Super Game, furchtbarer Film

8 schlechte Videospielverfilmungen: Von erträglich bis Totalausfall

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Was haben Videospielhelden wie 'Lara Croft', der Prinz aus Persien und die Assassinen aus 'Assassin's Creed' gemeinsam? Eine schlechte Filmumsetzung. Was sich zunächst nach einer guten Idee anhört, stellt sich hinterher meist als Schuss in den Ofen heraus. Deshalb haben wir uns auf die Suche nach den schlechtesten Videospielverfilmungen gemacht. Und das ist dabei herausgekommen…

Epische Stunden vor der Konsole oder dem PC verbracht, um den heiß geliebten Gaming-Titel bis zum letzten Achievement durchzuzocken, und nun kommt auch noch die Videospielverfilmung auf die große Leinwand. Fan-Herz, was willst du mehr? Hier kann eigentlich gar nichts schief gehen: Liebevoll in Szene gesetzte Spielwelten mit zahlreichen Details, einem sympathischen Protagonisten mit einer Fülle an Fähigkeiten und eine Story, die uns Level für Level tiefer in ihren Bann zieht. Das auch mal auf der Leinwand zu sehen, das wäre doch was.

In der Realität sieht das dann oftmals leider ganz anders aus. Obwohl Videospielverfilmungen für Hollywood eigentlich genügend Stoff für neue Geschichten liefern, kränkelt so gut wie jeder Film dieses Genres mehr oder weniger an schlechten Umsetzungen, mangelnder Qualität oder entfernt sich so weit von der Vorlage, dass sich die bereits existierende Fan-Base nur fragt: Hat da eigentlich irgendjemand vom Cast, der Regie oder der Produktion mal das Game gespielt?!

Auch bei Netz.de werden alte und neue Spieleverfilmungen stets eifrig diskutiert, weshalb wir euch unsere Top 8 der schlechtesten Videospielverfilmungen nicht vorenthalten wollen - etwas subjektiv, doch stets gestützt von der allmächtigen Weisheit des Metascores von metacritics.com. Enjoy!

Kein Sandkörnchen an Zeit für den Prinzen übrig

Prince of Persia: The Sands of Time (2010)

Den Anfang macht mit 'Prinz Dazan' eine Videospielheldenverfilmung, deren Adaption auf die große Leinwand gar nicht soooo schlecht vom Publikum aufgenommen wurde. Immerhin 50 von möglichen 100 Punkten sichert sich der Film aus den Review-Filtern von metacritic.com.

Eigentlich bekannt als springender, kletternder und kämpfender Pixel-Prinz aus den späten 80ern, sollte sich 2010 nun 'Donnie Darko'-Schauspieler Jake Gyllenhaal in action-lastiger Manier zum 'Prince of Persia' aufschwingen. Starbesetzt und visuell ansprechend ist die Fantasy-Verfilmung wohl einer der wenigen Ausreißer nach oben, dennoch: wirklich gerecht werden konnte 'Prince of Persia: The Sands of Time' den Erwartungen leider auch nicht.

Hier steht die Physik der weiblichen Anatomie im Vordergrund

DOA: Dead or Alive (2006)

Wer gedacht hat, es gehe nun aufwärts, den müssen wir an dieser Stelle leider enttäuschen. Denn im Gegensatz zum säbelschwingenden Prinzen aus Persien konnten die Kämpferinnen und Kämpfer von 'Dead or Alive' nur 36 der begehrten 100 Punkte bei metacritics.com abstauben.

Während sich das Beat ’em up zu seiner Zeit vor allem durch hervorstechende Grafik und exzellentes Gameplay einen Namen machte, wirft man der Verfilmung neben ihrer hanebüchenen Handlung vor allem das Fehlen wirklicher Martial-Arts-Kämpfe vor. Obwohl sich mit 'Corey Yuen' damals ein Martial-Arts- und Action-Choreograph als Director der Tecmo-Serie annahm, wirkten die Kampfszenen, als wären sie direkt am Computer entstanden. Wenn man sich schon an einen Action-Film mit Beat ’em up-Hintergrund heranwagt, dann doch bitte mit Kämpfen, die einem den Atem stocken lassen, oder?

Okay, das Game punktete damals auch bei der männlichen Klientel, weil es als eines der ersten Games gewisse Charakteristika der weiblichen Anatomie während des Kampfes bewusst in Szene setzte - das sollte man an dieser Stelle nicht verschweigen. Leicht bekleidet ging es im Film dann ebenso zu, wie in den Beach-Volleyball-Auskopplungen von DOA. Für gute Kritiken hat nackte Haut allein dann leider auch nicht ausgereicht.

Ist das der cineastische Meuchelmord am Serienhit?

Assassin’s Creed (2016)

An Budget und reichlich Vorschusslorbeeren mangelte es der action-geladenen Verfilmung von 'Assassin's Creed' aus 2016 sicherlich nicht. Auch der Cast um Hollywood-Rakete Michael Fassbender wusste bereits im Vorfeld zu beeindrucken. Doch auch hier hat der Fluch der schlechten Spieleverfilmungen wieder gnadenlos zugeschlagen, wie die mickrigen 36 Punkte auf metacritics.com eindrucksvoll beweisen. Doch warum nur?

Seit 2007 klettern wir uns nun schon mit kampferprobten Akrobaten durch die Epochen hindurch die Hände blutig, meucheln und morden aus dem Hinterhalt und durchleben die Story rund um den Animus, Edenapfel sowie dem Zwist zwischen Templern und Assassinen. Gefundenes Fressen für eine Verfilmung möchte man meinen, doch weit gefehlt. Anstatt den Cast, das Setting und die wirklich eindrucksvollen Bilder auf ein grundsolides Story-Fundament zu setzen, wirken die Nebenfiguren leblos, die Handlung überladen und Michael Fassbender in seiner Rolle blass. Außerdem zerrissen ihn Kritiker und Fans wegen seines verwirrenden Story-Tellings.

Hier hat das Shirt mehr Spannung als der Handlungsbogen

Lara Croft: Tomb Raider (2001)

Gleich zwei Mal durfte sich Angelina Jolie in die Rolle der schießwütigen Archäologin Lara Croft stürzen. Die gleichnamige Hauptfigur, auf der die Grundlage des Films beruht, gab ihr Debüt bereits 1996 als viereckige Pixel-Heldin im Action-Adventure 'Tomb Raider'. Der Rest ist bekannt - die 'Tomb Raider'-Videospielserie schrieb Videospielgeschichte, die Filme hingegen konnte man getrost abschreiben. Gerade mal 33 zarte Pünktchen konnte der erste Tomb Raider bei metacritics.com zusammenklauben - Fans und Kritiker gingen hier hart ins Gericht.

"There is more tension in Jolie's T-shirts than in the dramatic action", schrieb beispielsweise Kirk Honeycutt vom Hollywood Reporter. Alles in allem war sich die breite Masse einig: Eine unwürdige Vertretung der Videospielverfilmung. Angelina Jolie kann es indes egal sein. Sie zeigte ihren Stellenwert für Hollywood in anderen Filmen - Fans, die hingegen lange Jahre auf eine Adaption gewartet haben, wurden enttäuscht.

Bunte Welt, blasse Protagonisten - "Ich sehe nur Finsternis vor mir"

Warcraft (2016)

Das Warcraft-Universum aus der Blizzard-Spieleschmiede erstreckt sich bis in die frühen 90er und hat ganze Generationen an Strategie-, MMORPG- und Card-Gamern in seinen Bann gezogen. Eine von Menschen bewohnte Welt Azeroth, die sich gegen den Einfall ganzer Orc-Horden zur Wehr setzt - hier steckt genügend Story-Potenzial für eine ganze Palette an Fantasy-Verfilmungen. Dabei haben wir das MOBA 'Heroes of the Storm' noch nicht einmal berücksichtigt.

Eigentlich! Denn obwohl der Film 'Warcraft - the Beginning' wegen seiner teils atemberaubenden Panoramen, seines Detailreichtums und der Darstellung seiner Orcs viele positive Kritiken einheimste, konnte die Story einmal mehr nicht mit dem Umfang dieses Universums mithalten. 100 Minuten waren zu kurz, um dieses Stück Videospielgeschichte einzufangen. Und auch wenn das Ende für eine Vorsetzung spricht, versuchten es die Beteiligten um Director Duncan Jones dennoch. Das Ende vom Lied: Bei den zahlreichen Story-Sprüngen wurden wohl nur die absoluten Kenner glücklich - der Rest des Mainstreams störte sich am schieren Informationsumfang und den einmal mehr blass gebliebenen Charakteren (einfach zu viele Nebendarsteller und Stories). Unterm Strich hieß es einmal mehr: Gut angefangen, schlecht zu Ende gebracht.

Quelle: metacritic.com

Der blanke Horror regiert hier hauptsächlich auf dem Metascore-Board

Silent Hill: Revelation (2012)

Gerade mal 16 Punkte kratze 'Silent Hill: Revelation' noch bei metacritics zusammen - kaum zu glauben, bei so einer Genre-prägenden Survival-Horror-Videospielvorlage. Obwohl sich der Film - im Gegensatz zu einigen anderen prominenten Vertretern - stark an der Spielevorlage des dritten Silent-Hill-Teils orientiert, zerschellte 'Revelation' an den teils vernichtenden Kritiken von Fachpresse und Fans.

Horror und Dystopie des Vorgängers wichen einer mau präsentierten Story, aufpolierten Action-Szenen und einem viel zu schnell vorgetragenen Abläufen. Die bildgewaltigen Schauplätze der Alternativwelten, die Silent Hill so berühmt machen, kommen durch das Tempo und die Action kaum zur Geltung. Das Tragische daran: Director Michael J. Basset weiß, wie er das Flair von Silent Hill in Szene setzen muss. Leider weiß der Rest nicht zu überzeugen, weshalb dies für sich allein genommen nicht reicht - eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer, was sich auch im Metascore deutlich zeigt.

Till Schweiger als harter Hund in seiner Paraderolle

Far Cry (2008)

2018 war das Jahr des Spiele-Franchises, denn mit 'Far Cry 5' hat Publisher Ubisoft mal wieder einen Abräumer an den Start gebracht. Dieses Mal spielt die Handlung jedoch nicht in den Bergen Nepals, im wilden Afrika oder auf einer Tropeninsel, sondern im Herzen der Vereinigten Staaten. Ein Open-World-Shooter, der reihenweise Schulterklopfer erntet.

Gleiches würde Uwe Boll sicherlich auch gerne über seine Videospielverfilmung sagen, doch schon allein das Budget und die daraus resultierenden Action-Szenen sehen eher nach einer Folge von 'Alarm für Cobra 11' aus, als nach großem Hollywood-Kino a la 'Stirb langsam'. Dabei haben die zahlreichen Bösewichte der Spieleserie doch reichlich Potenzial, um eine ganze Generation an Action-geladenen Blockbustern zu befeuern. Nichts da! Herausgekommen ist ein Film, der mit Til Schweiger in der Hauptrolle zumindest in der Kategorie "Trash" in gewisser Weise seinen ganz eigenen Charme besitzt - Far Cry ist einfach unfreiwillig komisch. Ein Querschnitt der Kommentare lautet: "Er ist so schlecht, dass er schon wieder gut ist."

Hier fühlt man sich von der Atmosphäre alleingelassen

Alone in the Dark (2005)

Den glanzlosen Abschluss unserer Aufzählung macht mit 'Alone in the Dark' eine weitere Videospielverfilmung, die aus den Händen des deutschen Produzenten Uwe Boll stammt. Sowohl in den Games als auch im Film schlüpft der Hauptcharakter in die Rolle des Privatdetektivs Edward Carnby, der in typischer Lovecraft-Atmosphäre übernatürliche Phänomene untersucht.

So euphorisch die horrorgeprägte Action-Adventure-Spielereihe von Fans gefeiert wurde, so schlecht viel die filmische Umsetzung aus. Mit nur 9 von 100 möglichen Punkten auf metacritcs.com sagt der Metascore eigentlich schon alles. Spannung? Fehlanzeige! Verwirrende Szenen im Überfluss? Check! Dialoge? Fürchterlich! Sicherlich würde sich die Liste anhand der Kritiken von Fachpresse und Fans noch deutlich weiterführen lassen. Und auch der durchaus vielversprechende Cast mit 'Mr. Robot'-Star Christian Slater sowie American-Pie-Beauty Tara Reid brachten 'Alone in the Dark' keine weiteren Pluspunkte ein.

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