Spionage leicht gemacht

WhatsApp Warnhinweis: Unbefugter Zugriff auf Privatnachrichten

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Der relativ neue Client für Windows und Mac OS bringt die WhatsApp-Chats bei Bedarf auf den PC. Eine nützliche Funktion, jedoch nicht ganz ungefährlich, da Dritte sich leicht Zugang verschaffen können. WhatsApp hat reagiert und ein zusätzliches Feature für den beliebten Messenger released.

In Deutschland ist der Messenger auf Platz 1 der meistgenutzten Chat-Tools, dementsprechend kam der neue WhatsApp Web-Client gut an - muss man so doch blicktechnisch nicht mehr zwischen PC-Monitor und Mobilgerät hin und her pendeln. Um die Chat-Verläufe auf ein Zweitgerät zu übertragen, muss lediglich in der Anwendung auf dem Telefon "WhatsApp Web" angewählt (unter "Einstellungen") und ein QR-Code von der Webseite whatsapp.com eingescannt werden – schon steht eine Verbindung.

Screenshot WhatsApp Web QR-Code

In wenigen Schritten ist ein zweiter Account im Web angelegt.  

Quelle: (Eigener Screenshot)  Whatsapp.com 

Screenshot WhatsApp Web QR-Code

In wenigen Schritten ist ein zweiter Account im Web angelegt.  

Quelle: (Eigener Screenshot)  Whatsapp.com 

Entsperrte Handys laden zur Manipulation ein

In einem Stern-TV Bericht führte IT-Sicherheitsexperte Tobias Schrödel vor, wie leicht es ist die Chats anderer mitzulesen – trotz der neu eingeführten Ende-zu-Ende Verschlüsselung. Denn es dauert nur wenige Sekunden, ein entsperrtes Smartphone zu greifen und auf dem eigenen Tablet oder Laptop einen QR-Code zu scannen. Eins, zwei, drei – ohne Probleme überträgt der Experte WhatsApp-Accounts von nichts ahnenden Café-Besuchern in München auf seinen Bildschirm und könnte die Kommunikation nun stetig mitverfolgen oder sogar selbst Personen im Namen des Konto-Inhabers anschreiben. Alles, was nötig ist: Ein Mobiltelefon ohne aktive Bildschirmsperre und ein kleines Ablenkungsmanöver.

WhatsApp reagiert umgehend

Löblicherweise setzten die Entwickler die Kritik sofort in einem Android-Update vom 25. Mai um. Wer das Update installiert, erkennt nun anhand einer eingeblendeten Warnmeldung, ob Chats gerade auf einem Zweitgerät zu sehen sind. Bisher handelt es sich bei dem Update um eine Beta-Version, in der die Meldung lediglich auf dem Homescreen der App angezeigt wird, nicht jedoch, während man sich in einem Chat befindet.

Zudem kritisiert Schrödel, dass der Warnhinweis nur dann erscheint, wenn der zweite Account aktiv genutzt wird. Würde sich also beispielsweise erst nachts jemand unbefugt im eigenen Chat tummeln, merkt man davon höchstwahrscheinlich gar nichts. Wichtig ist auf jeden Fall: Immer in der Smartphone-App von allen Computern abmelden, wenn man die Ansicht auf dem Zweitgerät nicht mehr benötigt.

Wir sind gespannt auf die finale Lösung der Entwickler.

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