Große Pläne

Windows 10: Herbst-Update setzt im Kampf gegen Malware auf KI

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von Michael Springer -

Microsoft will die Sicherheitsmechanismen von Windows 10 mit dem großen Herbst-Update auf ein neues Level heben. Malware soll mithilfe von Cloud-Daten und Machine-Learning zukünftig im Keim erstickt werden.

'Petya' rollt gerade über uns hinweg, die 'WannaCry'-Attacke liegt nur wenige Wochen zurück. Besonders letztgenannter Ransomware-Angriff war gezielt gegen nicht aktualisierte Windows-Systeme gerichtet und nutzte bekannte Sicherheitslücken aus – der Schaden war enorm. Microsoft steht nun unter Zugzwang, denn viele Kunden sehen die Sicherheit ihrer Daten zunehmend gefährdet.

Windows 10: Mit dem Wissen von 400 Millionen Computern gegen Malware kämpfen

Mit dem großen Herbst-Update – das in Anlehnung an die jüngst erschienene Aktualisierung den etwas klobigen Titel 'Fall Creators Update' trägt – wird das US-Unternehmen daher neue Wege beschreiten: Microsoft möchte die Daten von 400 Millionen Windows-10-PCs und seinen hauseigenen Cloud-Diensten auswerten und nutzen, um erfolgreicher gegen Malware und Ransomware kämpfen zu können.

The stack will be powered by our cloud-based security intelligence, which moves us from a world of isolated defenses to a smart, interconnected, and coordinated defense grid that is more intelligent, simple to manage, and ever-evolving.

Microsoft

Einfach ausgedrückt soll das neue Sicherheitssystem diese Daten mithilfe von Machine-Learning cloudbasiert analysieren. Das Ziel ist es, Indikatoren für einen Angriff viel früher erkennen zu können: Mit der Unterstützung durch die künstliche Intelligenz möchte Microsoft Schadprogramme anhand ihrer "Verhaltensweise" identifizieren, um somit auch bis dato unbekannte bösartige Software abzuwehren. Verhält sich Word auf Programmebene abweichend von bekannten Mustern – etwa weil eine infizierte Datei geladen wurde –, schreitet Windows ein. Denn laut Microsoft ist der Zeitraum vom ersten Auftreten einer Malware bis zum Release des ersten Sicherheits-Patches der gefährlichste. Je schneller sich dieses Zeitfenster schließen lasse, desto besser. Als Antwort auf die Unmenge immer neuer Ransomware und Malware sei ein automatisierter, KI-gestützter Ansatz der einzig praktikable.

Zunächst werden allerdings nur Firmenkunden von den neuen Funktionen profitieren können, die im September oder Oktober mit dem 'Fall Creators Update' ausgerollt werden sollen. Dass Microsoft zu einem späteren Zeitpunkt auch Privatanwendern die neuen Features zur Verfügung stellt, gilt als wahrscheinlich.

Abwarten

Ja, Microsofts Sicherheitsmaßnahmen klingen verlockend: In der Kombination aus Cloud und künstlicher Intelligenz steckt sicherlich gewaltiges Potential. Doch zu jedem Verteidiger gehört auch ein Angreifer – und der schläft nicht. Schadsoftware-Programmierer werden Lücken suchen und Lücken finden. Ob Windows-Systeme dagegen zukünftig besser gerüstet sind, muss die Praxis erst noch zeigen.

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