Blick hinter die Kulissen des Spiele-Entwicklers

Niantics neue Technologie lässt Pikachu lebensechter wirken als je zuvor

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Der Spiele- und AR-Entwickler 'Niantic Labs' hat mehrere Demos veröffentlicht, in denen er unter anderem am Beispiel von Pokémon Go aufzeigt, wohin uns Augmented-Reality zukünftig führen könnte. Neben ihrer neuen Plattform, die auch für Drittentwickler bereitgestellt werden soll, arbeitet die Firma auch an 'Advanced AR'.

Bereits zwei Sommer ist es her, als der 'Pokémon Go'-Hype auch hierzulande erstmalig Einzug hielt und man an so gut wie jeder Straßenecke ambitionierte Pokémon-Trainer beobachten konnte, die sich auf die Jagd nach den kleinen Taschenmonstern begaben. Eine Erfolgs-Story, von der auch der Spieleentwickler 'Niantic Labs' profitiert. Es ist der Mix aus einer Marke wie Pokémon und der Integration von Augmented-Reality-Funktionalitäten, der die Tür für die Weiterentwicklung von AR-Technologien weit aufstieß.

Nun möchte Niantic seine hauseigene 'Real World' Entwickler-Plattform auch einer "Handvoll" Drittanbietern zur Verfügung stellen, wie das Studio in einem Blog-Post ankündigte. Damit wir uns zukünftig über weitere innovative Spieleerlebnisse freuen dürfen, denn AR und Gaming – das erscheint weiterhin vielversprechend.

AR-Pokemon agieren clever auf sich verändernde Umwelt

Viel Interessanter als diese generelle Ankündigung sind jedoch die Details zu den neuen Entwicklungen im AR-Bereich und die Aussicht auf weitere Projekte, mit denen uns der Blog-Post versorgt. Dabei geht Niantic vor allem auf die bereits angesprochene 'Real World' AR-Plattform ein, die in der Zukunft wie ein Betriebssystem eine Brücke zwischen physischer und digitaler Welt herstellen soll.

Im Zusammenspiel aus Tiefenwahrnehmung, Objekterkennung und dem Verständnis von sich verändernden Zuständen, lässt das Spielestudio Pokémon in der Demo mit der Umwelt interagieren. Im Gegensatz zu den statisch wirkenden AR-Monstern aus Pokémon Go also digitale Wesen, die gekonnt echten Gegenständen und Personen ausweichen und sich im Sichtfeld der Kamera fortbewegen.

"Die Niantic Real World Plattform entwickelt sich zu einer kontextuellen Computervision, bei der AR-Objekte auf einzigartige Weise Objekte der realen Welt verstehen und mit ihnen interagieren - vor ihnen anhalten, an ihnen vorbeirennen oder vielleicht sogar hineinspringen." beschreibt der Blog-Post die Neuerungen.

Machine Learning trainiert die 'Advanced AR' Technologie

Doch wie fügen sich dreidimensionale Figuren wie ein Pikachu lebensecht in reale Orte wie einem Park mit Grünflächen oder einem belebten Marktplatz ein? Zumindest nicht ohne großen Aufwand, denn die Rechenleistung ist enorm, wie Niantic betont. Die Figuren müssten nicht nur verstehen, wie reale Objekte interpretiert werden müssen, sondern ebenso, wie diese miteinander in Beziehung stehen. Helfen sollen an dieser Stelle einmal mehr maschinelle Lerntechniken, die ein neuronales Netzwerk mit den Fähigkeiten auszustatten, Szenen dynamisch und in Echtzeit zu interpretieren.

Als Beispiel zeigt der Blog-Post ein GIF, auf dem der Computer-Vision-Algorithmus Objekte wie Stühle, einen Tisch und den TV an der Wand identifiziert und gleichzeitig AR-Elemente wie Pikachu oder eine Blume virtuell im Bild platziert. Je mehr Vergleichsobjekte dem Algorithmus zur Verfügung stehen, desto besser ist sein Verständnis für den Spielraum der Kreaturen.

Neben der Pokémon-Demo zeigt der Spieleentwickler im Zusammenhang mit "Niantic Conclusion" auch ein AR-Puzzle- und -Action-Spiele. Im Video zu 'Tonehenge' müssen mehrere Spieler im Multiplayer ein Rätsel lösen, indem sie Steinfiguren verschieben und zusammenarbeiten. Die Demo von 'Neon' zeigt hingegen eine Art Shooter, in dem sich die Spieler zunächst Munition zusammen sammeln müssen, um anschließend die Gegner zu beschießen.

Was haltet ihr vom frischen Blick hinter die Kulissen bei Niantic Labs? Der Erfolg scheint ihnen Recht zu geben, doch ist oder (besser gesagt) bleibt AR-Gaming weiterhin ein Massenmagnet?

Quellen: nianticlabs.com, theverge.com

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