BIU verschickt Wahlprüfsteine

Bundestagswahl: Wie stehen die Parteien zum Thema Games?

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Zehn Seiten mit Fragen rund um das Thema Gaming und Spielewirtschaft sollen die wichtigsten deutschen Parteien für den 'Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware' noch vor der Bundestagswahl beantworten. Neben Statements zu wirtschaftlichen Belangen der Games-Industrie werden auch Stellungsnahmen zur heiklen Frage erwartet, ob eSports endlich offiziell als Sportart anerkannt wird.

Am 24. September ist Bundestagswahl, aber wie die Parteien zum Thema Gaming stehen - das weiß eigentlich niemand so genau. Dabei versorgt uns die Branche nicht nur regelmäßig mit Nachschub für unsere Lieblingsbeschäftigung, sie ist mit derzeit etwa 13.000 Beschäftigten allein in Deutschland auch ein bedeutender Arbeitgeber. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) hat sich dem Thema jetzt angenommen und allen großen Parteien ein zehnseitiges Fragenpapier (sogenannte "Wahlprüfsteine") vorgelegt.

Geklärt werden sollen dadurch neben wirtschaftlichen Themen - z.B. Förderung des Entwicklungsstandorts und Einführung einer Produktionsförderung - auch die spannende Frage, ob eSports endlich offiziell als Sportart anerkannt werden soll. Dieser Aspekt ist dabei weit mehr als nur eine Frage des Prestige: Anerkannte Sportarten gelten als förderungswürdig und profitieren von steuerlichen Erleichterungen. Die Gründung neuer Vereine wäre so viel einfacher und die Abhängigkeit von Sponsoren abgeschwächt.

Entscheidender Impuls für Wahlmuffel?

Die Ergebnisse der Umfrage will der BIU noch vor der Bundestagswahl öffentlich machen. Für Games-affine Politikinteressierte dürfte dies eine spannende Ergänzung zu den Wahlprogrammen der Parteien werden - und für Wahlmuffel könnte dies den entscheidenden Impuls zum Urnengang geben.

Der BIU jedenfalls erhofft sich im Anschluss an die Bundestagswahl "grundlegende Weichenstellungen, um Deutschland zu einem bedeutenden und international konkurrenzfähigen Standort für die Entwicklung von Computer- und Videospielen zu machen", heißt es auf der Webseite des Verbands, auf dem ihr euch den Fragebogen auch als PDF herunterladen könnt. Sobald die Ergebnisse der Umfrage bereitstehen, erfahrt ihr es auf Netz.de

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Games verdienen eure Stimme

Wie stehen Politiker zu Games? Für viele mag diese Fragestellung oberflächlich und angesichts der auch innerhalb Europas teils angespannten politischen Lage (Stichwort: 'Brexit' und so) völlig nebensächlich klingen. Damit setzt man den Vorstoß des BIU aber in ein falsches Verhältnis und täte dem Verband Unrecht.

Jeder Interessenverband hat ein Recht darauf, seine Anliegen auch entsprechend zu vertreten. Das tun Lobbies hierzulande tagtäglich - von der Automobil- über die Pharmaindustrie bis hin zu Tabak- und Alkohollobbies.

Dass hier ausnahmsweise eine - auch bemessen am wirtschaftlichen Impact - unverhältnismäßig stiefmütterlich behandelte Thematik aufgegriffen wird, die die meisten von uns zudem brennend interessiert, halte ich für sinnvoll. Und wenn sich dann noch der eine oder andere Wahlmuffel durch ein derart populäres Thema erstmals mit den Parteiprogrammen beschäftigt - was kann daran falsch sein?

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