Bestes Deutsches Spiel kommt aus Hamburg

Deutscher Computerspielpreis: Witch It räumt ab

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

'Witch It' ist der große Gewinner der diesjährigen Ausgabe vom Deutschen Computerspielpreis. Das kleine Entwicklerstudio 'Barrell Roll Games' konnte nicht nur den Hauptpreis 'Bestes Deutsches Spiel' absahnen, sondern sich zudem in den Kategorien 'Bestes Jugendspiel' und sogar 'Bestes Internationales Multiplayer-Spiel' durchsetzen. Ist Witch It also sogar besser als 'Monster Hunter: World'?

Mit Spannung blickte die deutsche Games-Branche gestern nach München, wo zum mittlerweile zehnten Mal der Deutsche Computerspielpreis an die besten deutschen Veröffentlichungen des Jahres vergeben wurde. 39 Nominierte traten in 13 Kategorien und zwei Sondersparten gegeneinander an - und das Rennen war denkbar knapp, schließlich waren so einige Hochkaräter dabei. In der mit 110.000 Euro am höchsten dotierten Kategorie durchgesetzt hat sich 'Witch It'. Die sicherlich prestigeträchtigste Trophäe 'Bestes Deutsches Spiel' geht somit an Entwickler 'Barrel Roll Games' und Publisher 'Daedalic' an die Waterkant.

Witch It: Besserer Multiplayer als Monster Hunter: World?

Auch die Auszeichnung 'Bestes Jugendspiel', und damit einen Scheck um weitere 75.000 Euro, gingen an die Hamburger. Für hochgezogene Augenbrauen dürfte außerdem gesorgt haben, dass sich Witch It sogar in der Kategorie 'Bestes Internationales Multiplayer-Spiel' hat durchsetzen können. Ob der Indie-Titel tatsächlich ein besserer Mehrspieler-Titel ist als die bei Spielern weltweit extrem beliebten Kontrahenten 'Monster Hunter: World' und 'Splatoon 2' sei mal dahingestellt. Fest steht aber nun mal, dass der Jury auch das Kriterium "pädagogisch-didaktischer Wert der Spiele" sehr wichtig war.

Außerdem werden sich sicher einige Fragen, warum Blockbuster wie 'Fortnite', 'Dawn of War 3' oder (das zwar umstrittene aber dennoch erfolgreiche) 'Star Wars Battle: Front 2' gar nicht erst in der engeren Auswahl gelandet sind. Das könnte möglicherweise daran liegen, dass der DCP keinesfalls den Spielemarkt in seiner Gesamtheit abdeckt, sondern lediglich Einreichungen bewertet. Beim DCP 18 waren es 237 Titel, die sich auf 432 Einreichungen verteilen. Diese Vorgehensweise ist zwar völlig legitim, um sich als Zuschauer an der einen oder anderen Stelle nicht zu wundern, sollte man das aber vorher wissen. Die vollständige Liste der Nominierten findet ihr erneut im Anschluss, die Gewinner sind fett hervorgehoben:

Bestes Deutsches Spiel:

  • The Inner World – Der letzte Windmönch (Studio Fizbin / Headup Games)

  • The Long Journey Home (Daedalic Studio West / Daedalic Entertainment)

  • Witch It (Barrel Roll Games / Daedalic Entertainment)

Dotiert mit 110.000 Euro zuzüglich Medialeistungen im Gegenwert von 60.000 Euro.

Bestes Kinderspiel:

  • Der Löwe – ein Lese- und Schreibabenteuer (The Good Evil / Julius Beltz)
  • Fiete Hide & Seek (Ahoiii Entertainment)
  • Monkey Swag (Tiny Crocodile Studios & kunst-stoff / United Soft Media Verlag)

Dotiert mit 75.000 Euro zuzüglich Medialeistungen im Gegenwert von 40.000 Euro.

Bestes Jugendspiel:

  • Phoning Home (Ion Lands)
  • The Inner World – Der letzte Windmönch (Studio Fizbin / Headup Games)
  • Witch It (Barrel Roll Games / Daedalic Entertainment)

Dotiert mit 75.000 Euro zuzüglich Medialeistungen im Gegenwert von 40.000 Euro.

Bestes Serious Game:

  • MeisterPOWER (Gentle Troll Entertainment)
  • The Inner World – Der letzte Windmönch (Studio Fizbin / Headup Games)
  • Vocabicar (Quantumfrog)

Dotiert mit 40.000 Euro.

Bestes Mobiles Spiel:

  • Angry Birds Evolution (Chimera Entertainment / Rovio Entertainment)
  • Card Thief (Arnold Rauers)
  • QB - A Cube’s Tale (Stephan Göbel)

Dotiert mit 40.000 Euro.

Bestes Gamedesign:

  • Dreadnought (Yager Development / Six Foot Europe)
  • ELEX (Piranha Bytes / THQ Nordic)
  • TownsmenVR (HandyGames)

Dotiert mit 40.000 Euro.

Beste Innovation:

  • HUXLEY (Exit Adventures)
  • TownsmenVR (HandyGames)
  • Witch It (Barrel Roll Games / Daedalic Entertainment)

Dotiert mit 40.000 Euro.

Beste Inszenierung:

  • EURYDIKE (Evelyn Hriberšek)
  • HUXLEY (Exit Adventures)
  • The Long Journey Home (Daedalic Studio West / Daedalic Entertainment)

Dotiert mit 40.000 Euro.

Bestes Internationales Spiel:

  • Assassin’s Creed Origins (Ubisoft)
  • Horizon Zero Dawn (Guerilla Games / Sony Interactive Deutschland)
  • Super Mario Odyssey (Nintendo of Europe)

Undotiert.

Beste Internationale Spielewelt:

  • Assassin’s Creed Origins (Ubisoft)
  • Horizon Zero Dawn (Guerilla Games / Sony Interactive Deutschland)
  • Super Mario Odyssey (Nintendo of Europe)

Undotiert.

Bestes Internationales Multiplayer-Spiel:

  • Monster Hunter: World (Capcom Entertainment Germany)

  • Splatoon 2 (Nintendo of Europe)

  • Witch It (Barrel Roll Games / Daedalic Entertainment)

Undotiert.

Nachwuchspreis (mit Konzept):

  • Ernas Unheil (1. Platz, Aileen Auerbach, Jessica Bodamer, Lisa Forsch, Olga Trinova, Talea Sieckmann / HTW Berlin)
  • nGlow (Sandra Hanstein, Nina Loof, Svenja Malin Kottutz, Leoni Schulte, Mirko Skroch, Melanie Ramsch, Jasmin Strnad, Bastian Meyer / Hochschule Harz)
  • Sunset Devils (2. Platz, Andreas Illenseer / Carl-Hofer Schule)

Dotiert mit insgesamt 50.000 Euro: 1. Platz 35.000 Euro, 2. Platz 15.000 Euro.

Nachwuchspreis (mit Prototyp):

  • Fading Skies (1. Platz, Marc Fleps / HAW Hamburg)
  • Kyklos Code (Jonas Delleske, Josefine Maier, Leonie Wolf / Cologne Game Lab an der TH Köln)
  • Realm of the Machines (2. Platz, Julian Ludwig, Sebastian Jantschke, Stefan Held, Wanuscha Nourbakhsh, Alina von Petersdorff, Sharon Schwaab, Maximilian Miesczalok, David Ernst, Pascal Marschar / Mediadesign Hochschule München)

Dotiert mit insgesamt 50.000 Euro: 1. Platz 35.000 Euro, 2. Platz 15.000 Euro.

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