Audacity im Netz.de Test

Aufnehmen, schneiden, zusammenfügen von Tonschnipseln, Songs mit Filtern manipulieren oder Abschnitte aus Audiosequenzen löschen - all das und noch viel mehr lässt sich mit dem Open-Source-Editor bewerkstelligen.

  • Formatunterstützung: Unterstützt alle gängigen Audio-Formate und ist durch Libraries erweiterbar
  • Multi-Tracking: Audacity® arbeitet mit mehrspurigen Audiodateien zum Aufnehmen und Bearbeiten
  • Umfangreicher Werkzeuggürtel: Große Auswahl an Filter- und Manipulationswerkzeugen
Der Startbildschirm und die Audiospur von Audacity

Nach dem erstmaligen Start von Audacity mag sich manch einer vielleicht etwas wundern, denn das Programmfenster und die Arbeitsfläche kommen in einem tristen Grauton im Stile alter 90ger daher. Erst nach dem Import von "Waveforms" (Audiospuren) erscheint der Song als visuelle Ansicht im Bearbeitungsfenster und die Programmoberfläche wird etwas lebendiger.

Audacity verändert die Farbe des Bearbeitungsbereiches der Tonspur

Wie in Windows-Programmen meist üblich, klickt ihr mit der linken Maustaste an die gewünschte Stelle des Audio-Tracks und zieht nach dem Erscheinen eines Finger-Symbols auf der Markierungslinie den Bereich bis an die Wunschposition. Der markierte Bereich wird anschließend eingegraut angezeigt.Eines der wesentlichsten Merkmale von Audacity ist die präzise Bearbeitung von einzelnen Passagen eines Audio-Tracks. Tonspuren lassen sich bis auf eine Millisekunde genau heranzoomen, markieren und mit mithilfe verschiedener Tastenkombinationen und zahlreichen Werkzeugen aus der Symbol-/Menüleiste bearbeiten.

Die komprimierte Ansicht der Tonspur in Audacity

Ob schneiden, Bereiche kopieren oder in unterschiedliche Spuren wieder einfügen - Die Zoom-Funktion gibt euch viele Freiheiten.Mit der Zoom-Funktion des Audio-Editors könnt ihr Tonspuren auf dem Zeitstrahl entweder in eine Komplettansicht komprimieren oder Spuren so weit horizontal heraus-zoomen, dass ihr Arbeitsschritte im Sekunden- und Millisekundenbereich ansetzten könnt.

Audacity hat mit dem Stille-Werkzeug ein praktisches Tool an Bord

In einem weiteren Beispiel haben wir einen Bereich des Songs markiert und anschließend mit dem Stille-Werkzeug bearbeitet. Nicht gewünschte Passagen eines Songs lassen sich mithilfe dieses Werkzeugs schnell und einfach ausblenden.

Die Recording-Funktion von Audacity mit bis zu zwei Kanälen

Audacity ermöglicht zudem die Aufnahme über Peripheriegeräte wie Mikrofon oder Headset. Mehr als zwei Kanäle kann der Editor allerdings nicht aufnehmen - hier stößt der integrierte Recorder an seine Grenzen.

Unsere Gesamtwertung
7,3 / 10
  • Funktion:
    8.0
  • Bedienung:
    6.5
  • Performance:
    7.5

Audacity downloaden

Hersteller:  Audacity
Vorteile
  • Mehrspurige Audioaufnahme
  • Für alle gängigen Betriebssysteme
  • Schnellhilfe und Handbuch zum Einstieg
  • Große Auswahl an Werkzeugen, Filtern, Effekten
Nachteile
  • Altbackene Oberfläche
  • Gewöhnungsbedürftige Bedienung

Audacity - Open-Source Tonstudio für Semi-Pro’s

Wer sich im Zusammenhang mit einfacher bis semiprofessioneller Audiobearbeitung bereits nach nützlichen Helfern umgesehen hat, dem wird Audacity sehr wahrscheinlich ein Begriff sein - der Audio-Editor aus der Sourceforge-Entwicklungsschmiede ist eines der beliebtesten Programme seiner Art. Mit dem Audio-Editor lassen sich alle gängigen Audiobearbeitungen vornehmen, die man für kostenlose Tonspur-Manipulationen erwarten kann.

Obwohl die Benutzeroberfläche eher an die späten 90er erinnert, hat Audacity als Mehrspur-Editor einiges zu bieten: Live- und Digitalaufnahmen von Datenträgern sowie Im- und Export von Audiodateien. Dazu verfügt die Software über Filtereinstellungen und allgemeine Klangverbesserungen, verschiedene Bearbeitungsfunktionen wie "Ausschneiden", "Kopieren" oder "Einfügen" und vieles mehr.

Die Funktionspalette des Editors ist mächtig und zu Beginn auch nicht ohne weiteres zu überblicken - allerdings lohnt sich die Einarbeitung, denn für den semiprofessionellen Gebrauch gibt es wenig bessere Alternativen, die dazu noch Open-Source angeboten werden.

Audacity glänzt neben seinen Stärken als Audiobearbeiter zudem als Aufnahmeassistent. Die Mehrspur-Aufnahmefunktionen sind für die Bearbeitung von Tonspuren ebenso nützlich wie wichtig - für anspruchsvollere Aufnahmen bietet diese Arbeitsfläche die praktische Möglichkeit, zwei Tonspuren gleichzeitig aufzunehmen und deshalb mit zwei oder mehreren Aufnahmegeräten (Mikrofone, Headsets,…) zu arbeiten. Lästiges Teilen eines einzigen Peripheriegeräts mit mehreren Personen entfällt somit.

Der erste Eindruck - ein Blick ins Handbuch kann helfen

Gut zu wissen...

Über die offizielle Seite von audacity.sourceforge.net finden sich die Shortcuts übersichtlich in einer Liste wieder.

Dank seiner vielseitigen Funktionen und einer Oberfläche für die praktische Mehrspurbearbeitung ist der Audioeditor wirklich universell einsetzbar, sofern man den Einstieg findet und sich nicht von der doch sehr altmodisch wirkenden Benutzeroberfläche abschrecken lässt. Der Schein trügt: Obwohl die GUI alles andere als leicht zu durchschauen ist und Beginner gerne mal mit einem Fragezeichen zurück lässt, haben es die Funktionen unter der Oberfläche in sich.

Dazu kommt, dass Audacity mit den meisten gängigen Audioformaten umgehen kann, umfangreiche Im- und Exportfunktionen bereithält und bearbeitete Dateien als konvertiertes Format wieder auf der Festplatte abspeichert. MP3, WAV, FLAC und AC3 sind nur wenige Beispiele für die gute Formatunterstützung, die sich mit der LAME Enconder Library und der FFmpeg Library optional ergänzen lässt - sollten die gängigen Formate einmal nicht mehr ausreichen.

Tonspuren mit Audacity editieren

Die Bearbeitung von Tonspuren meistert der Editor sehr souverän. Ausschneiden, kopieren und wieder einfügen, trimmen und löschen von Passagen einer Audiospur - Audacity arbeitet sehr genau. Dabei hilft euch vor allem die Zoom-Funktion des Editors: Sie stellt einen Song auf dem Zeitstrahl für eine Komplettansicht entweder sehr komprimiert dar oder zoomt ihn so weit horizontal heraus, dass man sehr genaue Markierungen im Sekunden- oder sogar Millisekundenbereich setzen kann.

Mit den Markierungen bestimmt man im Allgemeinen so gut wie alle Positionierungen für unterschiedliche Arbeitsschritte und Werkzeuge in Audacity.

Sofern man die Funktionen öfter in Anspruch nimmt und sich tiefer in die Bearbeitung mit Audacity stürzt, bieten sich über kurz oder lang die Shortcut-Befehle an. Mit diesen verinnerlichten Kombinationen gelingt die Arbeit einfach und zügig. Die Befehle lehnen sich an die Shortcuts des Windows-Betriebssystems an, weshalb die Eingewöhnung leicht fällt.

Einige Beispiele für Shortcuts in Audacity:

  • Strg + Z = Rückgängig
  • Strg + X = Ausschneiden
  • Strg + C = Kopieren
  • Strg + V = Einfügen

Das Effektmenü: Tonspuren mit Audacity aufwerten

Das Effektmenü von Audacity stellt eine große Funktionspalette an Filtern, Equalizern, Tempoanpassungen, Rauschunterdrückern und vielen weiteren Effekten zur Verfügung.

Im Grunde kann man in Audacity mehrspurig Tonspuren extrem manipulieren, das Original bis ins Detail verfremden. Mithilfe des Amplifier verringert oder erhöht man die Lautstärke einzelner Passagen oder ganzer Tracks, pegelt die Lautstärke zum Ende runter oder holt das Maximum aus der Lautstärke heraus.

Einfache Filter wie "Bass-Boost" verstärken die tiefen Töne der Spur - nach Angaben der offiziellen Audacity-Quelle "ohne die Frequenzen anzutasten". Konstante Hintergrundgeräusche lassen sich herausfiltern, Echo-Effekte wiederholen bestimmte Song-Passagen und dank der auffällig herausgestellten "Whawah"-Funktion legt man einen Filter über die Tonspur, der an einen oft genutzten Gitarreneffekt aus den Siebzigern erinnert.

Aufnahmen mit Audacity

Dank der integrierten Recorder-Einstellungen und auf die bereits mehrfach verwiesenen Mehrspurfunktion dient Audacity ausgezeichnet als Aufnahme-Tool. Online-Tutorials für den eigenen Blog oder Podcasts mit mehreren Gästen einsprechen - mit Audacity benötigt man keine teuren Recording-Tools.

Audacity hat mit dem Stille-Werkzeug ein praktisches Tool an Bord

Die hauseigenen Werkzeuge bei Audacity bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Bearbeitung von Tonspuren.  

Audacity hat mit dem Stille-Werkzeug ein praktisches Tool an Bord

Die hauseigenen Werkzeuge bei Audacity bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Bearbeitung von Tonspuren.  

Mithilfe der Mehrspurfunktionen können mehrere Tonquellen gleichzeitig aufgezeichnet werden. Dies hilft unter anderem dabei, wenn zwei Mikrofone benutzt werden und man sich deshalb lästiges Tauschen zwischen den Personen erspart. Für die Aufnahme qualitativ hochwertiger Podcasts ein Segen, um für den Hörer eher lästig erscheinende Sprachpausen zu vermeiden. Darüber hinaus unterstützen verschiedene Einstellungen wie beispielsweise die Geräuschanpassung synchron laufender Tonspuren oder der Channel-Mixer für die Nachbearbeitung.

Auf den ersten Blick vielleicht nicht sofort zu erkennen, aber eine grundsätzliche Erleichterung: Nach einer abgeschlossenen Aufnahme befindet man sich sofort im Bearbeitungs-Tool und kann sich an die Beseitigung von Hintergrundgeräuschen und unnötigen Delays machen.

Audacity ist also ein wahres Multiwerkzeug. An die Funktionen von eigenständigen Podcast-Programmen kommt das Tool zwar nicht ran - für den Einstieg und zum Herantasten an die Thematik ist Audacity jedoch mehr als nur prädestiniert. Außerdem können analoge Aufnahmen von Kassetten oder Schallplatten digital umgewandelt werden.

Audacity Handbuch

Foto von Dennie Beneke
(@deBeneke)
Umfangreiches Open-Source Tonstudio

Wer auf der Suche ist nach einem facettenreichen Audio-Editor, für den ist Audacity eine ernsthafte Alternative zu kostenpflichtigen Programmen. Großer Funktionsumfang und umfangreiche Recording-Funktionen überzeugen auf ganzer Linie.

Leider geht der erste Umgang durch die altbackene Oberfläche und die zum Teil schwer zu durchschauenden Funktionen nicht leicht von der Hand. Hat man sich erst einmal in die Funktionen eigefuchst bietet Audacity zahlreiche Funktionen zum Manipulieren von Audiodateien.

Das Audioprogramm ist kostenlos und zudem noch Open-Source, deshalb ist es sowohl für übersichtliche Aufgaben im Bereich der Audiobearbeitung als auch für gehobene Ansprüche mit zahlreichen Werkzeugen, Filtern und umfangreichem Effektmenü nur zu empfehlen.

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Der Startbildschirm und die Audiospur von Audacity

Nach dem erstmaligen Start von Audacity mag sich manch einer vielleicht etwas wundern, denn das Programmfenster und die Arbeitsfläche kommen in einem tristen Grauton im Stile alter 90ger daher. Erst nach dem Import von "Waveforms" (Audiospuren) erscheint der Song als visuelle Ansicht im Bearbeitungsfenster und die Programmoberfläche wird etwas lebendiger.

Audacity verändert die Farbe des Bearbeitungsbereiches der Tonspur

Wie in Windows-Programmen meist üblich, klickt ihr mit der linken Maustaste an die gewünschte Stelle des Audio-Tracks und zieht nach dem Erscheinen eines Finger-Symbols auf der Markierungslinie den Bereich bis an die Wunschposition. Der markierte Bereich wird anschließend eingegraut angezeigt.Eines der wesentlichsten Merkmale von Audacity ist die präzise Bearbeitung von einzelnen Passagen eines Audio-Tracks. Tonspuren lassen sich bis auf eine Millisekunde genau heranzoomen, markieren und mit mithilfe verschiedener Tastenkombinationen und zahlreichen Werkzeugen aus der Symbol-/Menüleiste bearbeiten.

Die komprimierte Ansicht der Tonspur in Audacity

Ob schneiden, Bereiche kopieren oder in unterschiedliche Spuren wieder einfügen - Die Zoom-Funktion gibt euch viele Freiheiten.Mit der Zoom-Funktion des Audio-Editors könnt ihr Tonspuren auf dem Zeitstrahl entweder in eine Komplettansicht komprimieren oder Spuren so weit horizontal heraus-zoomen, dass ihr Arbeitsschritte im Sekunden- und Millisekundenbereich ansetzten könnt.

Audacity hat mit dem Stille-Werkzeug ein praktisches Tool an Bord

In einem weiteren Beispiel haben wir einen Bereich des Songs markiert und anschließend mit dem Stille-Werkzeug bearbeitet. Nicht gewünschte Passagen eines Songs lassen sich mithilfe dieses Werkzeugs schnell und einfach ausblenden.

Die Recording-Funktion von Audacity mit bis zu zwei Kanälen

Audacity ermöglicht zudem die Aufnahme über Peripheriegeräte wie Mikrofon oder Headset. Mehr als zwei Kanäle kann der Editor allerdings nicht aufnehmen - hier stößt der integrierte Recorder an seine Grenzen.