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Bessere Konditionen für Entwickler

[Update] Epic Games Store: Fortnite-Entwickler will Steam vom Thron stoßen

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von Michael Springer -

Epic Games, das Entwickler-Studio hinter dem Gaming-Blockbuster Fortnite, eröffnet sein eigenes Gaming-Portal. Mit einer engeren Verbindung zwischen Entwicklern und Spielern sowie deutlich besseren Konditionen für Spielehersteller bläst das Unternehmen zum Angriff auf Branchenprimus Steam.

Epic Games Stores versus Steam: Vergleich der Umsatzaufteilung

Klare Zahlen: Der Epic Games Store will Spieleentwicklern mehr Umsatzanteile überlassen als Konkurrent Steam.  

Quelle:  Epic Games 

Epic Games Stores versus Steam: Vergleich der Umsatzaufteilung

Klare Zahlen: Der Epic Games Store will Spieleentwicklern mehr Umsatzanteile überlassen als Konkurrent Steam.  

Quelle:  Epic Games 

Die Gaming-Plattform 'Steam' ist die unangefochtene Nummer Eins, wenn es um den Kauf digitaler PC-Spiele geht: Der Umsatz liegt in Milliardenhöhe, regelmäßig sind mehr als 15 Millionen User gleichzeitig online. Zahlen, von denen die Konkurrenz nur träumen kann. An diesem Thron will nun 'Fortnite'-Entwickler 'Epic Games' kratzen – und der Weg dorthin soll vor allem über attraktivere Konditionen für Spielehersteller führen.

Die Entwickler sollen im neuen 'Epic Games Store' 88 Prozent des Umsatzes einstreichen, während Epic Games selbst die restlichen 12 Prozent kassiert. Zum Vergleich: Steam genehmigt sich im Regelfall 30 Prozent der Einnahmen. Für Spiele, die mit der hauseigenen 'Unreal Engine 4' programmiert wurden, fällt der Vorteil sogar noch größer aus. Wenn sich diese Verschiebung letztlich zu einem Preisvorteil für die Spieler entwickelt, wäre das ein deutliches Argument für die neue Plattform.

Epic Games Store will nähere Bindung zum Spieler – Fortnite sei dank

Möglich geworden sei diese deutlich großzügigere Verteilung laut Epic Games nur dank der gewaltigen Einnahmen, die der weltweit beliebte Battle-Royale-Shooter Fortnite generiert (der Umsatz soll 2018 die Zwei-Milliarden-Marke knacken).

Nicht nur im finanziellen Bereich hebt sich der Epic Games Store von Steam ab, auch die Usererfahrung möchte man verbessern. Ein zentraler Newsfeed etwa soll den Spieler über Neuerungen in seinen Lieblingstiteln auf dem Laufenden halten – und zwar mit Informationen direkt von den Entwicklern. Via 'Support-A-Creator' will Epic außerdem Content Creators und Spielehersteller näher zusammenbringen. Das übergeordnete Ziel: Ein engerer Kontakt zwischen Spielern, YouTubern/Streamern und Entwicklern insgesamt.

Weil wir selbst Entwickler sind, wollten wir zwei Dinge: Einen Shop mit fairem Geschäftsmodell und eine direkte Beziehung zu den Spielern.

Tim Sweeney, CEO von Epic Games

Laut Epic Games wird der neue Shop jedenfalls "bald" für PC und Mac an den Start gehen. Android und "andere offene Plattformen" sollen im Laufe des Jahres 2019 folgen.

Die günstigeren finanziellen Konditionen dürften den Epic Games Store für Spieler und Entwickler gleichermaßen attraktiv machen. Doch die Umsatzverteilung ist nicht alles. Steam mag höhere Abgaben fordern, bietet gleichzeitig aber auch einen riesigen Pool potenzieller Kunden – mehr Kunden, mehr Verkäufe, mehr Geld. Außerdem kann Steam auch in puncto Nutzerfreundlichkeit mächtig trumpfen: Regelmäßige Sales, eine faire Rückerstattungs-Politik, hilfreiche Spieler-Reviews, ausgereifter Mod-Support dank Steam Workshop, aktive Community, Cloud-Optionen, Steam Link. Um Gamer davon zu überzeugen, auf all das zu verzichten, muss Epic Games sich jedenfalls mächtig ins Zeug legen.

+++ (Update: 07.12.2018) +++

Das war wirklich "bald": Der Epic Games Store ist online und verteilt direkt Geschenke. Vom 14. bis zum 27. Dezember steht der Unterwasser-Survival-Hit 'Subnautica' kostenlos zum Download bereit, danach gibt es den Jump-and-Run-Klassiker 'Super Meat Boy' für lau. Das Prinzip "Alle zwei Wochen ein Gratisspiel" will Epic Games das gesamte Jahr 2019 durchziehen. Bleibt die Qualität der Titel auf diesem Niveau, dann kann sich der junge Shop regelmäßiger User-Logins sicher sein.

Die Zahl der regulär verfügbaren Titel ist momentan dagegen noch begrenzt. Allerdings lockt der Shop mit exklusiven Titeln. Das gefeierte Adventure 'Journey' findet erstmals seinen Weg auf den PC - bisher war der Titel nur für Playstation 3 und Playstation 4 erhältlich. Auch den neuen Dungeon-Crawler 'Hades' gibt es nur im Epic Games Store.

+++ (Update: 07.12.2018) +++

Quelle: Epic Games, Epic Games

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