"Wir wollen nicht gierig erscheinen"

Nintendo möchte weniger Micro-Transaktionen in Smartphone-Spielen

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von Julius Zunker -

Geld regiert die Welt, auch in der Spiele-Industrie. Viele Publisher versuchen begeisterten Spielern auf die ein oder andere Art Geld aus der Tasche zu ziehen. Microtransactions gelten dabei als probates Mittel. "Good Guy" Nintendo hält nun wohl schon seit einiger Zeit Vertragspartner für Smartphone-Spiele dazu an, es damit nicht zu übertreiben.

Microtransactions gelten als eines der größten Game-Übel. Publisher sehen darin die Möglichkeit, schnell Gewinn aus Veröffentlichungen zu schlagen. Spieler wiederum sehen sich um ihren Spielspaß gebracht. Um mitzuhalten oder überhaupt nennenswerten Fortschritt zu machen, müssen sie bares Geld in die Hand nehmen. Nur so können sie an besonders mächtige Charaktere, Waffen oder andere essentielle Dinge kommen. Erst kürzlich enttäuschte das Update von 'Red Dead Online' genau mit solchen Features.

Nintendo fürchtet in die Kritik zu geraten

Nintendo geht nun zu Teilen gegen solche In-Game-Zahlverfahren vor. Nicht, dass der japanische Game-Gigant Microtransactions komplett ausschließen würde, aber gemäß eines Artikels der Plattform 'Kotaku' (der sich auf einen Artikel aus dem 'Washington Journal' beruft) hält der Konzern Publisher dazu an, es mit In-Game-Zahlungen nicht zu übertreiben. Grund dafür scheint primär der Image-Erhalt der Japaner zu sein. Unter Berufung auf eine sehr gut mit Nintendos Geschäftsstrategie vertrauten Quelle wird die Aussage des Unternehmens folgendermaßen zusammengefasst: "Das Unternehmen ist besorgt in die Kritik zu geraten, sollte es in Smartphone-Games als gierig erscheinen."

Nintendo hat kein Interesse daran hohe Gewinne an einem einzelnen Smartphone-Spiel zu verdienen. Würden wir das Spiel alleine managen, würden wir viel mehr verdienen.

CyberAgent

'Kotaku' führt als konkretes Beispiel das RPG 'Dragalia Lost' an. In dem im vergangenen September erschienen Game von 'CyberAgent Inc.' müssen Spieler Charaktere und mächtige Drachen sammeln. Nach der Veröffentlichung wurde schnell klar, dass ohne reales Geld kein wirkliches Weiterkommen möglich ist. Spieler mussten klingende Münzen in einer Art Lotterie ausgeben, um Zugang zu seltenen Kämpfern zu erlangen. Nintendo fragte danach wohl beim Studio an, diesen Aspekt des Spiels besser auszubalancieren, so dass Gamer weniger Geld ausgeben müssen. Laut 'Kotaku' verhält sich das Spiel seit einem Update erstaunlich generös. Spieler erhalten ständig Zugang zur Lotterie mit einer In-Game-Währung oder werden mit Möglichkeiten zum Beschwören der begehrten Charaktere belohnt. Hohe Ausgaben sind seitdem nicht mehr nötig.

'CyberAgent' selber gab dazu an: "Nintendo hat kein Interesse daran, hohe Gewinne an einem einzelnen Smartphone-Spiel zu verdienen. Würden wir das Spiel alleine managen, würden wir viel mehr verdienen."

Freemium Games vs. Microtransactions

Auch wenn Nintendo seine Smartphone-Partner dazu anhält, es mit Microtransactions nicht zu übertreiben, verdienen sie dennoch gutes Geld damit. 'Kotaku' führt als Beispiel 'Super Mario Run' an. Das Game kostet in der Vollversion 10 US-Dollar. Als es 2016 erschien, erwirtschaftete es weitaus weniger als erwartet wurde. 'Fire Emblem Heroes', das dem oben angeführten 'Dragalia Lost' im Verdienstmodell nicht unähnlich ist, brachte im ersten Jahr fünf Mal so viel ein wie 'Super Mario Run'. Auch wenn Nintendo eigenen Aussagen zufolge das Super-Mario-Run-Modell bevorzugt, veröffentlichen sie weiterhin monetarisierte Freemium-Spiele. So wird das diesen Sommer erscheinende 'Doctor Mario World' zwar free-to-play sein, aber optionale In-App-Käufe bieten.

Quelle: kotaku.com

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