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Belgische Glücksspielbehörde ermittelt

Blizzard und EA im Visier der Behörden: Sind Lootboxen Glücksspiel?

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Erst ein Shitstorm in biblischem Ausmaß, jetzt auch noch das: Electronic Arts neuestes Spiel 'Star Wars: Battlefront 2' wird wegen des umstrittenen Lootboxen-Systems derzeit von der belgischen Gaming-Behörde geprüft. Auch Blizzards 'Overwatch' schauen sich die Ermittler genauer an. Kommt die Kommission zu einem negativen Ergebnis, drohen den Spiele-Entwicklern üble Konsequenzen.

In Electronic Arts neuestem Titel 'Star Wars: Battlefront 2' können sich Spieler durch den Erwerb sogenannter 'Lootboxen' knallharte Spielvorteile - z. B. mächtige Items und Ingame-Währung - durch echtes Geld erkaufen. Dies verursachte in der Gaming-Community jüngst nicht nur einen Shitstorm sondergleichen, sondern ruft sogar die belgische Behörden auf den Plan, die jetzt eine Untersuchung eingeleitet haben. Die Kommission beanstandet dabei weniger das Pay-to-Win-Prinzip des Spiele-Entwicklers als solches, sondern in erster Linie zwei pikante Sachverhalte, die direkt damit im Zusammenhang stehen:

Lootbox-Masche gefährdet besonders Kinder und Jugendliche

Zunächst kritisiert die Kommission laut einem Bericht von VTM Nieuws (via Gameinformer) den Inhalt der kostenpflichtigen Belohnungs-Kisten. Dieser wird zufällig erstellt, womit es reine Glücksache ist, ob der Spieler für sein Geld auch etwas Brauchbares erhält. Nach dem strengen belgischen Gesetz ist das ein klares Indiz für ein Glücksspiel, womit das Produkt (in diesem Fall das Spiel) als solches gekennzeichnet oder, schlimmstenfalls, aus dem Verkehr gezogen werden müsste.

Kritisch sieht die Kommission außerdem, dass sich die Werbemaßnahmen für das Spiel teils explizit an Kinder und Jugendliche richten. Diese würden eher noch als Erwachsene einem sozialen Druck unterliegen und schneller zum Geldbeutel greifen, um mithalten zu können. Auch Blizzards Hero-Shooter 'Overwatch', in dem ebenfalls Lootboxen - wenn auch ohne spielentscheidendem Einfluss - erworben werden können, werde dahingehend geprüft.

Spiele ohne Lizenz verschwinden aus den Regalen

Sollte die Kommission genannte Spiele tatsächlich als Glücksspiele einstufen, drohe den Spiele-Entwicklern eine Geldstrafe von bis zu hunderttausend Euro. Ein für die Branchenriesen sicherlich verschmerzbarer Betrag. Allerdings müssten Publisher dann künftig auch eine Lizenz erwerben und ihre Spiele eindeutig kennzeichnen, sofern sie Spiele mit Lootbox-System in dem EU-Land veröffentlichen wollen. Sämtliche Exemplare, die zu diesem Zeitpunkt in ursprünglicher Form in den Regalen der Geschäfte liegen, dürften dann zudem nicht mehr verkauft werden.

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