JCrypTool im Netz.de Test

Ob AES, RSA oder Caesar - wer schon immer wissen wollte, wie traditionelle und moderne Kryptografie funktioniert, sollte sich die Open Source-Software JCrypTool definitiv etwas genauer anschauen.

  • Kryptografie Schritt für Schritt: Bietet sowohl Anfängern als auch erfahrenen Nutzern interessante Verschlüsselungs-Übungen
  • Dutzende Algorithmen verfügbar: Rund 80 Algorithmen und andere Verschlüsselungsmethoden stehen bereit
  • Mit Kryptoanalyse: Nicht nur Verschlüsselungsmechanismen von Text, auch gängige Entschlüsselungsmethoden sind enthalten
Das Startfenster von JCrypTool

Nach der Installation erscheint das Startfenster von JCrypTool. Die ersten wichtigen Informationen über die Funktionsweise der Software holt man sich am besten an dieser Stelle ab.

Dialogfeld der Signatur-Visualisierung.

Eine weitere der zahlreichen Visualisierungen zeigt die Funktionsweise von Signaturen im Verschlüsselungszusammenhang.

Die Arbeitsumgebung von JCrypTool mit dem Beispieltext in der Mitte.

So sieht die Arbeitsoberfläche von JCrypTool aus. Der Beispieltext erläutert die grundlegenden Funktionen des Tools und kann praktischerweise auch gleich dazu benutzt werden, um Verschlüsselungsalgorithmen auszuprobieren. Dazu ist ein Mausklick auf "Algorithmen" notwendig. Alternativ kann auch eigener Text eingefügt oder über den Datei-Explorer auf der linken Seite herüberkopiert werden. Diese Ansicht ist die Standard-Ansicht von JCrypTool.

Das Dialogfeld für die Caesarverschlüsselung.

Die klassische "Caesarverschlüsselung" ist eine der einfacheren Kryptografie-Methoden, sie basiert auf dem lateinischen Alphabet. Diese Methode ist für ein erstes Ausprobieren gut geeignet.

Beispiel für das Verfahren der magischen Tür.

Die Visualisierungen bieten einen mehr oder weniger einfachen Zugang zu den Funktionsweisen einzelner Verschlüsselungsmethoden. Hier ist allerdings auch logisches Denken und oft eine gute Portion Mathematikwissen gefragt. Eine davon ist die "Magische Tür", ein Baustein von Authentifizierungssystemen.

Unsere Gesamtwertung
7,7 / 10
  • Funktion:
    9.0
  • Bedienung:
    6.5
  • Performance:
    7.5

JCrypTool downloaden

Hersteller:  Universitäten Darmstadt, Duisburg-Essen, Kassel und Siegen
Vorteile
  • Plattformunabhängig
  • Gute Veranschaulichung von Kryptografietechniken
  • Sehr hohe Vielfalt an Verschlüsselungsmethoden
Nachteile
  • Teilweise zu kompliziert
  • Etwas unübersichtliche Optik
  • Benötigt Java als Voraussetzung

JCrypTool - Kryptografie für jedermann

Das Thema Verschlüsselung ist heutzutage in aller Munde. Ob es dabei um Daten geht, um E-Mails oder andere Kommunikationskanäle - das Thema ist aus der digitalisierten Gegenwart schlicht und einfach nicht mehr wegzudenken. Weil die Problematik des Datendiebstahls im Prinzip jeden betreffen kann, der online unterwegs ist, steigt auch bei dem "Otto Normalnutzer" langsam aber stetig das Interesse an Datensicherheit und Verschlüsselung.

Oft taucht dabei immer wieder eine Frage auf: Wie funktioniert das Ganze eigentlich? An dieser Stelle setzt JCrypTool an. Zunächst für IT-Studenten entwickelt, hat sich das Open Source-Programm zu einer umfangreichen E-Learning-Plattform gemausert, die effektiv alle Nutzer anspricht, die sich für die verschiedenen Verschlüsselungs- und Entschlüsselungsverfahren - also Kryptografie - interessieren.

"J" steht für Plattform - das Tool benötigt Java Runtime

Die neuste JCrypTool-Version wurde vom Entwickler komplett überarbeitet und kann ab sofort auch plattformunabhängig eingesetzt werden. Das Tool läuft also auf Windows, ebenso wie auf Mac OS X und unter Linux. Diese Unabhängigkeit bedeutet jedoch auch, dass JCrypTool eine Java-Umgebung benötigt. Das entsprechende Java-Kit - ebenfalls Freeware - muss also vorher noch installiert werden.

Dieser Aufwand lohnt sich allerdings, denn die Neugier nach Verschlüsselungstechniken wird garantiert gestillt: JCrypTool bietet dem Anwender etwa 80 verschiedene Algorithmen und Visualisierungen zur Verschlüsselung und Entschlüsselung von Text.

Das Krypto-Abenteuer beginnt mit dem Klick auf den Reiter "Algorithmen"

Dazu wird entweder ein beliebiger Text in das Textfeld eingegeben oder gleich die bestehende Beispieldatei verwendet. Der Datei-Explorer auf der linken Seite des Programmfensters ermöglicht auch das Kopieren von beliebigen Textdateien aus dem eigenem Fundus auf die Arbeitsfläche.

Bei den Visualisierungen kann man Vieles einfach selber ausprobieren.

Wie man sich auch entscheidet: Das kleine Kryptografie-Abenteuer beginnt gleich mit dem Mausklick auf den Reiter "Algorithmen", der sich in der oberen Menüleiste wiederfindet. Hier wird anschließend ein beliebiger Algorithmus aus sieben Kategorien ausgewählt, mit dem der Text verschlüsselt werden soll.

In vielen Fällen ist das Hinzuziehen des Anwender-Handbuches von JCrypTool ratsam, beispielsweise wenn es sich um asymmetrische Algorithmen wie RSA handelt. Andere wiederum, wie etwa die klassische Verschlüsselungsmethode Caesar, benötigen kein Hintergrundwissen. Bei diesem Beispiel bildet das lateinische Alphabet die Grundlage für das Verschlüsselungsverfahren. Je nachdem, welchen Buchstaben man als Schlüssel wählt, wird jeder Buchstabe um einen bestimmten Wert im Alphabet verschoben.

Die Visualisierungen sind das Herzstück des Programms

Auch moderne Verfahren, wie die recht sichere AES-Methode, sind in JCrypTool implementiert. Die Freeware wurde als Lernsoftware konzipiert und wird sowohl in Schulen als auch an Universitäten zur Veranschaulichung von Verschlüsselungsverfahren genutzt. Daher stehen in dem Programm auch unterschiedliche Verschlüsselungs- und Entschlüsselungsmethoden als Visualisierungen bereit.

Diese grafischen Darstellungen sind für den Kryptografie-Anfänger das eigentliche Herzstück des Programms. Die Visualisierungen zeigen recht bildhaft die Funktionsweise eines ausgewählten Algorithmus. Das Besondere ist, dass diese Visualisierungen tatsächlich eher Übungen als reine Veranschaulichungen sind. Hier kann viel ausprobiert werden.

In der Regel wird der Junior-Kryptograph aufgefordert, bei der Verschlüsselung selbst Hand anzulegen und vor allem selbst mitzudenken. Je nach Methode und nach mathematischem Verständnis sind die Übungen mehr oder weniger einfach auszuprobieren. Bei einigen von ihnen werden eher tiefe mathematische Kenntnisse vorausgesetzt.

Auch Kryptoanalyse gehört zum Programm

Zusätzlich zu den Verschlüsselungsmethoden bietet JCrypTool auch zahlreiche Funktionen zur Kryptoanalyse, das heißt für die Analyse eines verschlüsselten Textes. So lässt sich - beispielsweise bei der Caesar-Verschlüsselung - die Häufigkeit der Buchstaben im Kryptotext darstellen. Dadurch, dass gewisse Buchstaben in einer Sprache häufiger auftreten als andere, lassen sich unter Umständen Rückschlüsse auf das benutzte Verschlüsselungsverfahren ziehen.

Ein verschlüsselter Beispieltext kann auf die Arbeitsfläche von JCrypTool geladen und anschließend entschlüsselt werden. Die Analyse-Verfahren werden angezeigt, wenn man den entsprechenden Reiter an der oberen Menüleiste aktiviert.

Standard- und Expertenansicht für unterschiedliche Know-how-Stufen

Gut zu wissen

Für Mathe-Cracks hält man unter dem Reiter "Spiele" die ein oder andere spannende Zahlenübung bereit.

Im Gegensatz zum Windows-basierten CrypTool 2.0 stellt JCrypTool dem Nutzer zwei Ansichten, hier "Perspektiven" genannt, zur Auswahl. Die Standardversion ist allen zu empfehlen, die sich noch nicht detailliert in der Verschlüsselungstechnik auskennen. Hier wird in einer gewohnten Ansicht ein Überblick über die Funktionen des Programms gegeben. Fortgeschrittene Nutzer können in der Algorithmenansicht jedes Verfahren bis ins kleinste Detail einstellen.

Das Anliegen der Hersteller, das Verständnis für Kryptologie zu erhöhen und die zugrunde liegenden Verfahren zu veranschaulichen, ist aller Ehren wert - es bezieht sich auf ganz alltägliche Probleme aus der Praxis eines jeden Einzelnen. Jeder, der sich im regelmäßig im Netz bewegt, kommt an dem Thema IT-Sicherheit einfach nicht mehr vorbei.

Für Nutzer, die gerade erst in dieses Thema einsteigen, wird empfohlen, ein wenig Zeit mitzubringen, denn ein grundsolides Verständnis von Mathematik ist hier sicherlich eine der größeren Stolpersteine auf dem Weg zum Krypto-Experten.

Anspruchsvolles Krypto-Learning mit JCrypTool

Für Schüler und Studenten ist das JCrypTool eine wichtige Lernsoftware und für Kryptografie-Erfahrene eine Spielwiese. Aufgrund der großen Anzahl an Algorithmen, Verschlüsselungstechniken und gelungenen Visualisierungen wird aber auch der Normalinteressierte das ein oder andere Aha-Erlebnis haben.

Dass JCrypTool für ein reibungsloses Funktionieren eine Java-Umgebung braucht, hört sich zunächst vielleicht etwas umständlich an, ist aber grundsätzlich nur ein verlängerter Installationsprozess. Zudem ist das Tool - sicherlich auch wegen der plattformunabhängigen Funktionsweise - optisch noch nicht so ganz auf der Höhe, wie es die Windows-basierten Vorgänger waren. An dieser Stelle gibt es sicherlich noch Luft nach oben.

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Das Startfenster von JCrypTool

Nach der Installation erscheint das Startfenster von JCrypTool. Die ersten wichtigen Informationen über die Funktionsweise der Software holt man sich am besten an dieser Stelle ab.

Dialogfeld der Signatur-Visualisierung.

Eine weitere der zahlreichen Visualisierungen zeigt die Funktionsweise von Signaturen im Verschlüsselungszusammenhang.

Die Arbeitsumgebung von JCrypTool mit dem Beispieltext in der Mitte.

So sieht die Arbeitsoberfläche von JCrypTool aus. Der Beispieltext erläutert die grundlegenden Funktionen des Tools und kann praktischerweise auch gleich dazu benutzt werden, um Verschlüsselungsalgorithmen auszuprobieren. Dazu ist ein Mausklick auf "Algorithmen" notwendig. Alternativ kann auch eigener Text eingefügt oder über den Datei-Explorer auf der linken Seite herüberkopiert werden. Diese Ansicht ist die Standard-Ansicht von JCrypTool.

Das Dialogfeld für die Caesarverschlüsselung.

Die klassische "Caesarverschlüsselung" ist eine der einfacheren Kryptografie-Methoden, sie basiert auf dem lateinischen Alphabet. Diese Methode ist für ein erstes Ausprobieren gut geeignet.

Beispiel für das Verfahren der magischen Tür.

Die Visualisierungen bieten einen mehr oder weniger einfachen Zugang zu den Funktionsweisen einzelner Verschlüsselungsmethoden. Hier ist allerdings auch logisches Denken und oft eine gute Portion Mathematikwissen gefragt. Eine davon ist die "Magische Tür", ein Baustein von Authentifizierungssystemen.