Gesundheitsgefährdung durch E-Sport?

Das Leiden der jungen Gamer

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von Sven Schäfer (@kreativfrei)-

Wie eine aktuelle Studie der deutschen Sporthochschule Köln in Kooperation mit der AOK-Krankenkasse zeigt, mangelt es vielen Gamern vor allem an einem: ausreichender Bewegung. Hinzu kommen häufig auch Schlafmangel und Übergewicht, was die Gesundheits-Experten ebenfalls darauf zurückführen, dass sowohl Hobby- als auch professionelle E-Sportler zu viel Zeit mit Videospielen verbringen.

Nun scheint es sich also doch zu bestätigen, was die Eltern vieler Gamer schon vor Jahren wussten: Wer zu viel zockt, setzt seine Gesundheit aufs Spiel. Geht es nach der aktuellen Umfrage der Deutschen Sporthochschule Köln, die vor kurzem in Zusammenarbeit mit der AOK-Krankenkasse Rheinland/Hamburg durchgeführt wurde, pflegen viele Konsolen- und PC-Spieler einen recht ungesunden Lebensstil. Demnach vernachlässigen nicht nur Profi-Gamer, sondern insbesondere auch die Amateur-E-Sportler ihre körperliche Verfassung aufgrund fehlender Bewegung. Hinzu kommen Schlafmangel, unausgewogene Ernährung, Übergewicht und Rückenprobleme "dank" falscher Haltung.

Alles in allem also genau die Dinge, die einen echten Gamer ausmachen - doch Spaß beiseite, denn die eigene Gesundheit sollte man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. So sahen es auch die rund 1.200 E-Sportler, die im Zuge der Studie über ihre Gaming-Gewohnheiten befragt wurden. Ein Großteil der Spieler gab dabei zwar an, dass sie auch abseits des PCs verschiedenen sportlichen Aktivitäten nachgehen, doch in den meisten Fällen deutlich unter der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgesprochenen Empfehlung von mindestens zweieinhalb Stunden körperlicher Aktivität pro Woche.

Eine Info-Grafik aus der Studie der Sporthochschule Köln

Wer viel spielt, lebt ungesund - zumindest nach einer aktuellen Studie der Deutschen Sporthochschule Köln. Schuld daran sind unter anderem Schlafmangel und vor allem zu wenig Bewegung.

Quelle: (Screenshot)  Deutsche Sporthochschule Köln 

Eine Info-Grafik aus der Studie der Sporthochschule Köln

Wer viel spielt, lebt ungesund - zumindest nach einer aktuellen Studie der Deutschen Sporthochschule Köln. Schuld daran sind unter anderem Schlafmangel und vor allem zu wenig Bewegung.  

Quelle: (Screenshot)  Deutsche Sporthochschule Köln 

Der Zeit-Faktor spielt eine entscheidende Rolle

Wer viel spielt, sollte sich auch dementsprechend viel bewegen, doch laut Professor Ingo Froböse, dem Leiter des Instituts für Bewegungstherapie und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln, sieht die Realität leider ganz anders aus: "Wir hätten uns gewünscht, dass parallel zum E-Sport Ausgleichs- oder Regenerationstraining betrieben wird - das ist aber nicht der Fall", teilte Froböse im Rahmen der Studie mit. Stattdessen erhöht sich die Spielzeit sogar, je nachdem ob der Gamer damit seinen Lebensunterhalt bestreitet oder nicht.

Laut der Studie verbringen E-Sportler, die zumindest einen Teil ihres Einkommens durch die Teilnahme an Turnieren generieren, rund 27,7 Wochenstunden vor dem Rechner. Bei Amateur-Spielern sind es sogar 28,5 Stunden - und das in den meisten Fällen neben einem normalen Vollzeit-Job. Da verwundert es selbst die Experten kaum, dass sich die Gamer zu wenig bewegen, da sie schlicht und einfach keine Zeit mehr dazu haben. Einige der Befragten gaben sogar an, mehr als 100 Stunden pro Woche zu zocken - ein "Trend", der in der jüngsten Vergangenheit immer häufiger beobachtet wird. Weitere Faktoren sind der Schlafmangel (im Schnitt nur etwa sieben Stunden) und die zusätzliche physische und psychische Belastung durch für den Körper ungewöhnliche Spielzeiten bis tief in die Nacht.

Spielzeit reduzieren und stattdessen mehr Ressourcen in Ausgleichssport investieren

Was kann man tun, um auch als Gamer gesünder zu leben?

Wie aus der Studie der Deutschen Sporthochschule Köln außerdem hervorgeht, ernährt sich ein Großteil der befragten Spieler zu unausgewogen: Pizza statt Gemüse und Energydrinks statt Wasser - in Kombination mit der fehlenden sportlichen Aktivität ein auf Dauer bedenklicher Umstand. Allerdings gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, um den Körper wieder in Schwung zu bringen, ohne dabei komplett auf das Gaming verzichten zu müssen. Wie das Ganze funktionieren kann, zeigt eine interessante Auswahl an einfachen Übungen, die von der Sporthochschule Köln in Kooperation mit Sportmedizinern zusammengestellt wurde.

Darüber hinaus arbeitet Professor Froböse zusammen mit seinem Team an weiteren Maßnahmen zur Vorbeugung gegen die vermehrt aufkommenden gesundheitlichen Probleme in der E-Sport-Szene. Aus diesem Grund begleiten die Wissenschaftler derzeit übrigens das E-Sport-Team des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, um sich von der Art der Belastung und dem Ablauf des Trainings ein besseres Bild machen und dementsprechende Präventionsprogramme entwickeln zu können.

Quelle: Deutsche Sporthochschule Köln

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