Die Wayback Machine machts möglich

Nostalgie-Alarm: So sahen eure Lieblings-Websites vor 10 Jahren aus

Geschätzte Lesezeit: ca. 11 Minuten

Foto von Dennie Beneke

von Dennie Beneke (@debeneke)-

Das Internet ist für den Großteil von uns ein relativ junges Medium, dennoch einem stetigen Wandel unterworfen. Dienste kommen und gehen, Webseiten verändern ihr Aussehen und verschwinden teilweise in der Bedeutungslosigkeit. Wisst ihr noch, welche Webseiten und Dienste ihr vor 10 Jahren angesteuert habt und wie sie damals aussahen?

Wenn es eine Konstante gibt, die man über das Internet sagen kann, dann ist es sicherlich seine Schnelllebigkeit. Trends kommen und gehen so schnell, wie sie entstanden sind. Wenn jemand etwas Neues kreiert, wartet hinter der nächsten Ecke schon jemand, der die Idee aufgreift und seinen eigenen Stempel druntersetzt. Gleiches gilt auch für Websites und deren Aussehen.

Wisst ihr noch, welche Websites ihr heute vor 10 Jahren aufgerufen habt und wie sie damals aussahen? Mit welchen Instant-Messaging-Diensten ihr mit Freunden Kontakt gehalten habt, als noch nicht an WhatsApp, Facebook Messenger oder Threema zu denken war? Wie sich soziale Medien und Nachrichtenseiten im Laufe der Zeit verändert haben? Kein Problem: Wir haben für euch einen Blick in die 'Wayback Machine' geworfen – das Internet-Archiv mit der weltgrößten Online-Bibliothek, das Momentaufnahmen von über 300 Milliarden Websites seit seiner Gründung 1996 sammelt.

Schaut einfach auf den folgenden Seiten, wie Websites wie AOL, Facebook, Twitter, ICQ oder die Bild-Zeitung ihren Internetauftritt vor 10 Jahren gestaltet haben und schwelgt mit uns für ein paar Minuten in Nostalgie – hach jaaa….

Webseite Netz.de von 2017

Netz.de kommt noch nicht auf 10 Jahre, doch auch bei uns sah es vor gut einem Jahr noch deutlich anders aus.

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Webseite Netz.de von 2017

Netz.de kommt noch nicht auf 10 Jahre, doch auch bei uns sah es vor gut einem Jahr noch deutlich anders aus.  

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

GMX - damals überlagerte der Freemailer noch nicht alles

GMX startete 1997 zunächst als deutsches Webportal. Heute kennt man die Website vor allem wegen dem Freemailer, der uns ein kostenloses E-Mail-Postfach samt Adresse anbietet. Vor gut 10 Jahren hatte es der E-Mail-Dienst noch nicht in die obere Menüleiste geschafft - der Login befand sich unter den Menüreitern am rechten oberen Bildrand. Heute nimmt dieser im Gegensatz zu damals die halbe Startseite in Anspruch und Themen wie "Shopping" oder "Entertainment" wurden unter anderem durch "Strom und Gas", Mobilfunk & DSL" sowie "Lotto" ersetzt.

News-Themen finden indes immer noch Platz bei GMX, allerdings deutlich auffälliger durch themenbezogene Bilder und Themen-Karussells.

Webseite gmx von 2008

Den GMX Freemailer ist immer noch ein beliebter Dienst für das private E-Mail-Postfach.

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Webseite gmx von 2008

Den GMX Freemailer ist immer noch ein beliebter Dienst für das private E-Mail-Postfach.  

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

eBay - hier wurden die ersten Online-Schnäppchen eingetütet

Vor 10 Jahren war eBay DER erste Anlaufpunkt für das Gros der Internetnutzer, wenn es darum ging, das nächste Schnäppchen online zu ergattern. Der Online-Handel steckte noch in den Kinderschuhen – an Anbieter wie Amazon, die heutzutage den Markt dominieren, war in der Form noch nicht zu denken.

Auf eBay wurden fleißig Gebote abgegeben – immer in der Hoffnung, dass niemand die eigens gesetzte Schmerzgrenze überbieten würde. Man behielt die Angebote im Auge und wartete bis kurz vor Schluss, um unter Umständen noch mal um Cents oder Euros zu erhöhen – man wollte schließlich den Zuschlag.

Heute hat eBay nicht mehr diesen Stellenwert in der Online-Community. Dafür ist der Online-Handel mit seinen tausenden Shops zu mächtig geworden. Vor allem eBay-Kleinanzeigen ist für viele jedoch immer noch eine gute Alternative, um seine Sachen auf dem digitalen Flohmarkt zu Geld zu machen.

Unter uns Freunden war es gang und gäbe, dass man sich aushalf und die Preise mit seinem Account hochdrückte, damit die Angebote nicht unter Wert verkauft wurden. Was sind eure besten oder skurrilsten Erlebnisse mit eBay? Stress mit dem Verkäufer, mangelhafte Ware oder das Schnäppchen eures Lebens?

Webseite eBay von 2008

Hier wurde immer fleißig geboten - stets auf der Suche nach dem nächsten Online-Schnäppchen.

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Webseite eBay von 2008

Hier wurde immer fleißig geboten - stets auf der Suche nach dem nächsten Online-Schnäppchen.  

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Facebook - 2008 noch weit hinter den Erwartungen

Das größte soziale Netzwerk der Welt bietet seinen Nutzern auch 2018 noch keine Log-in-Startseite, die das Webdesigner-Herz höher springen lässt. 10 Jahre zuvor allerdings war noch weniger los: Ein simples Registrierungsformular, ein paar Fakten, warum es sich lohnen soll Facebook beizutreten und ein kurzer Erklärungssatz.

Für deutsche Nutzer hatte Facebook 2008 sowieso noch nicht viel zu bieten – die Social-Media-Plattform war zu dieser Zeit wohl maximal Leuten vom Fach ein Begriff. In einem damaligen Blog-Post sprach die FAZ dem Unternehmen einen Fehlstart zu, ein "Katapultstart", wie erhofft, blieb demnach aus. Netzwerke wie studiVZ und Co. liefen Facebook bis dato den Rang ab.

Schaut man auf die Entwicklung von heute, kann Facebook den verpatzten Start sicherlich verkraften. Mit Instagram und WhatsApp nennt der Social-Media-Riese darüber hinaus weitere reichweiten- und nutzerstarke Dienste sein Eigen.

Webseite Facebook von 2008

2008 blieb Facebook noch deutlich unter seinen Erwartungen.

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Webseite Facebook von 2008

2008 blieb Facebook noch deutlich unter seinen Erwartungen.  

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Twitter - der obligatorische Vogel durfte bei der Anmeldung nicht fehlen

Etwas farbenfroher und mit dem markenprägenden Vogel kommt der Microblogging-Dienst Twitter 2008 daher. Darüber hinaus machte die Login-Startseite allerdings ebenso wenig Eindruck, wie der seitens zuvor beschriebene Konkurrent Facebook.

Im Gegensatz zu den anderen damaligen Netzwerken verfolgte Twitter mit der 140-Zeichenbeschränkung einen anderen Weg. Weniger ist mehr: Kurz und knapp im Telegramm-Stil, unter Usern besser bekannt als "tweets" oder zwitschern, startete Twitter erst 2006 und wurde zunächst noch mit dem Namen 'twttr' ohne Vokale bekannt. Ende 2016 lockerte Mitgründer Jack Dorsey die charakteristische Zeichenbegrenzung auf 280 mögliche Felder und erntete damit gleichzeitig Lob und Kritik.

Webseite Twitter von 2008

Hast du meinen Tweet gelesen? Gesundheit!

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Webseite Twitter von 2008

Hast du meinen Tweet gelesen? Gesundheit!  

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

studiVZ - was war noch gleich dieses Facebook?

Es gab mal eine Zeit, da sprach niemand über Facebook, Twitter oder Snapchat, sondern über studiVZ, schülerVZ und meinVZ. Heute ist das genau umgekehrt, doch gerne erinnere ich mich an die Zeiten zurück, als so gut wie jeder in meinem Bekanntenkreis auf der Suche nach den schrägsten Gruppen war, um beizutreten, sodass sie aufmerksamkeitsstark auf der eigenen Profilseite erschienen. Je mehr abgedrehte Gruppen, desto besser.

studiVZ kopierte damals viele Elemente des in den USA erfolgreichen Facebook und hatte damit großen Erfolg. Profilbilder, Beziehungsstatus, Pinnwand für Geburtstagsgrüße – alles, was der fleißige VZler benötigte, um sich mit den sozialen Medien vertraut zu machen.

Allerdings sorgte der Name nicht selten für Ärger, weshalb die Online-Community mit meinVZ ein Verzeichnis für alle auf die Beine stellte, die sich nicht als Studenten oder Studenten im Geiste sahen. Heute ist von den drei Verzeichnissen nicht mehr viel übrig, denn die Firma hinter studiVZ und Co. meldete 2017 Insolvenz an – keine Nutzer, kein soziales Medium.

Webseite StudiVZ von 2008

Neben meinVZ und schülerVZ war die Online-Community von studiVZ eines der erfolgreichsten sozialen Medien seiner Zeit.

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Webseite StudiVZ von 2008

Neben meinVZ und schülerVZ war die Online-Community von studiVZ eines der erfolgreichsten sozialen Medien seiner Zeit.  

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Web.de - vom aktuellen Wetter über die Lottozahlen bis hin zum Freemailer

Ebenso wie GMX ist Web.de heute mehr für seinen Freemailer bekannt als für seine zahlreichen anderen Funktionen und Dienste. Hier finden Nutzer neben einem kostenlosen E-Mail-Postfach auch ein breitgefächertes Informationsangebot aus tagesaktuellen News und vielen weiteren Diensten.

Bereits vor 10 Jahren wirkten die zahlreichen Kategorien im linken Menüfeld der Website etwas willkürlich, getreu dem Motto: "Viel hilft viel". Ein wahrer Blickfang auf dem Screenshot sind die News aus der Rubrik "Blickpunkt" sowie die Lottozahlen vom 19.07.08.

Webseite Web.de von 2008

Auch Web.de punktet mit seinem Freemailer.

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Webseite Web.de von 2008

Auch Web.de punktet mit seinem Freemailer.  

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

AOL - keine CDs, dafür der lange erfolgreiche Freemailer

Die älteren Semester unter uns kennen ihn sicherlich noch: Diesen markanten Ton, wenn sich das 56K-Modem über die Telefonleitung mit dem Internet verbunden hat. Telefonieren ging währenddessen nicht mehr, die Seiten bauten sich schleichend langsam auf und man surfte noch auf Zeit, denn der Zugang wurde minutenweise abgerechnet.

2008 musste man nicht mehr auf die altbekannten AOL-CDs zurückgreifen, doch die Website war damals deutlich besser besucht als dieser Tage. AOL gibt es nämlich nicht mehr – der ehemalige Medienkonzern hat sich mit einer weiteren amerikanischen Größe von damals (Yahoo) zu 'Oath' zusammengeschlossen und versucht nun durch die Bündelung der gemeinsamen Kräfte wieder an Bedeutung zu gewinnen.

Webseite AOL von 2008

AOL kleidete seine Website 2008 in ein charmantes Beige.

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Webseite AOL von 2008

AOL kleidete seine Website 2008 in ein charmantes Beige.  

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

ICQ - bist du nachher on?

Nach der Schule fix den PC angeworfen, um mit Schulfreunden über ICQ den neuesten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Der Instant-Messaging-Service war für viele der erste Berührungspunkt, sich über das Netz in Chat-Form auszutauschen.

Markenzeichen des Dienstes war auch hier sein eingängiger Anmelde- und Nachrichten-Sound. Noch heute treffe ich Leute an, die man problemlos mitten in der Nacht und schlaftrunken nach ihrer ICQ-Nummer fragen könnte. Aber auch ICQ ist heute in der Versenkung verschwunden und wird kaum noch genutzt, zu übermächtig sind die geräte- und betriebssystemübergreifenden Dienste wie WhatsApp und Co. Doch die grüne Blume mit dem gelben Kern und den wechselnden Farben, die unter anderem den Erreichbarkeits-Status für die Kontaktliste symbolisierten, bleibt einer ganzen Generation wohl noch lange im Gedächtnis.

Webseite icq von 2008

Markante Sound-Kulisse und die obligatorische Frage: Bist du heute Abend on?

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Webseite icq von 2008

Markante Sound-Kulisse und die obligatorische Frage: Bist du heute Abend on?  

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

YouTube - der schlafende Google-Riese

Mit der Übernahme von YouTube sicherte sich Google bereits 2006 eine der vielversprechendsten Plattformen für Video-Streaming und lag mit seiner Einschätzung goldrichtig. Heute kommt kaum noch jemand an den zahlreichen Kanälen, YouTubern und skurrilen Videos vorbei, ohne nicht wenigstens 1-2 Mal quer abzubiegen und den nächsten Clip zu konsumieren.

2008 sah YouTube jedoch noch um einiges anders aus. Leblos und mit wenig Inhalten kam die Plattform daher – ein paar Videos quer arrangiert, ein paar vertikal. Noch war anhand der Darstellung nicht wirklich zu erkennen, welch großes Potenzial darin schlummert. Das sollte sich über die Jahre allerdings deutlich ändern.

Webseite youtube von 2008

2008 fehlte dem Videoportal noch etwas der Glanz. Das sollte sich in den darauffolgenden Jahren allerdings ändern. Heute ist YouTube die zentrale Anlaufstelle für Web-Videos schlechthin.

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Webseite youtube von 2008

2008 fehlte dem Videoportal noch etwas der Glanz. Das sollte sich in den darauffolgenden Jahren allerdings ändern. Heute ist YouTube die zentrale Anlaufstelle für Web-Videos schlechthin.  

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Treiber.de - Frag am besten die Community!

Heutzutage spielen Treiberprobleme kaum noch eine Rolle, oder geratet ihr häufig in die Situation, dass PC-Probleme an veralteten Treibern liegen?! Vor 10 Jahren sah die Sache noch etwas anders aus: Lief das PC-Game nicht flüssig oder wollten Peripheriegeräte nicht so, wie man selbst, ging der erste Weg in der Regel zu den Herstellerseiten – oder aber zu der größten Treiber-Community im deutschsprachigen Raum.

Auf Treiber.de fand man allerhand Updates und zudem noch eine rege Community, die einen mit hilfreichen Tipps und Tricks versorgte. 2018 nimmt die Seite zwar nicht mehr den Stellenwert ein wie vor 10 Jahren, doch noch immer gibt es eine eingeschworene Anzahl an Leuten, welche die Seite mit Leben füllen. Ein Stück gelebte Vergangenheit im schnelllebigen Internet.

Webseite treiber.de von 2008

treiber.de gibt es immer noch, allerdings hat die Treiberproblematik im Laufe der Zeit etwas an Bedeutung verloren.

Quelle:  archive.org 

Webseite treiber.de von 2008

treiber.de gibt es immer noch, allerdings hat die Treiberproblematik im Laufe der Zeit etwas an Bedeutung verloren.  

Quelle:  archive.org 

Bild.de - Boulevard of Broken EM-Dreams

Auch Deutschlands größte Boulevard-Zeitung stellte bereits vor 10 Jahren ihre News und Artikel online zur Verfügung. Großes Thema zu dieser Zeit: Die Fußball-Europameisterschaft 2008 – mit Lukas Podolski als Heilsbringer einer ganzen Fußballnation und einem noch nicht ganz so adretten Bundes-Jogi auf den Bildern der News-Spalten.

Der Bild.de Video-Player verwies zu dieser Zeit noch auf das Fehlen des damals noch essenziellen Flash-Players, um Web-Videos abzuspielen, und auch damals schon gehörten die Bild-Girls fest zur Nachrichtenroutine des Boulevard-Blatts. Zu diesem Zeitpunkt natürlich passend: Die Suche nach der "schönsten Schwarz-Rot-Schwangeren" samt Babybauch. Geld gab es für das Siegerfoto natürlich auch.

Webseite Bild von 2008

Jogi und Poldi standen bereits 2008 im digitalen Schaukasten unseres deutschen Boulevard-Blatts NUmmer 1.

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Webseite Bild von 2008

Jogi und Poldi standen bereits 2008 im digitalen Schaukasten unseres deutschen Boulevard-Blatts NUmmer 1.  

Quelle: (Screenshot)  archive.org 

Hier erfährst du mehr über: Facebook

Sag uns deine Meinung!