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Winamp ist zurück und will unseren mobilen Medienkonsum revolutionieren

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Still ist es über die letzten Jahre um Winamp geworden. Nun versucht sich der Media-Player an einem Neustart und kündigt für 2019 eine neue Version an. Der Kampf am Desktop scheint verloren - vielmehr orientiert man sich am mobilen Sektor und tüftelt an einer All-in-One-Lösung für unterschiedlichste Audio-Quellen.

In den Hochzeiten von MP3s und anderen Audio-Dateien war 'Winamp' der Media-Player schlechthin, doch auch das markenprägende Lama spürte nach der Jahrtausendwende den Zahn der Zeit an sich nagen. Heutzutage spielt die kaum noch weiterentwickelte PC-Software zwischen Streaming-Diensten und mobilen Audio-Anwendungen eine eher untergeordnete Rolle - auch wenn die Winamp-Verantwortlichen stets betonen, immer noch eine rege Community hinter sich zu wissen.

Es wird im nächsten Jahr eine völlig neue Version geben - mit dem Vermächtnis von Winamp, aber einem vollständigen Hörerlebnis.

Alexandre Saboundjian | CEO Radionomy

Das mit dem Schattendasein soll sich nun jedenfalls ändern. Nach dem in 2014 vollzogenen Besitzerwechsel von 'AOL' zu 'Radionomy' kündigten die Verantwortlichen jahrelang einen Relaunch von Winamp an, und so langsam kommt Bewegung in die Sache. Im Gespräch mit Techcrunch bezog Alexandre Saboundjian, CEO von Radionomy, Stellung zu den Zukunftsplänen und kündigte für 2019 "eine völlig neue Version" des Media-Players an. In den Details blieb er bislang vage, doch es wird deutlich: Winamp richtet seinen Blick auf Mobilgeräte und sieht sich zukünftig eher in der Rolle eines Online-Media-Centers.

Winamp möchte der Media-Player für alle Dienste sein

Eine komplett neue Version also, die auf den Tugenden ihres Vorgängers aufbaut, aber dennoch ein völlig neues Hörerlebnis bietet. Das soll gelingen, indem man die zahlreichen Audioquellen an einem Ort bündelt, nämlich Winamp. Der Kampf am PC ist verloren, jetzt folgt mit Winamp 6.0 der Angriff auf die Mobilgeräte und -Dienste.

Der Startbildschirm von Winamp mit Medienbibliothek

Good old times - früher gab es nur wenig Argumente, sich gegen Winamp auf dem PC zu entscheiden. Bis heute hat der Media-Player nach Auffassung der Verantwortlichen eine rege Community, die für das Fortbestehen eintreten.  

Der Startbildschirm von Winamp mit Medienbibliothek

Good old times - früher gab es nur wenig Argumente, sich gegen Winamp auf dem PC zu entscheiden. Bis heute hat der Media-Player nach Auffassung der Verantwortlichen eine rege Community, die für das Fortbestehen eintreten.  

"Du kannst deine MP3s hören, die du zu Hause hast, aber auch aus der Cloud heraus - Podcasts, Streaming-Radiosender oder eine Playlist, die du dir erstellt hast", äußerte sich Saboundjian gegenüber Techcrunch. Kein einfaches Vorhaben, setzen die meisten Medienquellen doch absichtlich auf ihre eigenen Audio-Anwendungen, um ihre Hörer an ihre Apps zu binden.

Zwar wünschen sich die Leute nach Saboundjians Auffassung eine All-in-One-Lösung auf den jeweiligen Geräten und möglicherweise sei Winamp auch "der perfekte Player, um dies allen zu vermitteln." Doch ohne die Zustimmung von Spotify, Audible oder YouTube stößt Winamp hier schneller an Grenzen, als es dem Media-Player lieb sein kann. Diesbezüglich gab sich Saboundjian im Gespräch optimistisch, ohne wirklich Antworten darauf zu geben. Lizenzen und Vereinbarungen seien für ihn jedoch nicht das Hauptproblem.

Man darf gespannt sein, ob Winamp wirklich die Allzwecklösung für zerstückelte Anwendungen darstellt, in der alle Medienformate ihren Platz finden und in der man sich auf die Suche nach Neuem begibt. Für Saboundjian jedenfalls ist klar: "Die Leute wollen eine All-in-One-Erfahrung und ich denke, dass Winamp der perfekte Player ist, um das für alle zu ermöglichen."

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