NVDA im Netz.de Test

NVDA ist ein Screen-Reader, der dafür sorgt, dass sehbehinderten Menschen ein barrierefreier Surfspass am heimischen PC ermöglicht wird. Wichtige Informationen werden dazu zusätzlich als Ton wiedergegeben.

  • Braille-Ausgabe: Bildschirminformationen werden in blindengerechte Brailleschrift umgewandelt
  • Unnötige Installation: NVDA im Internetcafé oder auf fremden Computern via USB-Stick nutzen
  • Vielfältige Anbindung: Unterstützung verschiedener Browser, E-Mail-Clienten und zahlreicher Office-Programme
Der NVDA Willkommenstext

Bevor es mit NVDA losgeht, muss man einige grundlegende Einstellungen vornehmen. So kann man das Tool beispielsweise automatisch bei Systemstart starten lassen.

NVDA - Einstellungen und Optionen

Dass NVDA ohne visuelle Programmoberfläche daherkommt, dürfte für viele ungewöhnlich sein. Angesichts der Tatsache, dass das Open-Source-Programm allerdings primär für sehbehinderte Menschen gedacht ist, ist dies nur allzu verständlich.

Der NVDA Lesemodus

In den Einstellungen zum Lesemodus von NVDA kann die Geschwindigkeit des Vorlesens verändert werden.

Die Installation von NVDA

Nach der Installation von NVDA gibt es die bekannten Auswahlmöglichkeiten, die auch bei anderen Programmen vorhanden sind.

Die Sprachausgabe bei NVDA ist mehr als gewöhnungsbedürftig

Die Sprachausgabe bei NVDA ist mehr als gewöhnungsbedürftig. Glücklicherweise hat man die Option, diese zu ändern - Windows 8 ist dafür jedoch Voraussetzung.

Die NVDA Mauseinstellungen

Über die Mauseinstellungen legt man fest, was beim Überfahren mit der Maus durch NVDA angesagt wird.

Unsere Gesamtwertung
6,7 / 10
  • Funktion:
    6.5
  • Bedienung:
    8.0
  • Performance:
    5.5

NVDA downloaden

Hersteller:  NV Access
Vorteile
  • Sinnvolle Tastenkürzel
  • Zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten
  • Einer der wenigen kostenlosen Screen-Reader
  • Ermöglicht barrierefreies Surfen und Arbeiten am PC
  • Portable Version verfügbar
Nachteile
  • Kaum verständliche Synthetik-Stimme

NVDA - barrierefreies Surfen und Arbeiten am PC

Leider sind PCs vordergründig nur für diejenigen zugänglich, die keine Sehbehinderungen haben. Aufgeschmissen in unserem Elektronikzeitalter sind die Personen, die aufgrund ihrer physischen Behinderungen leider keinen kompletten Zugriff auf alltägliche Medien haben. Glücklicherweise gibt es Menschen und Entwickler, die auch diesen Personen dank innovativer Technik helfen können.

Mit NVDA befindet sich ein kostenfreier Screen-Reader auf dem Markt, der sich vordergründig an Personen richtet, die eine starke Sehschwäche haben oder blind sind. Mithilfe dieses Readers werden Informationen auf der visuellen Benutzeroberfläche als Audiosequenz ausgegeben. Dies ermöglicht es Blinden, trotz ihrer Sehbehinderung Informationen auf dem Bildschirm wahrzunehmen und zu deuten.

Da sich leider nicht alles durch Akustik wiedergeben lässt, unterstützt NVDA auch die Ausgabe der Brailleschrift. Dabei ist der Open-Source-Screen-Reader ausschließlich für das Betriebssystem Windows geeignet. NVDA greift hier auf die neue Windows-Accessibility-Schnittstelle Microsoft-UI-Automation zu.

Kompatibilität und individuelle Anpassungen

NVDA ist mittlerweile auf zahlreiche Programme ausgelegt, darunter eine Reihe von Mail-Programmen und Browsern. Auch die meisten Anwendungen aus dem Windows-Office-Paket lassen sich problemlos mithilfe von NVDA bedienen.

Nach der Installation liest das Tool sämtliche Inhalte vor, die man mit der Maus berührt.

Damit sich das kostenlose Tool auch ideal an die individuellen Gegebenheiten seiner Nutzer anpassen lässt, gibt es ein breites Einstellungssortiment, das die Anpassung der Software ermöglicht. Wer NVDA nutzen möchte, um einen Eindruck davon zu erhalten, wie Blinde das Arbeiten am PC wahrnehmen, der wird sich erst einmal daran gewöhnen müssen, dass NVDA verständlicherweise visuell nur wenig bietet, da der Zugang zum Tool vor allem über die Akustik erfolgt.

So funktioniert NVDA

NVDA steht für NonVisual Desktop Access. Wie der Name bereits vermuten lässt, dreht sich alles darum, auch ohne die Zuhilfenahme der Sehfähigkeit Informationen aus der visuellen Benutzeroberfläche zugänglich zu machen.

Nach der Installation liest das Tool sämtliche Inhalte vor, die man mit der Maus berührt. Zusätzlich ist es möglich die Brailleschrift auszugeben. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn man Software nutzen möchte, die vor allem mit Zeichen und Symbolen arbeitet. Wer im Besitz der notwendigen Hardware ist, der kann die dargestellten Zeichen in Brailleschrift entziffern. Dies ermöglicht es Blinden, eigenständig am Computer zu arbeiten.

Etwas gewöhnungsbedürftige Sprache

Wer zum ersten Mal mit NVDA arbeitet, der wird sich vorerst mit der sehr seltsamen und leider doch schwer verständlichen Sprachausgabe abfinden müssen. NVDA greift hierbei auf die freie Sprachausgabe eSpeak zurück. Die synthetische Stimme ist aber zumindest für Nutzer, die kein Englisch sprechen, kaum oder zumindest nur mit Mühe und voller Konzentration zu verstehen.

Da nützen letztendlich auch die vielen Anpassungsmöglichkeiten nicht viel. Wer allerdings der englischen Sprache mächtig ist, dem kann NVDA in der Tat weiterhelfen. Unter den Einstellungen erhält man eine ganze Reihe von Optionen, mit denen man zum Beispiel Anpassungen hinsichtlich des Lesemodus vornehmen kann. Hier bestimmt man unter anderem, ob der gesamte Seiteninhalt einer neu aufgerufenen Webseite automatisch vorgelesen werden soll oder nicht.

Hilfreiche Anpassungen und Tastenkürzel

Wer sehbehindert und nicht blind ist, der sollte sich grundlegend mit den diversen Optionen beschäftigen. Hilfreiche Anpassungen sind beispielsweise unter der Rubrik Mauseinstellungen möglich. Hier bestimmt man unter anderem, dass Objekte unter dem Mauszeiger nicht angesagt werden. Sehbehinderte haben womöglich Probleme, Schriften zu entziffern, sind aber durchaus imstande zu erkennen, ob es sich bei der Darstellung zum Beispiel um eine Liste handelt. In diesem Fall kann auf einige Ansagen der Synthetik-Stimme verzichtet werden.

Um den Umgang mit dem Tool zu erleichtern, ist es besonders sinnvoll, sich mit den vielen Tastaturkürzeln auseinanderzusetzen. Über EINFG + N erreicht man beispielsweise die Einstellungen, EINFG + Q beendet NVDA. Ist man im World Wide Web unterwegs, so werden die Tasten auf der Tastatur zu einer Navigationshilfe. Mit L springt man so zur nächsten Liste, mit K zum nächsten Link, F bietet den Zugang zum nächsten Formularelement, falls vorhanden.

NVDA auch als portable Version verfügbar

Grundlegend ist es zu empfehlen, die Installationsvariante von NVDA auszuwählen. Wer aber am fremden PC surfen möchte oder das Internetcafé besucht, der kommt auch problemlos ohne eine Installation aus. Unter den Einstellungen kann man eine portable Version des Screen-Readers kreieren. Man muss lediglich das Verzeichnis bestimmen, in der die erstellte Datei abgelegt werden soll.

Übrigens ist NVDA auch auf unterschiedliche, häufig genutzte Programme ausgelegt. Allem voran die Office-Programme von Microsoft sind mithilfe von NVDA gut bedienbar, insbesondere MS Word. Schwierigkeiten gibt es allerdings bei Nutzung von Windows 8. Einige Applikationen bleiben leider unzugänglich. Ebenso gut lassen sich die Anwendungen von Freeware-Varianten wie OpenOffice bedienen.

Als Mail-Programm empfehlen die Entwickler Thunderbird. Es ist für den einfachen Mail-Verkehr und die Verwaltung seiner elektronischen Post allemal ausreichend. Unter den Browsern ist vordergründig Mozilla Firefox mit NVDA kompatibel, aber auch der Umgang mit dem Internet Explorer funktioniert reibungslos. Rein theoretisch sollen auch Chrome und Opera mit NVDA zugänglich sein.

NVDA überzeugt funktionell, aber nicht stimmlich

Grundsätzlich ist das Konzept, das hinter NVDA steht, ein wahrlich gutes. Sehbehinderte wie Blinde werden für diese kostenlose Möglichkeit, die PC-Technik ebenfalls effektiv nutzen zu können, sicherlich dankbar sein. Positiv fällt insbesondere auf, dass sich das Open-Source-Projekt praktisch in allen Kategorien den individuellen Voraussetzungen anpassen lässt. Die Kompatibilität zu vieler Standard-Software sowie die Ausgabe von Brailleschrift sprechen ebenfalls für NVDA.

Einzig negativer Aspekt bleibt die Sprachausgabe, die sich hauptsächlich für englischsprachige Inhalte eignet, aber auch ansonsten nur schwer verständlich ist. Wer allerdings bedenkt, dass NVDA keinen einzigen Cent kostet, auch wenn die Entwickler sicher auf Spenden angewiesen sind, der wird dem Tool ein positives Fazit ausstellen können.

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Der NVDA Willkommenstext

Bevor es mit NVDA losgeht, muss man einige grundlegende Einstellungen vornehmen. So kann man das Tool beispielsweise automatisch bei Systemstart starten lassen.

NVDA - Einstellungen und Optionen

Dass NVDA ohne visuelle Programmoberfläche daherkommt, dürfte für viele ungewöhnlich sein. Angesichts der Tatsache, dass das Open-Source-Programm allerdings primär für sehbehinderte Menschen gedacht ist, ist dies nur allzu verständlich.

Der NVDA Lesemodus

In den Einstellungen zum Lesemodus von NVDA kann die Geschwindigkeit des Vorlesens verändert werden.

Die Installation von NVDA

Nach der Installation von NVDA gibt es die bekannten Auswahlmöglichkeiten, die auch bei anderen Programmen vorhanden sind.

Die Sprachausgabe bei NVDA ist mehr als gewöhnungsbedürftig

Die Sprachausgabe bei NVDA ist mehr als gewöhnungsbedürftig. Glücklicherweise hat man die Option, diese zu ändern - Windows 8 ist dafür jedoch Voraussetzung.

Die NVDA Mauseinstellungen

Über die Mauseinstellungen legt man fest, was beim Überfahren mit der Maus durch NVDA angesagt wird.