Mozilla testet Datenschutz bei smarten Gadgets

Weihnachts-Shopping mit Privatsphäre: Wie sicher sind Spielekonsolen?

Geschätzte Lesezeit: ca. 4 Minuten

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Weihnachten steht vor der Tür und viele von euch liebäugeln unter Garantie mit einer Spielekonsole - ob als Geschenk oder für sich selbst. Doch wie steht es eigentlich um den Datenschutz bei den vernetzten Gaming-Geräten? Mozilla hat unter anderem die PlayStation 4, die Nintendo Switch und die Xbox One unter diesem Gesichtspunkt unter die Lupe genommen - hier sind die Ergebnisse.

Ich sage es nur ungern, aber so langsam sollte man sich ja mal Gedanken über die Weihnachtseinkäufe machen. Oder - und das sage ich weniger ungern - über den eigenen Wunschzettel. Bei vielen von euch dürften, ob nun Wunsch- oder Einkaufszettel, aktuelle Spielekonsolen ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Doch wie halten es Nintendo, Sony und Microsoft eigentlich mit dem Datenschutz? Spätestens, seitdem sich einige Experten bereits für ein Biosiegel für vernetzte Geräte ausgesprochen haben, eine berechtigte Frage.

Die gute Botschaft vorneweg: Weder die Nintendo Switch, noch die Xbox One oder die PlayStation 4 sind ein bedenkliches Datenleck in Wohn- oder Kinderzimmer. Der Browser-Hersteller Mozilla hat das in einer ziemlich umfangreichen Untersuchung, in der 70 smarte Geräte unter Datenschutz-Gesichtspunkten unter die Lupe genommen wurden, jetzt festgestellt. Doch es gibt Unterschiede:

Nintendo Switch: Guter Datenschutz und umfangreiches Support-Angebot

Entwarnung bei der Switch: Nintendos Handheld schützt eure Privatsphäre bestmöglich.  

Quelle: (Screenshoot)  Mozilla 

Entwarnung bei der Switch: Nintendos Handheld schützt eure Privatsphäre bestmöglich.  

Quelle: (Screenshoot)  Mozilla 

Nintendos Handheld-Hybrid ist in Sachen Datenschutz wohl der Sieger unter den aktuellen Konsolen. Zwar teilt die Switch, wie die beiden anderen Konsolen auch, persönliche Informationen unter Umständen mit Dritten.

Ansonsten gibt es aber fast überall grünes Licht: Kontrollfunktionen für Eltern? Check. Regelmäßige Sicherheits-Updates? Check. Werden gespeicherte persönliche Daten wieder gelöscht? Ebenfalls check. Und falls doch mal Probleme auftreten, gibt es einen umfangreichen Kunden-Support, den Switch-Besitzer sogar per Telefon erreichen.

Die jüngste unter den drei Konsolen ist mit etwas mehr als 300 Euro zwar auch die teuerste (Sonys Pro- oder Microsofts X-Variante mal ausgenommen), Besitzer schwören aber auf das ungewöhnliche Design und auf das von Nintendo seit je eingehaltene Qualitätsversprechen. Wer die Konsole online bestellen möchte, findet sie unter anderem unter folgendem Link bei Amazon.

PlayStation 4: Erst sicher mit Zwei-Faktor-Authentifizierung

Nicht vergessen: Verknüpft ihr eure Kreditkarte mit eurem Account, solltet ihr unbedingt die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.  

Quelle: (Screenshot)  Mozilla 

Nicht vergessen: Verknüpft ihr eure Kreditkarte mit eurem Account, solltet ihr unbedingt die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.  

Quelle: (Screenshot)  Mozilla 

Sonys Kassenschlager, der mit 'Red Dead Redemption 2' erst kürzlich ein schlagendes Kaufargument von Rockstar Games spendiert bekommen hat, ist ebenfalls kein Wohnzimmerspion. Im Gegensatz zur fast völlig harmlosen Switch gilt es bei der PlayStation 4 aber an der einen oder anderen Stelle aufzupassen:

Denn mit einer entsprechenden App könnte euch die Kamera (gemeint ist wohl die der PlayStation VR) ungewollt aufzeichnen. Im Fall der Fälle erreicht ihr den Konzern im Gegensatz zu Nintendo zudem nicht per E-Mail - genug Ausweichmöglichkeiten gibt es aber auch hier.

Mozilla weist darauf hin, unbedingt die Zwei-Faktor-Authentifizierung der Konsole zu aktivieren: Gerade dann, wenn ihr eure Kreditkarte mit eurem Konto verknüpft, könnten sonst Sicherheitsrisiken entstehen. Behaltet ihr das im Hinterkopf, gibt es aber kaum einen Grund, die PlayStation 4 von eurem Wunschzettel zu streichen. Bestellen könnt ihr die Konsole ebenfalls bei Amazon.

Xbox One: Verständliche Datenschutzbestimmungen

Vorbildlich: Die Datenschutzbestimmungen formuliert Microsoft so, dass sie jeder verstehen kann.  

Quelle: (Screenshot)  Mozilla 

Vorbildlich: Die Datenschutzbestimmungen formuliert Microsoft so, dass sie jeder verstehen kann.  

Quelle: (Screenshot)  Mozilla 

Die Xbox One, sei es die normale, die S- oder die X-Variante, steht der PlayStation 4 und der Nintendo Switch in Sachen Privatsphäre kaum in etwas nach. Auch Microsofts Konsole wird von den Entwicklern regelmäßig mit Sicherheits-Updates versorgt, hat Kontrollfunktionen für Eltern und verschlüsselt eure persönlichen Daten automatisch.

Lobenswert: Im Gegensatz zu Sony verklausuliert Microsoft die Datenschutzbestimmungen nicht, stellt sie in gut leserlichem Deutsch dar und gestaltet sie dadurch vorbildlich transparent.

Microsofts Kundensupport allerdings ist schon schwieriger zu erreichen. Nur per Live-Chat oder Twitter könnt ihr den Konzern um Hilfe bitten, telefonisch oder per E-Mai erreicht ihr in dem Unternehmen niemanden - schade. Mozilla betont außerdem, dass die Xbox verwendet werden könnte, um Rückschlüsse auf eure Seh- und Spielgewohnheiten zu ziehen.

Wie auch bei den anderen beiden Spielekonsolen macht ihr im Hinblick auf eure Sicherheit also nicht viel falsch, solange ihr grundlegende Sicherheitsvorkehrungen trefft. Auch die Xbox One - die ihr übrigens schon bald mit Maus und Tastatur werdet bedienen können - könnt ihr online bei Amazon erstehen.

Hier erfährst du mehr über: Datenschutz und Sicherheit

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