Kein Stalking mehr ab Version 63

Tracking: Mozilla Firefox bald noch erbarmungsloser gegenüber Verfolgern

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Weil niemand besonders gerne verfolgt wird, sei es im echten Leben oder im Netz, will Mozilla bald sämtliche Tracker im Firefox Browser blockieren. Mehr Privatsphäre und bis zu 55 Prozent schnellere Seitenladezeit soll das bringen. Ungeduldige können die neuen Funktionen bereits jetzt ausprobieren.

Der Browser-Markt, egal ob mobil oder am Desktop, ist hart umkämpft. Während weltweit immer mehr Nutzer auf Google Chrome setzen, versuchen andere Hersteller zunehmend ihre Nische zu finden, um User mit Features zu locken, die vermeintlich nur ihre Browser bieten. 'Vivaldi' zum Beispiel legt sei jeher großen Wert auf die individuelle Anpassbarkeit ihrer Software. Microsoft positioniert sich seit einiger Zeit verstärkt in puncto Energie-Effizienz und macht regelmäßig mit umstrittenen Vergleichsvideos auf den hauseigenen Browser 'Edge' aufmerksam. Bei Mozilla wiederum ist Privatsphäre ziemlich hoch im Kurs. Und in genau diese Kerbe schlägt Mozilla offenbar auch mit den Updates, die in den kommenden Wochen verteilt werden sollen.

Mozilla Firefox: Kein Tracking mehr ab Version 63

Im Fadenkreuz steht besonders das sogenannte 'Tracking', also das Verfolgen und Speichern eurer Surfaktivitäten, wenn ihr auf verschiedenen Webseiten seid. Dieses soll mit dem Update auf Version 63 des Browsers standardmäßig blockiert werden. Aufpolieren will Mozilla auch den Schutz vor Trackern, die euch über mehrere Webseiten hinweg verfolgen: Cookies sollen ab Version 65 sofort aus dem Browser entfernt und anhänglichen Drittanbietern soll der Speicherzugriff verwehrt werden. Mozilla schreibt, dass sich Seiten mit gewissen Trackern teils über 55 Prozent langsamer aufbauen - das soll mit dem Update ein Ende haben.

Wer sich jetzt an 'Firefox Klar', sozusagen den kleinen Bruder des Browsers, erinnert fühlt, liegt sicher nicht ganz falsch. Dieser sperrt Verfolger schon seit Längerem konsequent auf mobilen Geräten aus, lässt Komfortfunktionen aber leider vermissen.

Praktiken wie diese machen das Web zu einem schlechteren Ort.

Mozilla

In Sachen Schutz vor Kryptomining sah es bislang eher finster aus beim Feuerfuchs. Bis heute lassen sich die ungebetenen Ressourcenfresser nur per Firefox-Add-on aussperren. Andere Browser, wie zum Beispiel Opera, sind da schon weiter. In einer zukünftigen Firefox-Version will Mozilla aufholen und entsprechende Skripte automatisch blockieren. Richtig so, denn Kryptominer sind mitunter schlimmer als Ransomware.

Bevor die neuen Features allen zur Verfügung stehen, will Mozilla sie aber zunächst in sogenannten Shield-Studien testen. Diese sollen erst im September durchgeführt werden, insofern wird es wohl noch einige Wochen dauern, bis auch jeder etwas davon hat. Wer schon vorab in die neuen Funktionen hineinschnuppern möchte, kann dies in der Nightly-Version tun. Herunterladen könnt ihr euch diese Testversion des Browsers auf der Webseite von Mozilla.

Hier erfährst du mehr über: Browser und Datenschutz

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