Nativer Support

Microsoft experimentiert: Laufen Xbox-One-Spiele bald auf dem PC?

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von Michael Springer -

Microsoft schraubt offenbar an einem Riesencoup: Im Rahmen des nächsten großen Windows-Updates testet das Unternehmen den nativen Support von Xbox-One-Spielen auf dem PC. Red Dead Redemption 2, wir kommen?! Technisch scheint die Bahn jedenfalls frei.

Der Gaming-Markt verändert sich mit den technischen Möglichkeiten. Früher waren physische Datenträger alternativlos und heute geben digitale Kopien den Ton an, während die Zukunft vielleicht vom Streaming bestimmt wird: Gaming als Service à la Netflix, auch Microsoft plant in diese Richtung.

Noch gibt es allerdings in der Gegenwart genügend Nachholbedarf, wie das US-Unternehmen selbst einräumte. Ein neuer Vorstoß macht jedenfalls deutlich, wie viel Potenzial noch in Microsofts Gaming-Ökosystem schlummert.

Windows-Insider testen Update: Nativer Support für Xbox-One-Games

Im Rahmen des Windows-Insider-Programms dürfen fortgeschrittene Nutzer schon vorab die neuen Features der großen halbjährlichen Windows-Updates ausprobieren. Dabei stellte Microsoft nun eine neue Testversion zur Verfügung, die PC-Gamern das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt: Dank eines neuen Features, das laut Microsoft "für Gaming maßgeschneidert" ist, laufen Xbox-One-Spiele dort direkt in Windows – und zwar offenbar stabil. Heißt das, Titel wie 'Red Dead Redemption 2' kommen bald auf den PC?

Dürfen wir bald auch auf dem PC durch Red Dead Redemption 2 reiten?  

Quelle:  Rockstar Games 

Dürfen wir bald auch auf dem PC durch Red Dead Redemption 2 reiten?  

Quelle:  Rockstar Games 

Vielleicht, denn es sind vor allem die technischen Details, die Hoffnung auf mehr machen. So wird das im Insider-Test zur Verfügung gestellte Spiel 'State of Decay' nicht wie sonst üblich aus dem in Windows integrierten Microsoft Store heruntergeladen, sondern direkt von den Servern, die auch für die Spiele-Downloads auf der Xbox One zuständig sind. Außerdem verarbeitet der PC dafür das XVC-Dateiformat, das seinerzeit eigens für Xbox-One-Spiele eingeführt wurde. Dank neuer Treiber weiß Windows mit diesen Dateien nun etwas anzufangen – bis jetzt war das nicht so.

Anders ausgedrückt: Windows kann auf diesem Wege Spiele ausführen, die eigentlich für die Xbox One geschrieben wurden. Die Software muss dabei nicht eigens für den PC angepasst (portiert) werden, sondern kann nativ, eins zu eins von Windows ausgeführt werden. Ja, das wäre ein Riesending fürs PC-Gaming.

Theoretisch ist das Fest angerichtet – und praktisch?

Microsoft hat den PC und die Xbox One damit auf technischer Ebene zusammengeführt, während die Kompatibilität weiter feingeschliffen wird. Diese Öffnung des PCs für Xbox-One-Titel macht für alle Beteiligten Sinn: Microsoft stärkt sein Gaming-Ökosystem, Entwickler erreichen (offenbar ohne Mehraufwand) ein größeres Publikum und Spieler freuen sich über noch mehr Auswahl.

Ob oder wie Microsoft diese Möglichkeiten nutzen möchte, ist völlig offen.

Ob oder wie Microsoft diese neuen Möglichkeiten künftig nutzen möchte, ist hingegen völlig offen – der Software-Dino hüllt sich diesbezüglich noch in Schweigen. Werden alle bisher erschienenen Xbox-One-Spiele (also auch Kracher wie RDR2) für den PC verfügbar sein? Oder nur die ab Zeitpunkt X veröffentlichten? Werden die Plattformen auch im Multiplayer verbunden? Wird man Steuerung und Grafik frei konfigurieren können? Wird das Windows-Feature kostenlos nutzbar sein? Alles unklar.

Vor allem rechtlich dürfte ein vollständiger Support aller Xbox-One-Titel jedenfalls einige Mühe kosten, denn alte Verträge, Lizenzen und Genehmigungen müssten neu ausgehandelt und aktualisiert werden. Trotzdem bleiben wir optimistisch: Microsoft würde doch nicht all diesen Aufwand betreiben, um die Sache dann unter den Tisch fallen zu lassen… oder?!

Quelle: Thurrott, Windows Blog

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