EA versagt bei der Schadensbegrenzung

EA lenkt ein - oder doch nicht? Lootbox-Drama um Star Wars Battlefront 2

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Das Drama um die ungeliebten Ingame-Purchases beim heute erscheinenden EA-Game 'Star Wars: Battlefront 2' nimmt kein Ende. Anstatt wirklich einzulenken, baut der Publisher im neuesten, vermeintlich reuigen Statement zum Thema ungeschickt ein Hintertürchen ein - und das bleibt der aufgebrachten Community natürlich nicht verborgen. Die Folgen für EA? Unabsehbar.

Schon lange hat es kein Spiel eines großen Publishers mehr gegeben, das kurz vor der Veröffentlichung einen derartigen Shitstorm verursacht hat, wie Electronic Arts 'Star Wars Battlefront 2'. Die aggressive Pay-To-Win-Politik seitens EA überschattet seit Tagen den heutigen Release des lange erwarteten Games. Die verzweifelten Versuche des Publishers, Schadenbegrenzung zu betreiben, laufen ins Leere. Wie schon die kürzlich durchgeführte, vermeintliche Kosten-Reduzierung freischaltbarer Helden ist auch der neueste Vorstoß, mit dem die aufgebrachte Community besänftigt werden soll, nur ein scheinbares Einlenken.

EA: Vorgetäuschte Reue geht nach hinten los

Auf Twitter hat Electronic Arts heute Nacht eine Message an die Fans des Spiels veröffentlicht. Der Tenor: "Wir hören euch zu, es tut uns leid, wir deaktivieren sämtliche Mikrotransaktionen." So weit, so gut. Die Reue aber ist offensichtlich nur vorgetäuscht. Denn im vorletzten Satz der kurzen Meldung heißt es, dass das verhasste Feature zu einem späteren Zeitpunk reaktiviert werden soll:

Ingame-Purchases werden zwar abgeschaltet, aber schon bald reaktiviert. EAs Entschuldigung hat einen faden Beigeschmack.

Quelle: (Screenshot / Electronic Arts)  Twitter 

Ingame-Purchases werden zwar abgeschaltet, aber schon bald reaktiviert. EAs Entschuldigung hat einen faden Beigeschmack.  

Quelle: (Screenshot / Electronic Arts)  Twitter 

Eine unverständliche Verschleierungs-Taktik des Gaming-Riesen. Schließlich sollte den Verantwortlichen klar sein, dass die Community EA gerade jetzt ganz genau auf die Finger schaut. Und was die Fans wollen, ist eigentlich überdeutlich: Keine unfairen Vorteile durch den Kauf spielentscheidender Inhalte durch echtes Geld, nicht jetzt und auch nicht in Zukunft. Statt wirklich zuzuhören, kaschiert EA aber das Problem und sieht sich jetzt einem erneuten Shitstorm gegenüber.

Fallt nicht auf EAs Tricks herein, das hier ist noch nicht vorbei!

redhottaco, r/StarWarsBattlefront

Dieser manifestiert sich nicht nur im Tweet des Unternehmens, der vor enttäuschten und sarkastischen Kommentaren nur so überquillt. Besonders auf Reddit schlägt EAs neuester Beschwichtigungsversuch erwartungsgemäß hohe Wellen.

Aufruf zum Boykott, sinkender Aktienkurs

In diversen Subreddits beschwört die Community ihren Zusammenhalt gegen Electronic Arts, es wird zum Boykott des Spiels aufgerufen. Offenbar mit Erfolg: Ein Mitarbeiter der Warenhauskette 'Target' schrieb etwa vor wenigen Stunden im Subreddit 'StarWarsBattlefront': "Wir haben nicht ein einziges Exemplar des Spiels verkauft. Weiter so!"

Noch gibt es kein erneutes Statement des Publishers zu dem Thema. Lange wird dies aber vermutlich nicht auf sich warten lassen. Denn seitdem EAs neuester Rettungsversuch in die Binsen gegangen ist, befindet sich auch der Aktienkurs des börsennotierten Unternehmens wieder im Sturzflug. Dieser war erst kürzlich wieder gestiegen, als EA überraschend ein neues Action-Spiel angekündigt hatte, das im ersten Geschäftsjahr 2021 erscheinen soll.

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