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Die besten Games von damals

Videospiele, die unsere Kindheit prägten: Netz.de im Nostalgie-Rausch

Geschätzte Lesezeit: ca. 10 Minuten

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Die besten Momente im Leben erlebt man ja bekanntlich in jungen Jahren im Zusammenhang mit Videospielen. Die Netz-de-Redaktion hat mal in der Mottenkiste gekramt und einige ziemlich skurrile Erinnerungen an ihre Lieblingsgames hervorgekramt. Also: Rosarote Brille aufgesetzt und Feuer frei!

Achterbahn fahren und Mama zieht den Stecker

Uff, Lieblingsspiel der Kindheit. Riesenthema – da kommen viele Anwärter in Frage. Es tut mir leid für die Verlierer, aber ich muss mich ja entscheiden. Ich sage: 'RollerCoaster Tycoon', der erste Teil. Einen Freizeitpark eröffnen, eigene Achterbahnen von Grund auf designen und alles so gestalten, wie es einem gefällt – geht's besser?!

Michael von Netz.de

Baut gerne Achterbahnen und wischt Kotze weg: Michael  

Quelle: (Netz.de / Sebastian Hardt) 

Michael von Netz.de

Baut gerne Achterbahnen und wischt Kotze weg: Michael  

Quelle: (Netz.de / Sebastian Hardt) 

In das Spiel habe ich Stunde um Stunde versenkt. So viele, dass es zum Showdown kam: Die Familie saß draußen beim Grillen, ich saß drinnen an der nächsten Runde 'Forest Frontiers', immer auf der Suche nach dem besten Freizeitpark der Welt. Irgendwann fand meine Mutter das gar nicht mehr witzig. Es fiel der Satz, der fallen musste. Viele von euch werden sich an ihn erinnern: "Du machst jetzt aus oder ich zieh' den Stecker." Ich weiß nicht, ob sich Mütter weltweit insgeheim auf diese Drohung verständigt haben – auf jeden Fall hat sie funktioniert. Ich lenkte ein: "Nur noch kurz speichern."

'RollerCoaster Tycoon' stellt dem Spieler verschiedene Aufgaben: Bis zum Ende des zweiten Jahres muss der Park mindestens eine Wertung von 600 erreichen, mehr als 750 Besucher sollen vor Ort sein. Als Kind war mir das egal – ich wollte einfach nur meinen Park bauen. Und wenn der Feinschliff einer Achterbahn zwei Stunden beanspruchte, dann war das eben so. Mein Finanzmanagement orientierte sich oft am Prinzip Hoffnung: Den größtmöglichen Kredit aufnehmen und die Hälfte davon direkt in die nächste Achterbahn pumpen. Wird schon funktionieren. Dass die Zinsen bald für böse rote Zahlen sorgten, wird niemanden überraschen.

Epochenkriege auf dem Beifahrersessel

Dennie von Netz.de

Lässt Imperien lieber von Verwandten leiten: Dennie.  

Quelle: (Netz.de / Sebastian Hardt) 

Dennie von Netz.de

Lässt Imperien lieber von Verwandten leiten: Dennie.  

Quelle: (Netz.de / Sebastian Hardt) 

Wo soll ich anfangen… 'Dungeon Keeper', 'Sonic the Hedgehog', 'Abe's Odyssey' oder doch 'Dino Crisis'? Jeder dieser Titel löst eine ganze Reihe emotionaler Flashbacks aus - Achterbahnfahrten aus tollen Momenten, in denen sich Frust und Erfolgserlebnis abwechselnd die Klinke in die Hand drücken. Mit diesen und dutzenden weiteren Games verbinde ich unzählige Stunden an Spielspaß. Doch letztendlich entscheide ich mich für 'Age of Empires' und das aus einem ganz simplen Grund: Das Echtzeit-Strategiespiel hat nicht nur mich gepackt, sondern auch meinen Vater.

Alleine konnte ich stundenlang PS1-Spiele zocken. Oder ich habe mich mit Kumpels eingeschlossen und rote Panzer auf die gegnerischen Karts von Mario, Toad und Bowser abgefeuert. Doch bei Age of Empires habe ich nicht nur selbst glorreiche Schlachten geschlagen, sondern komplette Wochenenden damit verbracht, meinem Dad über die Schultern zu schauen – die Geburtsstunde der 'Let's Plays'?!

Obwohl mich mein Dad erst mit dem Gaming-Fieber "ansteckte", war er selbst nie wirklich Teil des Hypes - nach Age of Empires blieb plötzlich die Zeit stehen. Doch wenn er die Zeit findet, zockt er heute noch. Das ist einfach bei mir hängen geblieben.

Zerg-Scharmützel in Schlumpfhausen

Cliffguards an der zweiten Exe. Durch den Choke pushen du Chobo!

Lieblingsspiel aus der Kindheit – was für eine einfache Frage. Zumindest dann, wenn man Starcraft 1 und besonders 'Starcraft: Broodwar' so intensiv durchgesuchtet hat wie ich. Nach Läuten der Schulklingel hatte ich direkt mein erstes Workout, weil ich nach Hause rennen musste um den Computer anzuschmeißen. Starcraft: Broodwar rein und ab in die Multiplayerschlachten. Bald folgten Clanmitgliedschaften und Spiele gegen spätere Esportgrößen wie Templars of Twilight.

Benjamin von Netz.de

Switcht gegen Massmuta stets auf MMF: Benjamin.  

Quelle: (Sebastian Hardt) 

Benjamin von Netz.de

Switcht gegen Massmuta stets auf MMF: Benjamin.  

Quelle: (Sebastian Hardt) 

Extra Ansporn (und Beginn des Niedergangs) waren ernsthafte Profiambitionen, nachdem ich mich mit Spielern wie Mondragon gemessen hatte und mich halbwegs behaupten konnte. Es folgten Sponsorings und Meisterschaftsspiele in der 1. BWCL – so etwas wie der damaligen Starcraft Bundesliga. Die Komplexität, herausragende Balance bei drei unterschiedlichen Fraktionen und die ganz eigene Kultur der Szene hatten mich fest in ihren Bann gezogen. "Cliffguards an der zweiten Exe. Durch den Choke pushen du Chobo! Switch auf MMF gegen Massmuta" – das war kein Kauderwelsch, sondern normaler Teamspeak-Sprech und Musik in meinen Ohren.

Doch nicht nur der extrem kompetitive Multiplayer-Part dieser RTS-Legende war in meinen Augen wegweisend. Auch die Kampagne, die storygetriebene Handlung mit ihren verblüffenden Zwischensequenzen und dem abwechslungsreichen Missionsdesign haben das Genre der Echtzeitstrategie für immer geprägt, mehr noch als Warcraft 1. Umso glücklicher war ich, als Blizzard mit den drei Starcraft 2 Teilen einen würdigen Abschluss der Serie hinlegen konnte. Obwohl ich das selbst nicht mehr auf Profilevel spielen kann, sitze ich noch immer häufig vor Twitch TV und folge den Livestreams meiner Lieblingsspieler.

Wegen der Eichhörnchen bis zum Ende durchgeschlumpft

Im Vergleich zu meinen Kollegen fällt meine Videospiel-Karriere wesentlich kürzer aus, denn sie beschränkt sich im Wesentlichen auf Games, die auf dem Super Nintendo oder auf dem GameBoy liefen. Wobei anzumerken ist, dass ich mir immerhin auch diese klobige Kombination aus Lupe und Lampe besorgt habe, die man auf den GameBoy aufstecken konnte. Immerhin!

Sandra von Netz.de

Findet Papa Schlumpf viel besser als Links Strumpfhosen: Sandra.  

Quelle: (Netz.de / Sebastian Hardt) 

Sandra von Netz.de

Findet Papa Schlumpf viel besser als Links Strumpfhosen: Sandra.  

Quelle: (Netz.de / Sebastian Hardt) 

Der Super Nintendo war allein deswegen schon ein Knaller für mich, weil ich nie nie nie damit gerechnet hätte, ihn tatsächlich zum Geburtstag zu bekommen. Da die Beschlagnahmung des Stuben-Fernsehers nicht so gerne gesehen war, spielte ich in meinem Zimmer auf meinem Mini-TV. Besonders hoch im kurz standen bei mir 'Die Schlümpfe' Die fröhliche Hintergrundmusik und die niedlichen Figuren waren wohl ausschlaggebend für meine Wahl. Außerdem sind die Eichhörnchen in den Bäumen sooo süß – auch wenn sie den Spieler mit Eicheln bewerfen. Eins der wenigen Videospiele, die ich wirklich bis zum Ende durchgespielt habe.

Mir gefallen heute noch die Spiele am besten, bei denen man erkennen kann, was die Figuren darstellen sollen. Deswegen war Zelda auch nie eine Option, da erkannte man doch kaum was, wenn der Fraggle mit seiner grünen Strumpfhose da herumtingelt.

PewPewPew

Als Kind spielte ich viele Adventures und RPGs auf dem SNES. Dazu gehörten 'Lufia', 'Teranigma', selbstverständlich 'Secret of Mana' und viele andere. So richtig für ein Spiel gebrannt habe ich aber erst, als ich das erste Mal auf LAN-Party war und die Beta-Version von 'Counter Strike' die Rechner zum Glühen brachte. Meinen damaligen Rechner überforderte der Shooter heillos – aber das war mir damals egal.

Dennis von Netz.de

10.000 Stunden lang besser als die ganzen Kids: Dennis  

Quelle: (Netz.de / Sebastian Hardt) 

Dennis von Netz.de

10.000 Stunden lang besser als die ganzen Kids: Dennis  

Quelle: (Netz.de / Sebastian Hardt) 

Würde ich mir heute, 18 Jahre nach diesem einschneidenden Erlebnis, bei meinen ersten Gehversuchen mit 'cs_assault' zuschauen, dann würde ich mich für meine lausige Performance in Grund und Boden schämen. Trotzdem: Counter Strike ist und bleibt DAS Spiel meiner Jugend. Gut, dass Steam damals nicht schon die gespielte Zeit aufgezeichnet hat, denn da stünden heute sicher 10.000 Stunden. Wenn nicht sogar mehr.

Durch Counter Strike habe ich viele Freunde kennengelernt, mit denen ich heute noch befreundet bin. Und zusammen spielen wir es immer noch. Zwar keine 30 - 40 Stunden pro Woche und auch nicht mehr die Version 1.6, aber 'CS:GO' macht mir mindestens genau so viel Spaß - und ich glaube, ich kann auch heute noch ganz gut mit den ganzen Kids mithalten.

Mich reizt an dem Spiel, dass man sich immer weiter verbessern kann und keine Runde der anderen gleicht. Und das Beste: In Sachen Teamplay und Taktik macht dem Game kaum ein Konkurrent etwas vor. Wer mit seinem Team nicht kommuniziert, hat schon verloren. Ganz werde ich wohl nie von Counterstrike loskommen. Selbst wenn ich es nicht mehr aktiv spiele, werde ich wohl noch lange Zeit regelmäßig die Turniere auf Twitch verfolgen und mit meinen Lieblingsteams mitfiebern. Go Big or go home!

Beuteldachs und blaue Augen

Kisten und Kristalle aus allen drei Teilen

Als ich klein war, hatten wir zu Hause als allererste Konsole die Playstation 1 mit einigen Spielen zur Auswahl. Ganz besonders hängen geblieben bin ich aber an 'Crash Bandicoot' – zumindest an Teil 1 und 3, denn aus irgendeinem Grund fehlte uns 'Cortex Strikes Back'. Es hat mir damals schon ziemlich viel Spaß gemacht, mit meinem Bruder, Freundinnen oder ab und zu auch alleine durch die vielen Level zu rennen und zu versuchen, immer ein Stück weiter zu kommen. Wobei es nicht immer ganz einfach war, auch alle Kisten und Kristalle zu erwischen.

Jana von Netz.de

Scheitert erfolgreich dank gutem Levelgedächtnis: Jana.  

Quelle: (Netz.de / Sebastian Hardt) 

Jana von Netz.de

Scheitert erfolgreich dank gutem Levelgedächtnis: Jana.  

Quelle: (Netz.de / Sebastian Hardt) 

Als dann dieses Jahr das Crash Bandicoot Remake für die PS4 herauskam, war für meinen Bruder und mich sofort klar, dass wir uns das Spiel kaufen müssen. Das Beste daran: Alle drei Crash Bandicoot Teile gab es zusammen in einem Spiel – also inklusive des zweiten Teils und mit besserer Grafik! Wir haben schnell festgestellt, dass es heute noch genauso viel Spaß macht wie damals. An den Großteil der Levels konnten wir uns sogar noch erinnern, was ziemlich praktisch war. Allerdings war die Steuerung anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da diese jetzt viel sensibler ist als damals. Das hat zwar hin und wieder zu verlorenen Leben, aber meist zu vielen lustigen Situationen geführt.

Außerdem war ja noch Teil 2 der Reihe enthalten! Den hatten wir ja noch nie gespielt und habe das somit endlich mal nachgeholt – und sind gleich zu Anfang mehrfach erfolgreich gescheitert. Nach wie vor macht es auch heute noch Spaß, sich ab und zu für eine kleine Runde Crash Bandicoot zusammen zu setzen und so einige lustige Kindheitserinnerungen wieder aufleben zu lassen.

Ein Faustbrot zu Weihnachten

Rückblickend hat sich mein Geschmack, was Videospiele angeht, offenbar im Laufe der Jahre (oder Jahrzehnte? Hilfe!) ziemlich gewandelt. Heute verbringe ich gerne viel Zeit vor dem PC mit gemächlichen aber umso tiefgründigeren Rollenspielen. Als Dreikäsehoch in den 90ern hingegen brauchte ich Action, schnell abrufbare Ablenkung von der Schule, Adrenalin. 'Beat 'em ups' kamen in Mode, und ich war sozusagen ein Fashion Victim erster Stunde.

Sebastian von Netz.de

Hat Ryu und Ken exkommuniziert: Sebastian  

Quelle: (Netz.de / Sebastian Hardt) 

Sebastian von Netz.de

Hat Ryu und Ken exkommuniziert: Sebastian  

Quelle: (Netz.de / Sebastian Hardt) 

Ganze Nachmittage lang habe ich im örtlichen Kaufhaus vor der dort aufgebauten SNES-Konsole gestanden und mich mit anderen Kindern in dem duelliert, was ich damals für die Krönung der Schöpfung hielt: 'Street Fighter 2'. Irritiert stellte ich dabei schnell fest, dass kaum einer meiner Kontrahenten ausreichend Ehrgeiz besaß, Special Moves auswendig zu lernen oder gar einen der etwas exotischeren Kämpfer auszuwählen. Ryu und Ken wohin man schaute. Erbärmlich. "Amateure", habe ich gedacht.

Als eingefleischter Sega-Jünger konnte ich es deshalb kaum fassen, dass der Prügler als 'Special Champion Edition' auch für meine Konsole, den Sega Mega Drive, herauskommen sollte. Dass ich das Spiel bereits im Schlaf beherrschte, störte mich überhaupt nicht. Im Gegenteil: Auf dem Wunschzettel für Weihnachten '93 standen nur 2 Worte und eine Ziffer. Der Kirchenbesuch vor der Bescherung war der längste meines Lebens.

Wie ich kurz darauf entzückt zur Kenntnis nahm, bot die Mega-Drive-Edition des Games dank blitzschneller 8-Mhz-Rechenpower (!) eine flüssige Keilerei sowie mehr Spielmodi und Charaktere als die Version, die ich aus dem Kaufhaus kannte. Meine Eltern hatten sogar daran gedacht, den von Sega extra für das Spiel entworfenen 6-Button-Controller unter den Weihnachtsbaum zu legen. Was folgte waren schlechte Noten sowie unzählige und unvergessliche Nächte ohne Schlaf, dafür aber mit ganz viel "Sonic Boom" und "Yoga Flame".

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