Retro-Konsole bleibt offline

PlayStation Classic: Nach 20 Spielen ist Schluss

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Die PlayStation Classic wird mit 20 Spielen ausgeliefert - und dabei bleibt's auch. Ähnlich wie die Retro-Konsolen von Nintendo wird sich Sonys Mini-Hardware nicht mit weiteren Games aufrüsten lassen. Auch eine Online-Anbindung schloss ein Sony-Sprecher aus.

Als Sony vergangene Woche ankündigte, noch vor Weihnachten die PlayStation als Retro-Konsole auf den Markt zu bringen, gab es für viele Fans kein Halten mehr - nahmen doch heute überaus beliebte Spielereihen auf Sonys grauem 32-Bit-Kasten einst ihren Anfang. Mit Details zur wahrscheinlich knapp 100 Euro teuren Minikonsole aber hielt sich der Elektronikriese zum Zeitpunkt der Ankündigung zurück. Immerhin etwas Licht ins Dunkel brachte ein Sprecher gegenüber 'IGN' am letzten Freitag - doch seine Erläuterungen dürften nicht jedem schmecken.

PlayStation Classic: Offline und mit 20 Games

Denn offenbar geht Sony mit der PlayStation Classic auf Nummer sicher. Anstatt sich von der Konkurrenz, insbesondere dem 'SNES Classic Mini', durch ungewöhnliche Entscheidungen abzuheben, macht Sony es lieber genauso wie alle anderen: Die 20 bereits vorinstallierten Spiele werden nicht erweiterbar sein und auch sonst sind keine zusätzlichen Inhalte geplant. Auch eine Online-Anbindung werde die Retro-Konsole nicht spendiert bekommen. Was ziemlich schade ist, gibt es mit 'PSN' doch längst eine entsprechende Infrastruktur.

Immerhin äußerte sich der Sprecher etwas konkreter hinsichtlich der 15 noch unbekannten Spiele, die auf der PlayStation Classic Platz finden werden: "Die 20 Launch-Titel wurden gemäß der Beliebtheit bei Fans der original PlayStation ausgewählt." Soll wohl heißen: Vorinstalliert sind die 20 meistverkauften PS1-Spiele. Es dürfte spannend werden zu beobachten, wie Sony sich mit dieser eher konservativen Vorgehensweise auf dem (anscheinend noch immer nicht übersättigten) Retro-Markt schlägt.

(@hardtboiled)
Zu jung für retro, zu alt um cool zu sein

Sonys Ansatz mit der PlayStation Classic hat aus meiner Sicht einen ziemlichen Haken: Die meisten Games aus der 32-Bit-Ära sind, im Gegensatz zu vielen auch heute noch recht charmanten 2D-Games aus der 16-Bit-Zeit, einfach unheimlich schlecht gealtert.

3D-Grafik steckte damals noch in den Kinderschuhen, was man den kantigen Polygon-Männchen und flimmernden Matschtexturen aus 'Tekken 3' und Co. mehr als deutlich ansieht. Salopp formuliert: Die 32-Bit-Epoche ist zu jung, um retro zu sein, gleichzeitig aber zu alt und hässlich, um auch heute noch Spaß zu machen.

Versteht mich nicht falsch: Mit der PlayStation wurde 1994 bisher weitestgehend unbekanntes Terrain betreten, was unheimlich wichtig für die gesamte Szene und damals sicherlich beeindruckend war. Ob das aber auch 25 Jahre später noch längerfristig zu begeistern weiß, darf bezweifelt werden.

Quelle: IGN

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