Unfreiwillig Testkaninchen

Windows 10: Nach Updates suchen? Besser nicht…

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von Michael Springer -

Immer wieder kommt es bei Windows-Updates zu Problemen: Der Vorgang hängt fest, nach dem Update fehlen Dateien oder der Rechner startet überhaupt nicht mehr. Wie Microsoft jetzt einräumte, könnten davon vor allem die Nutzer betroffen sein, die es mit dem Updaten eigentlich am Besten meinen.

Patches schließen Sicherheitslücken, verbessern die Performance und entfernen die Ecken und Kanten einer Software. Je eher Updates installiert werden, desto besser - so das Mantra, vor dem man sich im Netz kaum retten kann. Dass man sich damit allerdings auch selbst ins Bein schießen kann, hat Microsoft nun einräumen müssen. Schuld daran ist aber nicht der Eifer der User, sondern Microsofts undurchsichtige Update-Politik: Wer in den Einstellungen von Windows auf den "Nach-Updates-suchen"-Button drückt, kann weniger stabile Patches serviert bekommen.

Windows 10 - warum ihr vielleicht nicht nach Updates suchen solltet

Um das zu verstehen, muss man ein wenig ausholen: Microsoft liefert Windows-Patches in drei Wellen aus. Immer am zweiten Dienstag eines Monats - am sogenannten "Patch-Tuesday" - spielt Microsoft das "verbindliche" Monats-Update auf. Windows lädt diese Aktualisierung automatisch herunter und installiert sie selbstständig. Microsoft-intern wird er der "B-Patch" genannt, weil er in der zweiten Woche des Monats erfolgt.

Nach Updates suchen in Windows 10 von Microsoft

Mit diesem Button in Windows 10 nach Updates suchen: Ihr bekommt nicht, was ihr denkt.  

Quelle: (Screenshot) 

Nach Updates suchen in Windows 10 von Microsoft

Mit diesem Button in Windows 10 nach Updates suchen: Ihr bekommt nicht, was ihr denkt.  

Quelle: (Screenshot) 

Auch in der dritten und vierten Woche eines Monats werden Updates bereitgestellt, die "C-" und "D-Patches". Diese Aktualisierungen sind Probeläufe für den großen "B-Patch" des folgenden Monats. Denn Microsoft durchsucht die Updates zwar intern nach Fehlern, aber viele Probleme offenbaren sich erst "in freier Wildbahn", wenn die Software bei den Millionen von Usern ankommt. Nun der Haken: Diese potenziell instabilen Updates lädt Windows nur beim Klick auf den "Nach-Updates-suchen"-Button herunter - ein Hinweis auf den Test-Charakter dieser Aktualisierungen fehlt. Am besten ist also derjenige beraten, der Windows einfach machen lässt.

Das ist problematisch, denn es widerspricht dem herkömmlichen Update-Credo "Je eher, desto besser". Der Nutzer erwartet von einer Windows-Aktualisierung mehr Sicherheit und mehr Stabilität. Also muss Microsoft ihn darauf hinweisen, dass ihm die "C-" und "D-Patches" womöglich das Gegenteil bescheren. Ansonsten wird der zahlende User zum unfreiwilligen Testkaninchen.

Nur für "fortgeschrittene User"?

Die Ursache des Kommunikationsproblems könnte in der Fehleinschätzung von Microsoft liegen, der zufolge es vor allem "fortgeschrittene User" seien, die sich in den PC-Einstellungen bewegten. Doch vom Zahnrad-Symbol, das heute jeder vom Smartphone kennt, bis zum Update-Button braucht es nur zwei nicht-sonderlich-fortgeschrittene Klicks.

Abgesehen davon blieb auch einem vermeintlich fortgeschrittenen Nutzer wie mir, der nun doch schon einige Jahre Windows-Erfahrung mitbringt, der Charakter des Buttons verborgen. Als mir Windows auf diesem Wege neue Patches servierte, fragte ich mich, warum die Update-Automatik das nicht selbst abwickelt. Meine Folgerung: Besser ab und zu mal auf den Button drücken.

Quelle: Microsoft

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