Bauer sucht Rind

Tinder für Rinder: Wenn Bauern zu den besten Eutern swipen

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Foto von Michael Springer

von Michael Springer -

Auch Kühe und Bullen müssen zueinanderfinden: Die Smartphone-App 'Tudder' "verkuppelt" Rinder und beschert Bauern so den gewünschten Nachwuchs. Was wie ein Scherz klingt, soll in der Praxis klare Vorteile bieten.

Von wegen Landwirtschaft ist altbacken: Neben automatisierten Melkanlagen und GPS-gesteuerten Mähdreschern greift der Bauer von heute jetzt auch auf Dating-Apps zurück – und zwar für seine Rinder. Denn auch Eutertiere sehnen sich am Valentinstag nach dem richtigen Partner (naja, vielleicht doch nicht).

Tudder: Diese App bringt Kühe und Bullen zusammen

'Tudder' (eine Mischung aus 'Tinder' und 'udder', dem englischen Wort für Euter) heißt die App, die Landwirten dabei helfen soll, für ihre Kühe und Bullen den richtigen Zuchtpartner zu finden. Wie bei der Dating-App für Menschen – ich hätte nicht gedacht, dass ich das jemals so spezifizieren müsste – kommen die Nutzer auch bei Tudder per Swipe zum Match: Links heißt "Nein", rechts heißt "Ja".

Tudder App

Tudder-App bringt "Dating" für Rinder: Erst gibt es Bilder und Infos, dann wird geswipet.  

Quelle:  Tudder 

Tudder App

Tudder-App bringt "Dating" für Rinder: Erst gibt es Bilder und Infos, dann wird geswipet.  

Quelle:  Tudder 

Dazu werden dem Interessenten nacheinander Bilder von verschiedenen Tieren gezeigt. Ob es ein Bulle oder eine Kuh sein soll, wird vorher festgelegt. Zu den Fotos erhält der User auf der Suche nach dem passenden Partner für sein Rind eingangs nur die wichtigsten Informationen: Um welche Rasse handelt es sich, wo, also auf welchem Hof lebt das Tier und wie alt ist es. Kommt es zum Match, wird der Landwirt auf das Online-Portal 'SellMyLivestock' weitergeleitet, eine Handelsplattform für Nutztiere, Getreide und Futter.

Dort findet der User detaillierte Daten zum Tier vor: Wie viel wiegt das Rind, wie hoch ist der Milchertrag einer Kuh, wie viel Protein enthält die Milch, wie wird die Eignung zum Kalben eingeschätzt. Wichtige Informationen, die Tudder den Landwirten in Sekundenschnelle liefert, wie Doug Bairner, der CEO des Plattform-Betreibers, festhält: "Nutztiere lassen sich online noch leichter zusammenführen als Menschen, denn zu diesen wundervollen Tieren liegen umfangreiche Daten vor, die Aufschluss über ihre Nachkommen geben." Die sofortige Verfügbarkeit der Daten erleichtere den Handel landesweit.

Mehr als ein Gag: Tudder bringt praktische Vorteile und schützt die Tiere

Landwirt und Tudder-Nutzer James Bridger sieht weitere praktische Vorteile: "Man bekommt all diese Daten und Hintergrundinformationen, die man auf einem [traditionellen] Markt wahrscheinlich gar nicht für jedes einzelne Tier hätte sichten können." Außerdem schütze die App die Tiere vor unnötigem Transport-Stress, denn die LKW-Fahrten zu den herkömmlichen Märkten entfallen – und wenn man die Tiere in ihrem Zuhause belassen könne und sie nicht auf Ladeflächen verfrachten müsse, dann sei das für Mensch und Tier das Beste.

Momentan eignet sich Tudder wegen der Verknüpfung mit der Plattform SellMyLivestock allein für englische Landwirte. Doch die App zeigt schon jetzt, dass sich die Inspiration für Veränderung manchmal an unerwarteten Stellen finden lässt.

Quelle: Reuters

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