Algorithmen als Gamedesigner der Zukunft

Neue Game-KI entwickelt Spiele am laufenden Band

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von Benjamin Krämer -

KIs die Spiele mitentwickeln sind spätestens seit Veröffentlichung von Bethesdas 'Skyrim' im Jahr 2011 ein fester Bestandteil der Spieleindustrie. Fortschritte in der KI-Forschung haben mittlerweile zu einem so hohen Expertenlevel unter den KIs geführt, dass neue Programme wie 'Angelina' zu wertvollen Kollegen menschlicher Game-Designer geworden sind.

Wenn wir an KIs in der Spieleproduktion denken, dann wohl an gängige Algorithmen, die eine Spielwelt automatisch mit passenden Requisiten füllen. Landschaft und Atmosphäre werden vorgegeben und die KI programmiert Dinge wie Bäume, Häuser, Tiere und so weiter selbstständig. Was wäre, wenn es eine KI gäbe, die Computerspiele von Beginn an ohne menschliche Hilfe erschafft? Es würde sicherlich die Entwicklungskosten senken. Aber wäre das Endergebnis auch kreativ und ansprechend genug? Um das herauszufinden hat Michael Cook, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Falmouth (England) 'Angelina' programmiert, eine KI, die experimentelle Spiele ausspuckt, und zwar am laufenden Band.

Was die Game-KI schon kann - und was noch nicht

Angelina hat seit ihrem ersten Code im Skyrim-Jahr 2011 bereits mehrere hundert Spiele programmiert, wurde dabei mehrfach in internationalen Wettbewerben ausgezeichnet und einige ihrer Grafiken sogar in der New Yorker Kunstausstellung präsentiert. Sie wird einfach nur gestartet und beginnt dann damit, sich ein Spiel mit eigenen Regeln und Leveln auszudenken. Dafür durchsucht sie das Internet und startet zum Beispiel anhand eines Bildes auf Wikimedia, bevor sie sich an Charakterentwicklung und Story setzt. Letzteres leitet sie übrigens vom aktuellen weltweiten Nachrichtengeschehen ab. Die Ergebnisse sind laut Cook noch nicht komplett rund, geben Game-Designern aber bereits viele kreative Ideen, auf die sie bisher noch nicht gekommen waren. In ihrer aktuellen Form ist Angelina also eine Art elektronische Kollegin, die jeden Morgen mit einer ganzen Palette neuer Ideen und Vorschläge aufwartet, die ein menschlicher Mitarbeiter dann in ein Produkt einfließen lassen kann. Das spart viel Zeit und Geld und könnte die Produktion von Videospielen auf Dauer deutlich günstiger machen. Ob dann auch die Preise im Laden fallen werden, darf allerdings bezweifelt werden.

Ein (englischsprachiges) Video mit vielen Infos zu Angelina findet ihr hier:

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