Twitter soll einfacher werden

Tweets dürfen ab sofort 280 Zeichen lang sein

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Die 140-Zeichen Grenze auf Twitter ist passé: Mit dem heutigen Tag dürfen Tweets 280 Zeichen und damit doppelt so lang sein, wie zuvor. Dass Timelines jetzt mit langweiligen Textblöcken überflutet werden, steht laut Twitter aber nicht zu befürchten.

Tweets sind 140 Zeichen lang. Zum Kurznachrichtendienst Twitter gehörte dieser unumstößliche Fakt wie der Like-Button zu Facebook. Und das, obwohl es dafür eigentlich nie einen triftigen Grund gab – man hatte sich damals lediglich an dem von SMS bekannten Zeichenlimit orientiert.

Der vorangegangene, exakt 280 Zeichen lange Absatz macht deutlich: 140 Zeichen reichen gerade in der für ihre ellenlangen Begriffe berüchtigten deutschen Sprache häufig nicht aus, um Botschaften sinnvoll zu verbreiten. Twitterer behelfen sich daher schon seit Launch des Dienstes mit mehr oder weniger eleganten Behelfslösungen, posten Bilddateien mit Text oder eröffnen Threads mit schnell aufeinanderfolgenden Tweets. Bei Twitter hatte man daher kürzlich ein Einsehen und sich zu einem öffentlichen Testlauf durchgerungen, der das Limit für einen begrenzten Zeitraum auf (im Übrigen ebenso willkürliche) 280 Zeichen pro Tweet anhob.

Doppelte Länge soll tweeten vereinfachen

Dieser Test ist jetzt offenbar mit einem für Twitter zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen worden. Abgesehen von Nutzern in Korea, Japan und China darf ab sofort jeder doppelt so lange Tweets absetzen. Die Befürchtungen seitens der Nutzer und Twitter selbst, Timelines würden sich dadurch mit langweiligen Textwänden füllen, hätten sich während der Probephase nicht bestätigt. Nur fünf Prozent der Tweets hätten das alte Limit von 140 Zeichen überschritten, lediglich zwei Prozent seien länger als 190 Zeichen gewesen.

Tweeten war nicht leicht genug!

Aliza Rosen, Produkt Manager Twitter

Die auch seitens des Dienstes selbst für Twitter als ikonisch bezeichnete Kürze ("Brevity") falle der Erhöhung der Grenze also nicht zum Opfer. Twitter erhoffe sich vielmehr, dass Nutzer jetzt weniger Zeit für Kürzungen und Nachbearbeitungen aufwenden und Followern ihre Gedanken somit schneller mitteilen können.

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