10.000 Bolivar nicht mal mehr einen Dollar wert

World of Warcraft hat eine stärkere Währung als Venezuela

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Die Talfahrt der venezolanischen Währung 'Bolivar' nimmt, angetrieben durch Misswirtschaft und einem außer Kontrolle geratenen Schwarzmarkt, kein Ende. Traurig und irgendwie kurios zugleich: Mittlerweile ist sogar die Fantasie-Währung aus dem Online-Spiel 'World of Warcraft'' - dank der 'Wow-Marken' in Echtgeld umrechenbar - mehr wert, als das venezolanische Zahlungsmittel.

In Venezuela geht es gerade, salopp formuliert und ohne auf die Details eingehen zu wollen, drunter und drüber. Nicht zuletzt jahrelanges Missmanagement von Staatspräsident Nicolás Maduro hat das Land an den Rand des Ruins und einen Großteil der Bevölkerung weit unter die Armutsgrenze getrieben. Im Kielwasser dieser Abwärtsspirale hat sich ein Schwarzmarkt für die Währung 'Bolivar' etabliert, auf dem das venezolanische Geld zu immer niedrigeren Schleuderpreisen verhökert wird.

Kaleb

Der venezolanische Bolivar war kürzlich nicht mal mehr so viel wert, wie die Fantasiewährung Gold in World of Warcraft. In der Zwischenzeit fällt der Kurs ungehindert weiter.  

Quelle: (Kaleb)  Twitter 

Kaleb

Der venezolanische Bolivar war kürzlich nicht mal mehr so viel wert, wie die Fantasiewährung Gold in World of Warcraft. In der Zwischenzeit fällt der Kurs ungehindert weiter.  

Quelle: (Kaleb)  Twitter 

Einen gleichermaßen traurigen wie skurrilen Tiefpunkt markiert die neuerliche Erkenntnis, dass 'WoW-Marken', eine Art handelbare Umtauscheinheit für Ingame-Gold und echte Währung im Online-Game World of Warcraft, offenbar die Währung des Landes an Wert überholt hat. Dies zwitscherte Twitter-User 'Kaleb' kürzlich auf seinem Profil.

Demnach sei die 20 Euro bzw. US-Dollar teure WoW-Marke, mit der sich Spieler unter anderem Spielzeit gutschreiben lassen können, zum Tweet-Zeitpunkt zu einem Wert von 8.385 Gold pro US-Dollar zu haben. Für einen US-Dollar auf dem venezolanischen Schwarzmarkt bekäme man aber bereits 8.494 Bolivar.

Kalebs Rechnung allerdings scheint bereits zu diesem Zeitpunkt veraltet zu sein, Medienberichten zufolge befindet sich der Kurs für einen Dollar bereits jenseits der 10.000-Bolivar-Marke. Klar, dass vor diesem Hintergrund lakonische Äußerungen im Netzt nicht lange auf sich warten lassen. Ein anderer Twitter-User fragt in Kalebs Tweet etwa: "Wie lange noch, bis es von venezolanischen Gold-Farmern heißt: 'Alter, ich muss mit zum Raid, meine Frau braucht Antibiotika!'" Vermutlich nicht lange, orakelte ein anderer. Auch dieses wichtige Medikament sei vor Ort kaum noch bezahlbar.

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