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Österreichische Studie

Spieler in der Datenfalle: Wie gläsern sind wir beim Gaming?

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Für den Autor der Studie 'Privatsphäre in Online-Spielen' wird das Thema Datenschutz in der Spieleindustrie noch immer viel zu stiefmütterlich behandelt. Besonders große Spiele-Plattformen wie Steam versteckten sich laut der Studie hinter nicht immer eindeutigen Klauseln. Wo und wie die teils sehr detaillierten Nutzerprofile letztendlich verwertet werden, sei unklar.

Wer Videospiele spielt, der tut dies kaum noch allein. Dank Online-Funktionen kann sich jeder in kürzester Zeit Mitspieler suchen oder sich diese einfach zuweisen lassen. Spielt man doch allein, streamt man seine Session stattdessen über Portale wie 'Twitch'. Und wenn schon Freunde oder Streamer nicht zuschauen, dann sind zumindest Hersteller und andere Dritte an Bord, die aus euren Daten bares Geld machen wollen. Das jedenfalls kritisiert eine aktuelle Studie der österreichischen Arbeitnehmer-Interessenvertretung 'Arbeiterkammer'.

Datenfluss beim Gaming bleibt im Dunklen

Die in den Medien oft so bezeichnete Spieleindustrie ist eine professionell betriebene Maschine, die den Menschen Unterhaltung gegen Geld und Daten bietet.

J. Krieger-Lamina, Privatsphäre in Online-Spielen

"Online-Spiele sind eine Goldgrube für Datensammler“, sagt Gabriele Zgubic, eine Konsumentenschützerin der Kammer. Spieler müssten sich bewusst werden, dass sie beim Spielen Spuren hinterlassen. Rechtskonforme Einwilligungen zur Datennutzung, so die Konsumentenschützerin weiter, würden von Spielern nur selten eingeholt.

Stattdessen bliebe es verborgen, wo Daten hinfließen und zu welchem Zweck sie weiterverarbeitet werden. "Daher sind gesetzliche Schutzregeln und Kontrollen nötig", fordert sie. Besonders mit dem Online-Zwang von Anbietern wie 'Steam' geht der Autor der Studie hart ins Gericht. Die Plattform wisse, "wann gespielt wird, was, wie oft, mit welchem Erfolg, mit wem, auf welcher Hardware." Auch kritisieren sie die Kaufempfehlungen, die Spieler zudem bewerten können. Welche Daten dafür genau ausgewertet würden, sei unklar.

Schärfere Kontrollen auch für Mobile Games gefordert

Auch Mobile Games nimmt der Autor der Studie Jaro Krieger-Lamina ins Visier. Besonders das Augmented-Reality-Game 'Pokémon GO' sei vor genanntem Hintergrund mit Vorsicht zu genießen. "Aus Datenschutzsicht sind derartige Spiele problematisch, weil sie ständig die genauen Ortsdaten benötigen. Daraus resultieren minutiöse Bewegungsprofile der Nutzer", warnt der Autor.

Er fordert daher, auch zum Schutz von minderjährigen Spielern, schärfere Kontrollen und Vorgaben der EU-Datenschutzbehörden. Besonders unverständlich formulierte Datenverwendungsklauseln sollten zudem generell als unzulässig erklärt werden. Auch Hersteller sieht er in der Pflicht, proaktiv über deren Datennutzung zu informieren. Bis es dazu kommt, solle jeder mit seinen persönlichen Angaben so knauserig wie möglich umgehen und Spiele meiden, die besonders viel Einsicht in die Privatsphäre vom Nutzer verlangen - etwa Telefonnummern oder die Verknüpfung von Social-Media-Profilen.

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