BIU-Umfrage unter eSportlern lässt hoffen

eSports - das nächste große Ding in Deutschland

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

eSports ist auch in Deutschland allmählich im Kommen. Laut einer neuen Umfrage des 'BIU' treten mehrere Millionen deutsche Spieler regelmäßig in professionellen Turnieren an. Selbst das Privatfernsehen taut langsam auf und nimmt immer mehr eSports ins Programm. Damit Computer- und Videospiele auf Wettbewerbsebene aber richtig durchstarten können, muss sich einer endlich bewegen: Die Politik.

Kompetitives Spielen ist auch für deutsche Gamer schon lange nichts Neues mehr. Richtig professionelle Esports-Turniere - mit bezahlten Profi-Spielern, Zuschauern, Presse und allem was sonst noch dazu gehört - sind in Deutschland aber noch immer ein vergleichsweise seltenes Schauspiel.

eSports immer beliebter unter Gamern

Auch in Sachen Akzeptanz hapert es hierzulande noch: Viele Gaming-ferne Menschen betrachten die elektronische Sportart allenfalls als Kuriosum. Als einen kurzlebigen Trend, der nicht in eine Reihe mit Fußball, Tennis oder Motorsport gestellt gehört. Eine vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) in Auftrag gegebene Studie allerdings legt jetzt nahe, das sich dieser Umstand bald ändern könnte.

Denn laut der BIU haben vier Millionen Deutsche "bereits selbst als Spieler an eSports-Turnieren und -Ligen teilgenommen". Wie genau die Teilnahme an einer "Liga" in dem Online-Fragebogen konkret definiert wurde, wird in der Meldung zu der Studie zwar nicht wirklich deutlich. Dass damit mehr gemeint ist, als das gelegentliche Einloggen in die Bronze-Liga bei 'Starcraft 2' ist aber anzunehmen. "Ein Blick auf die Entwicklung von eSports in Deutschland zeigt: Esports ist längst ein Breitensport", interpretiert BIU-Geschäftsführer Felix Falk die erhobenen Zahlen entsprechend.

Gesellschaftliche Akzeptanz von eSports steigt

Und aus Sicht der Spieler zeigt der Trend offenbar weiter nach oben: 21 Prozent der Befragten hätten angegeben, sich eine Wettkampfteilnahme in Zukunft vorstellen zu können. Knapp ein Viertel sei zudem nicht abgeneigt, sich sogar in einem eSports-Verein zu engagieren. Zumindest bei der Spielerschaft scheint diese Betätigung also längst annähernd gleichberechtigt mit den herkömmlichen Sportarten zu sein.

Unterdessen bröckelt langsam aber sicher auch die Blockadehaltung im Privatfernsehen. 'ProSieben Maxx' überträgt seit Neuestem Wettkämpfe aus der eSports-Szene, schon nächsten Montag gibt es dort das Finale des Madden NFL 18 German Masters um 00.20 Uhr. Auch 'Sport1' will den Trend augenscheinlich nicht verpassen. Erst gestern kündigte der Sender an, weiter in diesen Bereich investieren zu wollen.

eSports: Kein Sport und nicht gemeinnützig?

Gesellschaftlich betrachtet tut sich also etwas in Sachen eSports. Damit das Ganze funktioniert, muss sich aber auch auf politischer Ebene bewegt werden. Denn eSports ist in Deutschland kurioserweise noch immer nicht als offizielle Sportart anerkannt. Veranstalter müssen daher noch immer ohne Leistungen aus Sportförderungs-Töpfen auskommen, schreibt der BIU in 'Fokus: eSports'.

Vereinzelte Anträge gebe es zwar, mehrheitlich würden diese aber abgelehnt. "Politisch müssen hier endlich gleiche Rahmenbedingungen geschaffen werden", meint auch BIU-Chef Felix Falk in der aktuellen Meldung und zieht den Vergleich zu Tischfußball und Schach - zwei Sportarten, die überdies beide als gemeinnützig anerkannt werden und deshalb teils erhebliche steuerliche Vorteile genießen.

Wer mit eSports bisher noch keine Berührungspunkte hatte, der schaue sich folgendes Video an, welches die Electronic Sports League kürzlich veröffentlicht hat. Hier wird besonders deutlich, dass es die ganz großen Emotionen keinesfalls nur im Fußballstadium gibt:

Quelle: BIU

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