So will der Konzern bei Spielern punkten

Apple Arcade: Alles über Apples Gaming-Flatrate

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Mit Apple Arcade will der Technik-Riese gehörig die Games-Branche aufmischen. Spieler mit iOS-Gerät sollen mit dem kostenpflichtigen Abo-Service noch dieses Jahr Zugang zu 100 teils exklusiven Spielen erhalten, weitere sollen folgen. Eine echte Alternative zu Desktop-Gaming, Konsolen oder gar Googles Stadia? Womöglich nicht.

Die Gaming-Welt dürfte noch dieses Jahr ganz schön aufgewirbelt werden. Erst stellte Google mit 'Stadia' einen revolutionären neuen Streaming-Dienst für Games aller Art vor, jetzt legt Apple nach: Apple Arcade nennt der Konzern seinen beherzten Vorstoß in die Gaming-Welt, wie gestern auf einer hauseigenen Präsentation in Cupertino verraten wurde. Apples Ansatz ist allerdings keinesfalls ein Streaming-Modell, sondern vielmehr eine Spiele-Flatrate.

Schon für den kommenden Herbst stellt der iPhone-Erfinder dafür teilweise exklusiv für den neuen Service produzierte Spiele in Aussicht. Einige Branchen-Ikonen, wie Hironobu Sakaguchi (Final Fantasy), Ken Wong (Monument Valley) und Will Wright (Die Sims) habe man bereits dingfest machen können. Insgesamt soll der Service "Spiele von Annapurna Interactive, Bossa Studios, Cartoon Network, Finji, Giant Squid, Klei Entertainment, Konami, LEGO, Mistwalker Corporation, SEGA, Snowman, ustwo Games und vielen anderen enthalten."

Eines der wenigen bekannten Gesichter im bisherigen Line-up: der pfeilschnelle blaue Igel Sonic.

Quelle:  Apple 

Eines der wenigen bekannten Gesichter im bisherigen Line-up: der pfeilschnelle blaue Igel Sonic.  

Quelle:  Apple 

Wer das Abo (zu einem noch unbekannten Preis) abschließt, bekommt zu Beginn Zugriff auf etwa 100 Games, die auf iPhones, iPads, Macs und Apple TV abgespielt werden können. Schaut man sich den Trailer an, wirken diese recht farbenfroh, familientauglich - und technisch keinesfalls auf der Höhe der Zeit. Geschuldet ist dies einerseits sicherlich der kaum für Gaming optimierten Apple-Hardware. Andererseits möchte Apple mit dem Abo-Service offenbar eine möglichst breite Masse ansprechen, darunter auch Nicht- und Gelegenheitsspieler.

Dabei können sämtliche Spiele auch offline uneingeschränkt gespielt werden. Zudem lasse sich die Hardware beliebig wechseln - ihr fahrt einen Kurs in 'Sonic Racing' auf dem iPad und schließt den nächsten auf dem Mac ab. Apple selbst betont, dass Apple Arcade die häufig kostenlosen, werbefinanzierten Games im eigenen App Store durch ein höherwertiges Angebot von werbefreien Spielen ergänzen soll.

Gaming auf neuem Level? Apple muss liefern

Wie kaum anders zu erwarten schwärmt der Entwickler in seiner eigenen Mitteilung vom neuen Service - durchaus üblich in PR-Meldungen großer Unternehmen. Für unseren Geschmack wird mit Apple Arcade zumindest auf dem Papier aber noch zu wenig geboten, als dass sich der überschwängliche Ton im Ansatz rechtfertigen ließe. "Mit Apple Arcade, dem ersten Abo-Service für Games für Mobilgeräte, Desktoprechner und das Wohnzimmer bringen wir Spielen auf ein neues Level", meint Phil Schiller, Senior Vice President Worldwide Marketing. Ein großspuriges Versprechen, dem er Taten wird folgen lassen müssen.

Denn zu diesem Zeitpunkt ist das Angebot schlicht zu dünn, die bereits bekannten Launchtitel zu unbekannt, die Technik zu veraltet - gerade was Desktoprechner und Gaming im Wohnzimmer angeht: Hier gibt es bereits Abo-Dienste mit umfangreichen Angeboten, die auf die jeweiligen Plattformen zugeschnitten und technisch teils weit überlegen sind. Eine wirklich einleuchtende Abgrenzung, ein überzeugender Mehrwert gegenüber dem App Store fehlt uns ebenfalls noch. All das kann sich natürlich noch ändern, sofern genannte "legendäre Game Designer" mit spannenden Exklusivtiteln um die Ecke kommen und Informationen zur Preisgestaltung bekanntgegeben werden.

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