Bewegung? Gern, aber nur in Maßen

Zu faul? Mit diesen Apps ganz entspannt fitter werden

Geschätzte Lesezeit: ca. 4 Minuten

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Ihr seid zu faul! So in etwa lautet das Urteil der DKV-Versicherung über die Deutschen in einer aktuellen Studie. Das ist natürlich beklagenswert und ein nicht zu tolerierender Zustand. Zum Glück gibt es einige Apps, mit denen man den inneren Schweinehund zwar nicht so richtig bekämpfen (wäre ja zu anstrengend), aber ihn zumindest zum Schweigen bringen kann.

Wir Deutsche sind zu faul. Und neuesten Erkenntnissen zufolge werden wir sogar immer fauler! Unter anderem die ARD hat gestern diese beunruhigende Botschaft verkündet und sich dabei auf eine aktuelle Studie der DKV-Versicherung berufen. Wir bewegen uns einfach zu wenig, so ein Fazit der Untersuchung. Die Medienlandschaft ist entsetzt und auch wir sind empört von uns selbst. So empört aber auch wieder nicht. Denn wie jeder weiß, sind Faule die klügeren Menschen.

7-Minuten-Training: Bewegung ohne viel Aufwand

Vor jeder Übung habt ihr ein paar Augenblicke, um euch in Position zu bringen. Danach startet das 30-Sekunden-Intervall.  

Quelle: (Screenshot / Simple Design Ltd.)  Google Play Store 

Vor jeder Übung habt ihr ein paar Augenblicke, um euch in Position zu bringen. Danach startet das 30-Sekunden-Intervall.  

Quelle: (Screenshot / Simple Design Ltd.)  Google Play Store 

Trotzdem: Viele von euch plagt jetzt bestimmt das schlechte Gewissen, dem inneren Schweinehund soll es mal wieder so richtig an den Kragen gehen. Aber warum gleich zu schwerem Geschütz greifen? Warum panisch einen Knebelvertrag beim Fitnessstudio um die Ecke unterschreiben, das ihr in vier Wochen eh nicht mehr besucht? Eben. Hier sind drei Apps, die euch mit wenig Aufwand das schlechte Gewissen abtrainieren.

"Maximale Resultate mit minimalem Einsatz." Damit wirbt die kostenlose App '7-Minuten-Training.' Das klingt wie geschaffen für unser halbherziges Fitness-Vorhaben. Die Idee: Ihr investiert sieben Minuten täglich in eine der in der App vorgestellten Übungen und eure Fitness profitiert.

Damit das klappt, wählt ihr unter der Registerkarte 'Trainieren' ein Programm aus - 'Bein Workout' zum Beispiel oder 'Po-Übungen'. Mit einem Tap auf 'Los' werdet ihr dann nach und nach durch die Session geführt, inklusive Timer, einer spartanischen Animation und einer mehr oder weniger freundlichen Ansagerstimme.

Die meisten Programme bestehen aus mehreren Übungen, die Intervalle pendeln sich bei etwa 30 Sekunden ein. Wer sich nicht so recht sicher ist, wie Übungen wie 'Esel-Kick', 'Po-Brücke' oder 'Sumo-Kniebeuge' korrekt ausgeführt werden, findet zu jedem Workout ferner ein Vorführvideo. Bequem: Mit den 'Ganzkörperübungen' könnt ihr sogar einen Plan für 30 Tage anlegen.

Bequem haben es sich allerdings offenbar auch die Übersetzter gemacht, die deutschen Beschreibungen strotzen vor Fehlern, das soll uns aber nicht weiter stören. Die schlanke App finden Android-Nutzer im Google Play Store.

Workouts zuhause: Fitness-App mit Geschmacksverirrung

'Workouts zuhause - ohne Geräte' schlägt in eine ziemlich ähnliche Kerbe. Wie der Name schon vermuten lässt, können sämtliche Einheiten in den eigenen vier Wänden und ohne Zusatzausrüstung absolviert werden. Zwar sind die Übungen etwas ausführlicher als die aus '7-Minuten-Training', in Leistungssport artet es aber auch mit dieser App nicht aus. Ihr könnt nebenher also den Fernseher laufen lassen, die Pizza von gestern in der Mikrowelle aufwärmen oder schon mal den Rechner hochfahren.

Unterm Strich gibt sich 'Workouts zuhause' etwas umfangreicher als die eingangs besprochene 7-Minuten-Alternative. Die meisten Trainingsprogramme lassen sich beispielsweise in Anfänger, Fortgeschritten und Profi unterteilen und auch die Monatspläne lassen sich etwas detaillierter anlegen. Die Kehrseite der Medaille allerdings ist die inflationäre Zurschaustellung von diversen eingeölten und überaus muskulösen Vorderseiten durchtrainierter Jungs. Das ist nur schwer zu ertragen und unseren semi-ambitionierten Fitnessbestrebungen nicht förderlich. Nutzer mit Stahlnerven und/oder Sehschwäche laden sich die App ebenfalls im Google Play Store oder im Apple App Store herunter.

Wer Monster fangen will, muss sich bewegen

Die dritte App im Bunde ist eigentlich gar keine Fitness-App im engeren Sinne. Für ordentlich Bewegung sorgt 'Pokémon GO' aber in jedem Fall - und das ist ja schließlich genau das, was wir laut DKV so dringend brauchen. Warum also nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden?

Pokémon GO

Wer in Pokémon GO etwas erreichen will, muss sich bewegen. Das ist zwar streng genommen kein Workout, gesund ist es aber in jedem Fall.

Quelle: (Stoyan Yotov)  Shutterstock.com 

Pokémon GO

Wer in Pokémon GO etwas erreichen will, muss sich bewegen. Das ist zwar streng genommen kein Workout, gesund ist es aber in jedem Fall.  

Quelle: (Stoyan Yotov)  Shutterstock.com 

Wer bei dem Mobile-Game Erfolg haben will, der wird sich wohl oder übel nach draußen begeben und dort nach wildlebenden Pokémon Ausschau halten müssen. Das geht seit Neuestem sogar gemeinsam mit Superfreunden. Aus redaktionsinternen Quellen ist mir bekannt, dass man im Jagdfieber schon mal die Zeit vergisst - da fliegen die Kilometer nur so vorbei und die Pfunde purzeln. Der DKV-Versicherung dürfte also auch diese Form der Bewegung recht sein. Solange man als Nutzer die Augen im Straßenverkehr offen hält, versteht sich. Verkehrsunfälle sieht man als Krankenversicherer vermutlich mindestens genauso ungern wie unsportliche Versicherungsnehmer.

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