessen Hilfe Eltern also stets nachvollziehen können, wo sich der Nachwuchs gerade aufhält. Eine Karte im 'Google Maps'-Format hilft visuell nach.

Doch nicht nur unterwegs, sondern auch in den eigenen vier Wänden lässt sich FamilyMode einsetzen. Zu diesem Zweck stellt T-Mobile mit seiner 'Home Base' ein Nadelöhr zur Verfügung, das wie ein digitaler Türsteher ebenfalls die Geräte im Heimnetzwerk im Auge behält. Die Funktionen sind dieselben, nur beschränken sie sich nicht auf das Smartphone, sondern können auch auf Tablets, Smart TVs oder Spielekonsolen ausgeweitet werden. Volle Kontrolle und gleichzeitige Belohnung, das ist das Konzept hinter der Anwendung, damit sich Kids sicher online bewegen können, ohne dass Eltern permanent ein Auge auf die Aktivitäten ihrer Jüngsten haben müssen.

Kein deutsches Pendant, dafür aber eine Alternative

Die schlechte Nachricht ist, dass interessierte Anwender hierzulande auf unbestimmte Zeit nach Alternativen Ausschau halten müssen. Auf Nachfrage teilte uns die Telekom mit, dass aktuell und auf absehbare Zeit kein Pendant für den deutschen Markt geplant ist. Doch zumindest für die eigenen vier Wände steht mit 'Circle' eine Alternative parat, die nach Auffassung von zum Beispiel PCMag gar keine Alternative ist. Wieso? Das Online-Magazin berichtet, dass FamilyMode ein "Rebrand" der Disney-App 'Circle' ist und auch in den Kommentarspalten sind viele Leser der Meinung: Das sieht alles ziemlich nach Circle aus!

So richtig aufklären lässt sich der Sachverhalt an dieser Stelle jedoch nicht. Mutmaßlich haben beide Firmen für eine Kooperation zusammen gearbeitet, um T-Mobile-Kunden eine einfachere Implementation zu ermöglichen. Etwas verwirrend ist es aber dennoch, zumal auch Circle neben der Home-Variante eine Kontroll-App namens 'Circle Go' für Smartphones bereitstellt.

Wir bleiben am Ball und halten euch auf dem neuesten Stand, sobald sich hier etwas Neues ergibt. Bis dahin könnte die Disney-App Circle für alle Interessierten Eltern eine Option darstellen.

(@deBeneke)
Ich sehe was, was du auch siehst...

Hilfreiche Funktionen mit Mehrwert oder ein bisschen "too much"? Für meine Begriffe eine sinnvolle Anwendung, die Eltern Sicherheit ermöglicht, ohne dass sie ständig über den Rücken des Nachwuchses schmulen müssen. Das Netz stellt auch für die Jüngsten von uns einen reichhaltigen Wissensschatz bereit, kann bei falscher Anwendung aber auch schnell zum Horror für Eltern und Kinder gleichermaßen werden.

Quelle: cnet.com t-mobile.com

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