Ihr zieht's einfach nicht durch

Super Finale, niemand sieht's: Games werden kaum noch durchgespielt

Geschätzte Lesezeit: ca. 3 Minuten

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Während sich der Hype auf bevorstehende Veröffentlichungen von Spielen nicht selten ins unendliche steigert, sehen überraschend viele Gamer nach dem Kauf niemals das Ende eines Titels. Die Gründe dafür sind vielfältig - gerade Open-World-Titel wie 'Red Dead Redemption 2' oder 'Assassins Creed Odyssey' sorgen für reichlich Zerstreuung abseits der Hauptmission.

Wer von euch besitzt eine Playstation 4 und hat 'Red Dead Redemption 2' zu Ende gezockt? Oder Marvel's 'Spider-Man', oder 'God of War', oder 'Far Cry 5', oder… um nur einige aktuelle Games dieser Konsolengeneration zu nennen.

Soviel sei vorweg genommen: Es können nicht allzu viele von euch gewesen sein. Am Beispiel von 'RDR2' sind es gerade mal 22 Prozent, die es seit Release vor rund drei Monaten zu den Credits des Western-Shooters geschafft haben. Kaum zu glauben, oder? Bei so einem lang herbeigesehnten und opulenten Open-World-Titel sollte man doch annehmen, dass es mehr Personen interessiert, wie die Reise von Arthur Morgan endet. Dabei sieht es bei so gut wie allen weiteren Titeln nicht viel besser aus, wie die Webseite 'Game Revolution' aufzeigt.

Detroit: Become Human beenden die Meisten

Die Seite hat einen Blick auf 12 Blockbuster-Titel geworfen und sich anhand dessen die Frage gestellt, wie es um das Durchhaltevermögen der spielenden Zunft bestellt ist. Vor allem Open-World-Titel wie Red Dead Redemption 2, Assassins Creed Odyssey oder Spider-Man - in denen man stundenlang durch die Map reitet, Türme erklimmt oder sich mit Spinnenfäden durch Häuserschluchten hangelt, ohne auch nur einen Prozentpunkt an Spielfortschritt zu erzielen - hadern mit niedrigen Abschlussquoten.

Crash Bandicoot wäre nicht erneut so erfolgreich, wenn es uns nicht manchmal zur Verzweiflung treiben würde.

Doch auch linearere Titel wie 'God of War' - das mit seiner 53,6 Prozent-Quote noch gut darsteht - kommen längst nicht an Prozentzahlen nahe der 100 ran. Von den Spielern, die sich die Neuauflage von 'Crash Bandicoot' leisteten, schlossen gerade mal 12,6 Prozent das Spiel ab - mutmaßlich durch den anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad.

Die höchste Abschlussquote in diesem Vergleich erreicht mit 'Detroit: Become Human' wohl das cineastischste Game. Zahlreiche Wege und Entscheidungen fesseln unter Umständen mehr, geben aber auch im Vergleich zu Open-World-Titeln nicht so viel Spielraum zum Erkunden, weshalb der Vergleich hinkt.

RDR2 zu lang? Crash Bandicoot zu schwer?

Doch welche Schlüsse lassen sich aus diesen Erkenntnissen ziehen? Ist ein prozentual häufiger durchgespielter Titel nun wertiger als Titel wie beispielsweise 'Crash Bandicoot'? Sollte diese Erkenntnis Spiele-Entwickler eher davon abschrecken, den Schwierigkeitsgrad zu hoch anzusetzen und warum geben sich die Drehbuchschreiber solch opulenter Open-World-Titel überhaupt noch solche Mühe, wenn doch eh nur ein Bruchteil der Gamer die Credits erreicht?

Unterm Strich lässt sich anhand dieser statistischen Zahlen aus unserer Sicht wenig bis kaum etwas ableiten. Mitunter können sich Open-World-Titel ziehen wie ein ausgelutschtes Kaugummi, aber diese Freiheit ist (in der Regel) auch gewollt und wird nicht ohne Grund von der Fan-Base honoriert.

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Linear gehaltene Spiele wie 'God of War' werden nicht besser, wenn man Story und Hintergründe künstlich in die Länge zieht und Crash Bandicoot wäre nicht ein weiteres Mal so erfolgreich, wenn es uns nicht manchmal zur Verzweiflung treiben würde. Dennoch: Mit diesen Statistiken müssen sich auch Spieleentwickler auseinandersetzen. Schließlich sitzen dort riesige Teams und Autoren, deren Anspruch es sein sollte, dass Gamer das Grande Finale miterleben. Ein Romanautor kann schließlich auch nicht zufrieden sein, wenn nach 100 Seiten das Buch zugeklappt wird.

Das Ergebnis hätten wir in dieser Form jedenfalls nicht erwartet - und das, obwohl ich die meisten Games in der Regel selbst nicht bis zum bitteren Ende durchspiele. Nachfolgend listen wir euch die 12 Titel samt Prozentangaben auf, die sich 'Game Revolution' zur Brust genommen hat.

  • Red Dead Redemption 2: 22 %
  • Marvels Spider-Man: 50.3 %
  • Detroit: Become Human: 61.7%
  • God of War: 53.6%
  • Marvel’s Spider-Man: 50.3%
  • Yakuza Kiwami 2: 49.1%
  • Uncharted 4: A Thief’s End: 41.7%
  • Darksiders 3: 37.9%
  • Far Cry 5: 35.8%
  • Persona 5: 34.8%
  • Assassin’s Creed Odyssey: 24.6%
  • Dead Cells: 15%
  • Crash Bandicoot: 12.6%

Quelle: gamerevolution.com

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1 Kommentar
Koch Werner

AC-Odyssey - 100% , The Witcher 3, Uncharted 4 und viele andere komplett durch gespielt . Aber wenn Rockstar denkt es soll nur englisch sein? Nein Danke, ich werde nicht ständig Untertitel lesen. Und Nein, wir hatten in der Schule kein Englisch. Wir mussten italienisch lernen und mit meinem Englisch kann ich zwar irgendwo hin und mich auch ein wenig unterhalten, aber das war's. Hab's gekauft .. und nun steht es im Regal .. wo es auch bleibt. Wenn sie wenigstens eine deutsche Sprachausgabe bringen würden .. wäre auch bereit dafür etwas zu zahlen . Aber so ist es das absolute Unding.