BlueJ im Netz.de Test

Der Einstieg oder Umstieg in die objektorientierte Programmierung fällt mit BlueJs Unterstützung viel leichter. Die durchdachte Entwicklungsumgebung besticht durch mehr als die gute Visualisierung.

  • Der Java-Allrounder: Die übersichtliche Struktur von BlueJ hilft eigene Java-Projekte effekktiv zu überblicken
  • Klassenübersicht: BlueJs herausstechende visuelle Anzeige der Java-Klassen und Objekte hilft dabei, die Übersicht zu bewahren
  • Quelltexte gut lesbar: Durchdachtes Highlighting und Vorschläge helfen Anfängern, sich leichter in den Quelltexten zu Recht zu finden
Die praktische Hauptansicht von Bluej sorgt für mehr Übersicht

Die Hauptansicht von BlueJ visualisiert die Beziehungen der Klassen und bewahrt auch bei großen Projekten die Übersichtlichkeit.

BlueJ hebt das Code-Format per Texthighlighting hervor

Auch bei einer tiefen Verschachtelung hilft BlueJs Texthighlighting dabei, dass die Quelltexte übersichtlich und kompakt wirken.

BlueJ ermöglicht das Erstellen von Objekten zu Testzwecken

Für das Debugging und zum Testen können mit BlueJ Objekte von Hand erstellt und deren Funktionen getestet werden.

Bluej bietet diverse Einstellungsmöglichkeiten

BlueJs Einstellungen sind sehr kompakt gehalten. Sie bieten zwar die wichtigsten Einstellungen, jedoch fehlen einige kleinere Spielereien.

BlueJ zeigt die fehlerhaften Stellen direkt im Quelltext an

Bei Fehlern verlinkt BlueJ die Ausgaben direkt mit den fehlerhaften Stellen im Quelltext.

Unsere Gesamtwertung
7,3 / 10
  • Funktion:
    7.0
  • Bedienung:
    8.0
  • Performance:
    7.0

BlueJ downloaden

Hersteller:  Michael Kölling
Vorteile
  • interaktive Benutzeroberfläche
  • leichter und verständlicher Umgang
  • Ideal zum Lernen für Java
Nachteile
  • eher für schmal gehaltene Projekte gedacht
  • kein Alltagswerkzeug für Profis

BlueJ – Übersichtliche Java Programmierung

BlueJ ist eine übersichtliche Programmierumgebung für die Programmiersprache Java und speziell zu Ausbildungszwecken konzipiert. Bereits seit 1999 wird das Projekt von der University of Kent unterstützt, das darüber hinaus unter der GNU Public License Open Source angeboten wird. Durch eine herausstechende Klassenübersicht und ein innovatives Text-Highlighting überzeugt BlueJ seine Nutzer. Es richtet sich - vor allem durch seine minimalistische Ausstattung - an Anfänger und versucht diesen einen möglichst unkomplizierten Einstieg in die Programmierung zu ermöglichen. Jedoch finden auch erfahrene Anwender Gefallen an der überschaubaren Struktur der Software. Dem Programmierer erleichtert die einfach eingerichtete Oberfläche das Arbeiten auf der "Java Virtual Machine".

BlueJ ist einzig und allein auf die Programmiersprache Java ausgerichtet. So wird für das Kompilieren der Quelltexte das Java Development Kit (kurz JDK) benötigt, das vor der Benutzung installiert werden muss - ohne geht's nicht. Zu diesem Zweck setzt die Entwicklungsumgebung perfekt auf das JDK auf, nutzt außerdem dessen Bibliotheken zum Debugging und stellt dem Benutzer zahlreiche weitere Hilfen bereit. Wie Java selbst ist BlueJ für viele verschiedene Betriebssysteme erhältlich - unter anderem findet die Programmierumgebung einen Platz auf Linux, Mac und Windows. Sollten für einige Aufgaben ältere Versionen der "Java Virtual Machine" von Nöten sein, kann die Version des JDKs auch über eine Verknüpfung gewechselt werden.

Von Grund auf Java verstehen mithilfe von BlueJ

Java ist eine objektorientierte Programmiersprache, die seit 1995 existiert. Das bedeutet, dass beim Programmieren eine Struktur der Abstraktionen und Typen von Objekten gemacht wird. Darüber hinaus ist Java eine vielseitige und häufig verwendete Programmiersprache - sie steht für Web-, Desktop- als auch Mobil-Anwendungen zur Verfügung. Im Gegensatz zu Programmiersprachen wie etwa "C" wird der Code nicht abgearbeitet, sondern in Klassen aufgeteilt, die auch Vererbung und Polymorphie unterstützen.

Dies führt aufseiten des Programmierers zu einer Arbeitserleichterung, da man sich besser an reale Strukturen binden kann und durch Vererbung ähnliche Objekte erzeugt, ohne den Code komplett übernehmen zu müssen. Auch die Verbindung zur Oberfläche - dem Graphical User Interface - gelingt auf diese Weise leichter, da sich Schnittstellen klarer definieren lassen und eigene Datensätze als Objekte übergeben werden können.

BlueJ ist perfekt auf die Objektorientiertheit von Java ausgelegt, weil der Editor den Aufbau des Klassenkonzepts als zentralen Bestandteil der Oberfläche mithilfe von Beziehungen und Strukturen der Klassen darstellt. Dies hilft Beginnern, das Beziehungskonzept der Klassen zu verstehen. Daraus resultiert, dass diese Beziehungsansicht gerade bei größeren Projekten und Konzepten zu einer gesteigerten Übersicht beiträgt.

##Projekte erstellen in BlueJ

Herausstechende Klassenübersicht und ein innovatives Text-Highlighting zeichnen BlueJ aus

Bei der Erstellung von Projekten steht BlueJ dem Anfänger beiseite: Mit der oben angebrachten Hauptleiste kann über den Button „Neues Projekt“ ein Ordner ausgewählt werden, der anschließend als Hauptpfad für das Projekt bestimmt wird. Um gleich von Beginn an eine gute Struktur in das Projekt zu bringen, sollten für größere, nicht zusammenhängende Abschnitte einzelne Packages erstellt werden. Diese werden direkt im Hauptfenster durch einen Rechtsklick und die Auswahl „Neues Paket“ erschaffen. BlueJ kümmert sich automatisch um die Einhaltung der Ordnerstruktur, damit man auch im späteren Verlauf stets die Übersicht behält, wenn manuelle Zugriffe auf die Quelltexte erforderlich sind.

Bereits bei Beginn eines Projekts oder der Erstellung eines Packages erstellt BlueJ zwei Dateien im gewünschten Ordner. Eine ReadMe-Datei wird erzeugt, um Anfängern auch gleich zum ausreichenden Kommentieren und Dokumentieren eines Projektes zu bewegen. Auch Informationen über Autor und Verwendungszweck können hier eingefügt werden.

Die zweite Datei ist ein BlueJ eigenes Format, in dem die generierten Klassenstrukturen und Beziehungen zwischengespeichert werden. Auf diese Weise wird die Darstellung der Struktur gespeichert und ist beim nächsten Öffnen des Projekts genau in der gleichen Position wieder verfügbar. Dieser Dateityp wird bei der Installation auch gleich mit BlueJ assoziiert, wodurch das Projekt später durch Doppelklick geöffnet werden kann.

Die erweiterten Funktionen von BlueJ im Überblick

BlueJ zeigt die fehlerhaften Stellen direkt im Quelltext an

Fehlerhafte Stellen im Quelltext werden von BjueJ direkt mit der Ausgabe verlinkt.  

BlueJ zeigt die fehlerhaften Stellen direkt im Quelltext an

Fehlerhafte Stellen im Quelltext werden von BjueJ direkt mit der Ausgabe verlinkt.  

BlueJ ist komplett auf einen flüssigen Workflow und die kinderleichte Einarbeitung ausgelegt. Auf der linken Seite der Hauptansicht stehen lediglich 4 Buttons bereit. Mit dem Obersten können neue Klassen angelegt sowie Interfaces oder Unit-Tests erstellt werden. Die beiden mittleren Buttons dienen dem Anlegen von Beziehungen zwischen Klassen. Der unterste Button „Übersetzen“ startet den Kompilierungs-Vorgang, bei dem die Quelltexte schrittweise überprüft, in Bytecode übersetzt und als Class-Files zwischengespeichert werden.

Dies ist notwendig, um einzelne Objekte zu erstellen und zu testen. Neue, noch nicht übersetzte oder editierte Klassen werden in der Hauptansicht grau hinterlegt. Sobald sie erfolgreich übersetzt wurden, stehen sie als ausgefülltes orangefarbenes Rechteck zur Verfügung. Manuell erstellte Objekte stehen in der unten befindlichen Leiste bereit. Hier können diese auch inspiziert werden und es besteht Zugriff auf die angelegten Variablen. Auch auf Arrays kann zugegriffen werden, was Anfängern das Debugging stark erleichtert.

Eines der simplen aber nützlichsten Features ist das fortschrittliche Code-Highlighting, das in der Form, wie es BlueJ verwendet, leider nicht in vielen Programmen zu finden ist. Hier werden nicht nur einzelne Wörter farbig markiert um diese hervorzuheben - was es leichter macht Strings zu finden oder Dateitypen zu erkennen. BlueJ hat es perfektioniert Verschachtelungen, Funktionen oder Schleifen durch andere Farben ab der beginnenden Klammer zu markieren.

So lässt sich anhand der oftmals stark verschachtelten Quelltexte sehr leicht nachvollziehen, welcher Abschnitt bei welcher Klammer endet. Auch vergessene Zeichen werden Auf diese Weise sehr leicht sichtbar, weil einzelne Code-Abschnitte nicht farblich abgeschlossen sind. Auch bei der Formatierung geht BlueJ den richtigen Weg: So werden automatisch beim Drücken der Tab-Taste Leerzeichen eingefügt, was von vielen Interpretern und Programmieren lieber gesehen wird als die Einrückungen von normalen Texteditoren.

Foto von Sven Schäfer
(@kreativfrei)
Wunderwerk für Java-Programmierer

BlueJ bietet eine umfangreiche Entwicklungsumgebung mit innovativen Funktionen, die teilweise auch nicht in großen und kostenpflichtigen Software-Paketen zu finden sind. Für Anfänger bleibt das Programm sehr übersichtlich und man findet sich sehr schnell in die Programmierung mit Java ein. Die Standardansicht der Klassen und Verknüpfungen gibt es in keiner anderen Programmierumgebung in einer so übersichtlichen Form.

Durch das Text-Highlighting, das nicht nur bestimmte Wörter farbig hervorhebt, sondern ganze Funktionsabschnitte automatisch färbt, finden sich Anfänger viel schneller in ihrem eigenen Code zurecht. Auch fortgeschrittene Programmierer schätzen die Vorteile von BlueJ. Dadurch, dass jedoch ein paar Einstellungen und Exportfunktionen fehlen oder die Synchronisationsfunktionen nicht vorhanden sind, bleibt BlueJ jedoch aus dem professionellen Einsatz fern.

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Die praktische Hauptansicht von Bluej sorgt für mehr Übersicht

Die Hauptansicht von BlueJ visualisiert die Beziehungen der Klassen und bewahrt auch bei großen Projekten die Übersichtlichkeit.

BlueJ hebt das Code-Format per Texthighlighting hervor

Auch bei einer tiefen Verschachtelung hilft BlueJs Texthighlighting dabei, dass die Quelltexte übersichtlich und kompakt wirken.

BlueJ ermöglicht das Erstellen von Objekten zu Testzwecken

Für das Debugging und zum Testen können mit BlueJ Objekte von Hand erstellt und deren Funktionen getestet werden.

Bluej bietet diverse Einstellungsmöglichkeiten

BlueJs Einstellungen sind sehr kompakt gehalten. Sie bieten zwar die wichtigsten Einstellungen, jedoch fehlen einige kleinere Spielereien.

BlueJ zeigt die fehlerhaften Stellen direkt im Quelltext an

Bei Fehlern verlinkt BlueJ die Ausgaben direkt mit den fehlerhaften Stellen im Quelltext.