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Tschüss, Edge? Microsoft soll an Chromium-Browser arbeiten

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von Michael Springer -

Microsoft kommt mit Edge einfach nicht auf einen grünen Zweig. Der Windows 10 Standard-Browser sollte vom Internet Explorer verlorene Marktanteile zurückgewinnen - wenigstens in Teilen. Das misslang. Nun soll Microsoft an einer neuen Variante werkeln, die ausgerechnet auf derselben Grundlage basiert wie Erzkonkurrent Chrome.

Es gab tatsächlich Zeiten, da war der Internet Explorer das Maß aller Browser-Dinge. Aber Zeiten ändern sich: Der Internet Explorer trat auf der Stelle, Firefox brachte ihn ins Wanken und Chrome schmetterte ihn zu Boden. Mit Edge versuchte Microsoft verlorenes Territorium zurückzuerobern. Schnell, stabil, sicher und schnörkellos - der in Windows 10 vorinstallierte Browser sollte liefern, was Nutzer von einem modernen Browser erwarteten.

Fest steht angeblich: Der neue Chromium-Browser soll Windows-10-Standard werden

Letztlich konnte Edge diese Erwartungen nie erfüllen, Stabilitäts- und Kompatibilitätsprobleme hemmten den Browser. Mittlerweile läuft der Browser zwar deutlich stabiler und viele User schätzen ihn zum Beispiel wegen seiner hochqualitativen, flüssigen Videowiedergabe bei Netflix und Co., doch den Image-Schaden der Startphase konnte Edge nie hinter sich lassen. Berüchtigt: Die Präsentation, in der ein Microsoft-Entwickler auf der Bühne Chrome installieren musste, weil Edge nicht funktionierte.

Bringt Chromium den Umschwung?

Nun nimmt Microsoft offenbar den nächsten Anlauf, wie die bekannte US-Seite Windows Central erfahren haben will. Den Umschwung soll dabei ausgerechnet das Open Source Browser-Grundgerüst 'Chromium' bringen, auf dem auch Erzkonkurrent Chrome basiert - das seinerzeit eigens entwickelte 'EdgeHTML' wird aussortiert. Fest steht angeblich: Der neue Chromium-Browser, Codename 'Anaheim', wird Windows-10-Standard. Ob er auch weiterhin Edge heißt, sei noch unklar.

Statistik zu den Marktanteilen bei Browsern aus dem Jahr 2018

Einer gewinnt, einer verliert: Chrome eroberte den Browser-Markt, während der Internet Explorer in der Bedeutungslosigkeit versank.  

Quelle: (Screenshot)  Statista 

Statistik zu den Marktanteilen bei Browsern aus dem Jahr 2018

Einer gewinnt, einer verliert: Chrome eroberte den Browser-Markt, während der Internet Explorer in der Bedeutungslosigkeit versank.  

Quelle: (Screenshot)  Statista 

Für die User hieße das wohl zweierlei. Zum einen verschiebt sich das Machtgefüge im Browsermarkt durch einen von Microsoft entwickelten Chromium-Browser noch weiter Richtung Google. Einzig ernstzunehmender Kontrahent bliebe vorerst Firefox. Parallelen zur Situation von damals, als die Marktdominanz des Internet Explorers für Stagnation sorgte und Neuerungen lange Zeit ausblieben, sind denkbar. Konkurrenz belebt das Geschäft und bringt frische Ideen. Je mehr konkurrenzfähige Browser, desto besser?

Jein, denn zum anderen könnte ein gewisser Browser-Standard für mehr Stabilität, mehr Sicherheit sorgen. Entwickler müssten sich mit weniger Browser-Eigenarten umherschlagen und könnten Webseiten und Web-Apps besser feinschleifen. Vielleicht würde Microsofts neues Chromium-Projekt auch deutlich mehr Windows-10-Nutzer überzeugen als zuvor Edge. Das könnte die Integration des Browsers ins Windows-Ökosystem erleichtern und die Nutzung von Cortana, OneDrive und Co. angenehmer gestalten.

Quelle: Windows Central

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