Von den Machern von Skyrim

The Elder Scrolls: Blades – Early Access des Mobile RPGs könnte Fans enttäuschen

Geschätzte Lesezeit: ca. 4 Minuten

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von Michael Springer -

'The Elder Scrolls: Blades', das neue Mobile-Rollenspiel der Skyrim-Macher, kann ab sofort im Early Access gezockt werden. Entwickler Bethesda hatte im Vorfeld ein riesiges First-Person-RPG mit Grafik auf Konsolenniveau versprochen – und obwohl die Optik stimmt, dürften sich Fans der Serie wohl doch mehr vom Spiel erhofft haben.

Die US-amerikanische Spieleschmiede Bethesda gehört zu den Schwergewichten der Gaming-Industrie. Mit legendären Reihen wie 'The Elder Scrolls', 'Fallout', 'Doom' und 'Wolfenstein' hat der Publisher und Entwickler weltbekannte Marken im Angebot. Wenn ein solch renommiertes Studio einen neuen Titel veröffentlicht, sind die Erwartungen der Fans also verständlicherweise ziemlich hoch.

Genauso verhielt es sich jedenfalls auch beim Mobile-Rollenspiel 'The Elder Scrolls: Blades', das ab sofort kostenlos im Early Access für Android und iOS zur Verfügung steht: Nach Bethesdas Ankündigung durfte man auf einen neuen Stern am Mobile-RPG-Himmel hoffen. Doch nun, da die nächste Elder-Scrolls-Katze aus dem Sack ist, könnten eingefleischte Anhänger der Reihe enttäuscht sein.

The Elder Scrolls: Blades – Schöne Optik auf abgesteckten Wegen

Auf den ersten Blick bringt The Elder Scrolls: Blades fast alle Zutaten mit, die ein episches Rollenspiel an Bord haben muss: Der Spieler darf sich einen Charakter frei nach seinen Vorstellungen zusammenschustern und mit diesem in Dungeons und Ruinen dann auf die Jagd nach Schätzen und Erfahrungspunkten gehen. Stück für Stück steigt er so im Level auf, schaltet neue Fähigkeiten frei, erledigt verschiedene Quests und avanciert zum Helden der Fantasy-Welt. Aber in The Elder Scrolls: Blades kann dieses epische Abenteuer schnell ins Stocken geraten, denn Bethesda spielt dort die Klischee-Klaviatur des Free-to-Play Mobile Gaming einmal von unten nach oben durch.

In puncto Grafik macht der Titel noch fast alles richtig: Für ein Mobile-Game sieht The Elder Scrolls: Blades super aus, auch die Performance stimmt. Die Optik und die Gestaltung erinnern zwar an Skyrim, aber das ist ja nicht per se verkehrt. Beim Gameplay sieht das schon anders aus: Wer gedacht hat, ihm stünde eine neue, riesige Welt zum Erkunden bereit, der wird schon schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Gespielt wird in linearen Schlauch-Levels.

Denn gespielt wird in linearen Schlauch-Levels, in die der Spieler schlicht teleportiert wird, nachdem er entsprechende Quests in der Stadt angenommen hat. Ein blauer "Lichtfaden" zeigt in den Dungeons und Ruinen an, in welcher Richtung es weitergeht, wo sich das Questziel befindet – ein Gefühl von Abenteuer mag sich dabei nicht recht einstellen. Natürlich muss hier die technische Limitierung mobiler Geräte berücksichtigt werden, die die Umsetzung einer wirklichen offenen Welt kaum zulässt.

Ambitionierte Spieler brauchen Geduld: Mehr Beute, mehr Timer

Doch was das Rollenspieler-Herz nur schwer verzeihen kann, sind die zahllosen Timer und Begrenzungen, mit denen Bethesda den Spielfortschritt verbarrikadiert. Erbeutet der Spieler etwa eine gewöhnliche Kiste, muss er fünf Sekunden warten, bis er sie öffnen darf. Dafür gibt es im Regelfall aber auch nur einfachste Gegenstände als Belohnung. Schon die nächsthöhere Kistenstufe verlangt eine Wartezeit von knüppeldicken drei Stunden – es sei denn natürlich, der Spieler legt bestimmte Edelsteine auf den Tisch, dann darf er die Truhe sofort öffnen. Diese Edelsteine lassen sich nur sehr mühsam erspielen oder, wer hätte das gedacht, im Ingame-Shop für Echtgeld kaufen.

Loot in The Elder Scrolls Blades

Erinnert ihr euch an die fantastischen Abenteuer, bei denen ihr legendäre Schätze einfach gekauft habt? Wir auch nicht.

(Screenshot)  Bethesda via Imgur 

Loot in The Elder Scrolls Blades

The Elder Scrolls: Blade führt den F2P-Ansatz etwas zu weit: Das Spiel ist gespickt mit Wartezeiten und Zahlschranken.

(Screenshot)  Bethesda via Imgur 

Loot in The Elder Scrolls Blades

Erinnert ihr euch an die fantastischen Abenteuer, bei denen ihr legendäre Schätze einfach gekauft habt? Wir auch nicht.

(Screenshot)  Bethesda via Imgur 

Loot in The Elder Scrolls Blades

The Elder Scrolls: Blade führt den F2P-Ansatz etwas zu weit: Das Spiel ist gespickt mit Wartezeiten und Zahlschranken.

(Screenshot)  Bethesda via Imgur 

Leider ist das noch nicht alles. Wer in den Levels die mehr oder weniger versteckten geheimen Areale entdeckt, darf sich über zusätzliche Truhen freuen. Und über zusätzliche Timer. Weil die Zahl der ungeöffneten Kisten, die ein Spieler horten darf, begrenzt ist, kommt es schnell zum Dilemma: Entweder irgendwie die verschlossenen Truhen geöffnet bekommen und somit Raum für neue Beute schaffen – oder stundenlang warten. Denn niemand begibt sich auf Beutezug, wenn er überhaupt keine Beute mehr tragen kann.

Nur die geduldigsten Krieger dürften sich ihren Abenteuermut bewahren können.

Dieses Prinzip findet sich in fast allen Spielbereichen: Quests haben Timer, Herausforderungen haben Timer, der Stadtausbau hat Timer. So dürften sich nur die geduldigsten Krieger ihren Abenteuermut bewahren können. Das ist schade, denn auch wenn die Story etwas dünn daherkommt, machen Optik und Kampfsystem durchaus Lust auf mehr. Sogar ein PvP-System befindet sich in Planung.

Natürlich muss man bei all dem berücksichtigen, dass sich The Elder Scrolls: Blades noch in der Testphase befindet. Wer sich selbst in das neue Mobile-RPG stürzen möchte, benötigt einen Bethesda-Account und die entsprechende App für Android oder iOS.

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1 Kommentar
William86

Also ich bin leider sehr enttäuscht, hatte deutlich mehr erwartet. Die Grafik ist ganz ok, aber nicht überragend, was daran hängen dürfte dass es auf jedem Smartphone laufen soll. Mein Note 9 hätte aber deutlich mehr geschafft. Das die Levels so schlauchig (Wald) sind oder einfach mehrere Kellerräume aneinander (Dungeons) ist auch schade. So macht das keinen Spaß, einfach immer nur das selbe: Quest im Menü starten, in den Dungeon teleportiert werden, genug Gegner killen (oder Leute befreien), fertig. Bereits nach kurze Zeit langweilig. Auch "besondere" Quest sind da keine Ausnahme, manchmal gibt es einen Boss, der aber auch einfach nur ein etwas härterer Gegner ist. Mich hat es ca 15 min motiviert, dann war die Luft eigentlich raus, aber ich habe in der Hoffnung das da noch mehr kommt weitergespielt. Tat es aber leider nicht. Nun zum wirklich nervigen Teil des Spiels: Warten oder zahlen. Die Truhen zu öffnen dauert Stunden oder sehr viele teure Edelsteine. Die kann man zwar auch erspielen, aber nur sehr mühsam und langsam. Wenn ich z.B. eine (eigentlich schlechte) Silbertruhe öffnen will, dauert das 3 Stunden, und in der Zeit kann ich auch keine (noch schlechteren) Holztruhen öffnen, die eigentlich nur ein paar Sekunden zum öffnen dauern, sondern das kostet dann Edelsteine. Noch dazu kann man sich die Holztruhen eigentlich sparen, ist sowieso nur Mist drin, die sind wahrscheinlich nur dazu gedacht die knappen Truhenplätze vollzustopfen, damit man mehr Truhenplätze (gegen Edelsteine) kauft. Nicht nur bei den Truhen ist das sehr ärgerlich, sondern auch beim Stadtausbau. Der ist zwingend nötig, um an bessere Quests usw. zu kommen, dazu muss man aber Häuser bauen, die teure Rohstoffe kosten (die man oft nicht ausreichend findet, und deswegen gegen Edelsteine aufgestockt werden müssen...) und wieder mind. 3 Stunden dauern. Außer, man verkürzt die Zeit wieder mit, wer hätte es gedacht, einem Haufen Edelsteinen. Also mit sehr viel gutem Willen gebe ich 2 von 5 Sternen.