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"It has to stop!"

"Es erschafft Monster": Trump trifft sich mit Spieleherstellern

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von Benjamin Krämer -

So bitter es auch klingt: In den USA hat mal wieder ein Massaker stattgefunden und man kommt jenseits des großen Teichs schon gar nicht mehr hinterher, so schnell wird mit dem Finger auf dieses und jenes gezeigt. Schuld sind einmal mehr Killerspiele. Trump ist sich seiner Sache sogar so sicher, dass er heute Spielehersteller im Weißen Haus empfängt.

Trumps Verhältnis zu Videospielen ist ein tragisch-komisches. Erst verkündet er im Januar stolz, dass man eine ganze Reihe modernster 'F52' an Norwegen verkauft habe, die es aber nur im Shooter 'Call of Duty' gibt, dann lässt er einen Monat später einen seiner Republikaner von der Kette: Kentuckys Gouverneur Matt Bevin ist sich kurz nach dem jüngsten Massaker in Parkland sicher, dass 'Killerspiele' ganz eindeutig an allem Schuld seien.

Eine Erklärung hat der gottesfürchtige Mann auch direkt parat: Die wären nämlich 'Müll' - genau wie Pornographie. Dass Trump dieser mehrfach widerlegten Logik folgt, ist kein Geheimnis. Schon 2012 wetterte er auf Twitter gegen Videospiele und die darin gezeigte Gewalt. Ein Tweet vom Dezember 2012 lautete wortwörtlich: "Video game violence & glorification must be stopped—it is creating monsters!" (deutsch: "Gewalt in Videospielen und ihre Verherrlichung müssen gestoppt werden - sie erschafft Monster!").

Trumps Treffen im Weißen Haus: Take-Two und Zenimax

Wird die Altersfreigabe erschwert? Die Liste der Teilnehmer könnte darauf hindeuten.

Mit dabei beim Tête-à-Tête im 'Oval Office' sind Robert Altman und Strauss Zelnick - die CEOs von Zenimax ('Skyrim', 'Fallout', 'Doom') und Take-Two Interactive ('Borderlands', 'GTA'). Besonders GTA von Rockstar Entertainment fand sich schon mehrfach wegen Gewaltverherrlichung, Diskriminierung, Rassismus und einem chauvinistischen Frauenbild in der Schusslinie von Politik und Medien wieder. Mit dabei sind aber auch Verbandsvertreter und ESRB-Präsidentin Patricia Vance. Ihre Organisation ist für die Vergabe der entsprechenden Altersstufen von Spielen zuständig und das amerikanische Pendant zur deutschen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien.

Es ist darum möglich, dass bei dem Treffen ein deutliches Anziehen der Jugendfreigaben besprochen wird, die in den USA traditionell ein wenig lockerer sind als hierzulande. Ähnliche Meetings zwischen Präsidenten und der Spieleindustrie sind übrigens keine Neuheit und haben bereits unter Trumps Amtsvorgängern stattgefunden - damals hatte es keine Beschlüsse oder Neuregelungen gegeben.

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