In-App-Verkäufe super lukrativ

So spielt Deutschland: Wir fahren ab auf Mobile-Games und Mikrotransaktionen

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Weder die PlayStation, die Xbox noch der PC ist des Deutschen liebste Spieleplattform. Es ist das Smartphone - das jedenfalls kann sich mit den meisten Spielerzahlen brüsten. Ein neuer Bericht des Branchenverbands 'game' zeigt das auf anschauliche Weise. Besonders bei den unter vielen Gamern umstrittenen In-App-Käufen schlagen die Deutschen zu.

Der Verband der deutschen Games-Branche 'game' hat seinen Prospekt für Investoren zum Spielestandort Deutschland anlässlich der Game Developers Conference (18. bis 22. März in San Francisco) auf den aktuellen Stand gebracht. Allerhand interessante Fakten über die hiesige Industrie enthält der 75 Seiten starke Guide über die Zukunftsbranche, die auch in Deutschland immer weiter wächst und inzwischen regelmäßig tolle Games veröffentlicht.

Im Trend beim Spieler: In-Game-Käufe

'Shadow Tactics' von den Münchnern 'Mimimi Productions' oder die Souls-Verbeugung 'The Surge' von 'Deck 13' (Frankfurt a. M.) sind nur zwei von vielen Spielen, die auch international abräumen konnten. Allerdings: Mit wertigen Vollpreisspielen wird bei uns schon lange nicht mehr der große Reibach gemacht. Was der Konsument auch in Deutschland will, scheint jetzt überdeutlich: In-App-Käufe, Mikrotransaktionen und Handy-Spiele.

Der deutsche Games-Markt wächst. Einer der hauptsächlichen Erfolgsfaktoren: In-Game-Käufe.

Quelle: (Screenshot / GfK Consumer Panel / App Annie)  game 

Der deutsche Games-Markt wächst. Einer der hauptsächlichen Erfolgsfaktoren: In-Game-Käufe.  

Quelle: (Screenshot / GfK Consumer Panel / App Annie)  game 

Fast doppelt so viel Umsatz wie mit dem klassischen Verkauf von Vollpreisspielen ist Anfang vergangenen Jahres mit In-Game-Käufen, Mikrotransaktion und DLCs erwirtschaftet worden. Aus Anbietersicht ist das eine logische Entwicklung: Content-Schnipsel, kosmetische Gegenstände, Spielwährung und dergleichen kosten einen Bruchteil der Entwicklungszeit eines eigenständigen Games, können aber trotzdem lukrativ verkauft werden. Denn trotz der vielen Kritik an Mikrotransaktionen - einer der Höhepunkte war der Shitstorm um Battlefront 2 vor einem Jahr - nehmen Gamer das Konzept offenbar bereitwillig an. Doch es gibt noch mehr Fakten, die PC- und Konsolenverfechtern wenig schmecken dürften: Die beliebteste Gamingplattform in Deutschland ist das Smartphone.

Das Smartphone ist der Deutschen beliebteste Spieleplattform.

Quelle: (Screenshot / GfK Consumer Panel)  game 

Das Smartphone ist der Deutschen beliebteste Spieleplattform.  

Quelle: (Screenshot / GfK Consumer Panel)  game 

Während der PC 2016 noch knapp vorne in der Gunst der Spieler lag, gab es ein Jahr später schon fast eine Million mehr Handygamer in Deutschland. Die mobile Gaming-Plattform wies zudem als einzige einen deutlichen Aufwärtstrend auf - die Konsole ist hingegen nur marginal beliebter geworden, die Zahl an PC-Gamern ist sogar leicht gesunken. Dies könnte bedeuten, dass das Handy nicht mehr nur als Ergänzung, sondern zum Teil schon als Ersatz herhält. Wie sehr sich gerade in diesem Sektor das Geschäft mit den In-App-Käufen lohnt, zeigt eine weitere Grafik aus dem Guide:

40 Prozent Wachstum trotz gleichbleibender App-Käufe: Das große Geld wird in Deutschland über In-App-Zahlungen gemacht.

Quelle: (Screenshot / App Annie)  game 

40 Prozent Wachstum trotz gleichbleibender App-Käufe: Das große Geld wird in Deutschland über In-App-Zahlungen gemacht.  

Quelle: (Screenshot / App Annie)  game 

App-Markt: 99 Prozent des Umsatzes erst nach der Installation

Gerade mal einen Prozent machte der Verkauf von Spiele-Apps 2018 noch vom Gesamtumsatz am Spielemarkt aus, 99 Prozent wird über Verkäufe innerhalb der Apps generiert - also zum Beispiel mit Währungen, Buffs, kosmetischen Gegenstände und so weiter. Dazu mag man stehen, wie man will. Wünschen würden wir uns allerdings, dass sich Firmen im Lichte dieser Zahlen nicht von Investitionen in Studios abschrecken lassen, die, wie etwa die oben genannten aus München und Frankfurt, eben eher auf das "Modell Vollpreisspiel" setzen. Den gesamten englischsprachigen Bericht stellt der Interessenverband übrigens gratis zur Verfügung. Herunterladen könnt ihr das PDF auf der Webseite vom 'game'.

Hier erfährst du mehr über: Mobile Gaming

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