digitale Themen, leicht verständlich.

Free-to-play fällt durch

Stiftung Warentest: Vernichtendes Urteil für Smartphone-Games

Geschätzte Lesezeit: ca. 1 Minute

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Stiftung Warentest hat die 50 erfolgreichsten Free-to-Play Titel für iOS und Android getestet - und lässt kein gutes Haar an den beliebten Games. Besonders der Kinder- und Datenschutz sei bei fast allen Spielen unzureichend.

In der heute erscheinenden Ausgabe von 'Stiftung Warentest' nehmen sich die Redakteure des Produkttest-Magazins eine äußerst beliebte Variante von Games für Smartphones und Tablets zur Brust: Die sogenannten 'Free-to-Play'-Games, die kostenlos spielbar sind, aber sich meist mit In-App-Käufen, eingeblendeter Werbung und Datenweitergabe finanzieren. Laut den Produkttestern machen diese Art von Spielen einen Löwenanteil des Umsatzes bei den Mobile-Games aus: Von den 410 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2016 würden nur 17 Millionen Euro tatsächlich durch Käufe der Spiele erzielt.

"Etliche Apps kontaktieren mehrere Werbenetz­werke zugleich, teil­weise schon beim ersten Start."

Stiftung Warentest

Beim Test der 50 umsatzstärksten Games - unter anderen Pokémon GO und Candy Crush - kommt das Magazin zu einem desaströsen Ergebnis: Nur vier Spiele seien in Sachen Datenschutz unbedenklich, lediglich eine von 50 schütze Kinder und Jugendliche angemessen vor meist anonymen Mitspielern.

Kinder werden zu In-App-Käufen verleitet

Auch nervten 19 der getesteten Spiele mit Werbung, die nicht ausreichend als solche gekennzeichnet sei. Stiftung Warentest empfiehlt Eltern an dieser Stelle dringend, die Jugendschutzfunktionen auf den Geräten ihrer Kinder zu aktivieren.

Weiterhin kritisieren die Autoren das unter vielen Nutzern ohnehin umstrittene 'Pay-to-Win'-Design einiger Games: "Viele Apps sind so programmiert, dass Spieler zunächst in kurzer Zeit große Fortschritte erzielen, dann aber ohne zusätzliches Spielgeld oder neue virtuelle Rohstoffe bisweilen stagnieren", so die Tester. Dies zwinge Spieler indirekt dazu, echtes Geld für Spiel-Fortschritt auszugeben. Die Bezeichnung 'Free-To-Play' sei in diesen Fällen irreführend, Kosten und Nutzen von Einkäufen in Apps seien oft ausgesprochen "intransparent."

Hier erfährst du mehr über: Mobile Gaming

Sag uns deine Meinung!