Geplante Übernahme?

Vivendi und Ubisoft - Big Deal oder Tod auf Raten?

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von Sven Schäfer (@kreativfrei)-

Vivendi, der aktuell größte Medienkonzern in Frankreich, hat vor wenigen Tagen erneut Aktienanteile der bekannten Spieleschmiede Ubisoft erworben. Während bei den Machern der Assassins Creed- und der beliebten Anno-Reihe die Sorge vor einer Übernahme wächst, hegt Vivendi laut eigener Aussage keine Pläne dieser Art - oder vielleicht doch?

Im Hause Ubisoft wächst die Sorge vor einer "feindlichen Übernahme" durch das Medienunternehmen Vivendi, das in den letzten Monaten immer mehr Ubisoft-Aktien aufgekauft hat und nun bereits knapp 18 Prozent der Firmenanteile hält. Bedenkt man die möglichen Folgen einer solchen Übernahme in der Spieleindustrie, sind die Sorgen des ebenfalls in Frankreich beheimateten Publishers keinesfalls unberechtigt. So hat beispielsweise der US-amerikanische Konzern Electronic Arts, einer der Hauptkonkurrenten Vivendis, in den vergangenen Jahren zahlreiche Entwicklerstudios aufgekauft - und binnen kürzester Zeit geschlossen.

Quo vadis, Ubisoft?

Vivendi auf den Spuren von Electronic Arts?

Nun stellen sich die Ubisoft-Mitarbeiter verständlicherweise die Frage, ob ihnen möglicherweise ein ähnliches Schicksal droht, wie den durch EA aufgekauften Studios (darunter unter anderem Origin, Maxis, Phenomic und Mythic Entertainment). Pikanterweise hat Electronic Arts selbst bereits vor einiger Zeit versucht, die Mehrheit der Ubisoft-Aktien zu übernehmen. Damals konnte der Verkauf - EA hielt immerhin bereits fast 25 Prozent der Anteile - jedoch verhindert werden. Der neuste Aktienzukauf von Vivendi dürfte im Hause Ubisoft also für ein Déjà-vu gesorgt haben. Wie schon vor einigen Monaten, als Vivendi mit dem Erwerb der Anteile begann, regt sich nun erneuter Protest in den Reihen von Ubisoft. Ganz vorne mit dabei ist Yves Guillemot, der Geschäftsführer des Entwicklers. In einem aktuellen Interview mit den Kollegen des Online-Magazins GameInformer äußerte sich Guillemot überaus kritisch in Bezug auf die potenzielle Bedrohung namens Vivendi: "Dieses Vorgehen ist eine Bestätigung ihrer (gemeint ist Vivendi; Anm. d. R.) gewohnten Strategie, sich Kontrolle zu erschleichen", so der CEO.

Droht Ubisoft eine unsichere Zukunft?

Harsche Worte in Richtung Vivendi

Auch auf die Aussage seitens Vivendi, dass man derzeit keinerlei Pläne zur Übernahme verfolge, fand Yves Guillemot gegenüber GameInformer deutliche Worte: "Sie sagen, sie haben keine Intention, die Kontrolle von Ubisoft zu übernehmen, während sie stetig ihren Einsatz erhöhen und eine Offensive bei der nächsten, jährlichen Aktionärsversammlung vorbereiten". In einem weiteren Interview mit dem Nachrichtenunternehmen Bloomberg verschärfte sich der Ton Guillemots sogar noch. Dort sagte der Geschäftsführer von Ubisoft, dass eine Übernahme durch Vivendi "zum Tod der Kreativität" führen würde.

Aufgrund der momentan recht prekären Finanzsituation ist jedoch fraglich, ob es sich Ubisoft überhaupt leisten kann, einen potenziellen Investor vor die Tür zu setzen. Laut Bloomberg hat sich Yannis Mallat, CEO von Ubisoft Montreal, schon vor einiger Zeit bei der kanadischen Landesregierung über eine mögliche Rettungsfinanzierung informiert. Es bleibt derzeit also mit Spannung abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Für die Spieler und Fans des Publishers von Anno 2205, FarCry, The Division und der Assassins Creed-Serie bleibt zu hoffen, dass sich Ubisoft auch weiterhin vor drohenden Übernahmen schützen kann.

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