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Harte Strafe steht in Diskussion

Karriere kaputt wegen Cheats? Spieler fliegt aus Liga wegen Jugendsünde

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Foto von Dennie Beneke

von Dennie Beneke (@debeneke)-

Der dänische Spieler 'br0' wurde permanent aus der eSports-Liga 'FPL Circuit' gebannt, weil er in seiner Jugend auf einem anderen Account Cheats verwendete. Für den erst 16-Jährigen ein hartes Urteil, das ihn die sportliche Zukunft kosten könnte. Selbst aus den eigenen Reihen kommen Zweifel, ob diese Art von Jugendsünden solch drakonische Strafen nach sich ziehen sollten.

Ausverkaufte Hallen, Preisgelder, die teils in die Millionen gehen und eine riesige Fan-Base - der eSport hat seinen festen Platz in der Riege der kompetitiven Wettkampf-Formate. "Traumberuf eSportler" klingt es deshalb aus so manchem Gaming-Zimmer: Das Lieblingsspiel zocken und dabei noch zu Ruhm und Ehre kommen, was gibt es besseres? Doch der Weg dorthin ist steinig und die Konkurrenz schläft nicht. Deshalb heißt es üben, üben, üben - wie in jeder anderen Sportart - und sich in Wettbewerben oder Ligen messen.

Wer also nicht nur privat zocken, sondern sich der Herausforderung als Einzelspieler im eSports-Segment stellen möchte, der hat in 'FACEIT' einen bekannten Veranstalter von eSport-Wettkämpfen. Hier finden sowohl Amateure als auch Profis eine Plattform, um sich in kompetitiven Disziplinen wie 'Counter-Strike: Global Offensive', 'PUBG' oder 'League of Legends' zu messen. Wer sich beweist, der steigt auf und tritt gegen immer stärkere Gegner an, bis man schließlich in die höchste Liga aufsteigt - in CS:GO ist das dementsprechend die sogenannte 'FPL'.

Wer sich dort messen darf, der ist nah dran an der eSport-Karriere. Umso enttäuschender, wenn man von der Teilnahme am 'FPL Circuit' permanent ausgeschlossen wird, weil man einen alten Account besitzt, der einen VAC-Ban erhalten hat. Das generell harte Vorgehen gegen Cheater - dahingehend sind sich alle einig - ist vollkommen gerechtfertigt. In diesem speziellen Fall allerdings sorgen vor allem Alter und Umstände für reichlich Gesprächsstoff.

FPL und die Jugendsünden

Bereits Ende Oktober machte die Nachricht vom permanenten Ausschluss eines 16-jährigen Dänen aus dem 'FPL Circuit' die Runde, dem ein vier Jahre alter Account um die Ohren flog. Mit diesem soll der dänische Spieler namens 'br0' in der Vergangenheit einen VAC-Ban erhalten haben - ein No-Go für Spieler, die in der FPL antreten möchten.

Zur Erklärung: Der VAC-Ban (Valves Anti-Cheat-System) ist die Konsequenz für Spieler, die sich mit Valves Server verbinden und vom System beim Cheaten erwischt werden. Die FPL ist in ihrem Regelwerk sehr deutlich, keine Spieler mit VAC-Vergangenheit zu dulden, da es dort unter anderem um Geldgewinne geht.

Milos Nedeljkovic, seines Zeichens 'Partnerships Manager bei FACEIT', verkündete den Ausschluss des Spielers und machte noch einmal deutlich: "Kids, lasst die Finger von Cheats, früher oder später kommt es ans Tageslicht".

In der Community wird hingegen heiß diskutiert: Sollte man einen 16-jährigen für die Fehler bestrafen, die er mit 12 begangen hat - noch bevor überhaupt deutlich wurde, dass er sich in naher Zukunft professionellen Wettkämpfen stellen würde?

CS:GO-Profis springen jungem Dänen zur Seite

Die Meinungen gehen hier teils weit auseinander. Während sich selbst namhafte Profis in die Diskussion einmischen und dem Dänen zur Seite springen, sprechen sich andere für den Bann aus – schließlich sei Cheaten Betrug und die Regeln der FPL seien diesbezüglich unmissverständlich.

Bleibt die Frage offen, in wieweit man Jugendlichen den Weg in den Profibereich verbauen sollte, wenn Bans auf Fehler in der Vergangenheit beruhen. Konnte 'br0' damals schon absehen, welche Konsequenzen sein Handeln haben würde und ist man im Alter von 12 Jahren überhaupt nach den gleichen Maßstäben zu bestrafen, wie jeder andere? Auch wenn der Vergleich etwas weit hergeholt ist, gibt es vom Gesetzgeber gute Gründe, weshalb Jugendliche unter ein anderes Strafmaß fallen.

Auch die prominente Unterstützung aus der FPL-Community half dem eSportler bislang wenig – 'br0' bleibt der Weg zurück in die FPL und damit der Weg hin zum eSports-Profi verwehrt.

Wie hättet ihr reagiert? Empfindet ihr diese Strafe als ungerechtfertigt und wird hier etwas zweifelhaft mit der sportlichen Zukunft eines jungen Talents gespielt, oder gebt ihr der anderen Seite Recht, die auf die "oberste Regel" der FPL pocht?

Quelle: 99Damage

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