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Von HDR bis 4K: Was ihr beim TV-Kauf wissen müsst

Geschätzte Lesezeit: ca. 8 Minuten

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Hersteller moderner Fernsehgeräte werben gerne mit toll klingenden Schlagworten. '4K' ist besonders beliebt bei den Werbefachleuten, und auch die Abkürzung 'HDR' springt einem im Fachhandel momentan geradezu entgegen. Was steckt eigentlich hinter den kryptischen Begriffen? Und welche Features sind wirklich sinnvoll?

In den Technikabteilungen einschlägiger Elektronikmärkte kann man schon mal den Überblick verlieren. Gerade wer sich heute einen neuen Fernseher kaufen will, wird von Informationen geradezu überflutet: Auf den Ausstellungsstücken prangen Aufkleber mit vielversprechend klingenden Fachbegriffen, die technische Raffinesse und kristallklare Bildqualität versprechen. Ein aktuelles TV-Gerät wird dabei schnell zu einer immensen Investition, High-End-Modelle kosten nicht selten vierstellige Beträge.

Umso wichtiger ist es, sich im Vorfeld über die wichtigsten Marketing-Schlagwörter der diversen Hersteller zu informieren - und sich zu fragen, welche Features einem persönlich wirklich wichtig sind. Die gängigsten Begriffe haben wir deshalb mal kurz und bündig für euch gegenübergestellt:


4K: Viel hilft viel

4K, hin und wieder auch UHD oder Ultra HDTV genannt, ist für viele Hersteller noch immer das Schlagwort der Stunde. Die Wortschöpfung verrät etwas über die sogenannte Auflösung, also die Anzahl der Bildpunkte, mit denen das Bild ausgegeben wird: Jeder Bildschirm, der in der Horizontalen 3.840 und in der Vertikalen 2.160 Pixel darstellt, darf als 4K bezeichnet werden.

Je mehr Bildpunkte desto mehr Details.

Dabei gilt: Je mehr Bildpunkte bzw. Pixel dargestellt werden, desto mehr Details können gleichzeitig abgebildet werden. Bei einer Fußball-Übertragung in 4K werdet ihr beispielsweise auch aus großer Entfernung noch fast jeden Grashalm erkennen können, während niedriger aufgelöste Bilder schon ab kürzester Distanz nur noch einen gleichförmigen, grünen Teppich abbilden.

Brauche ich das?
Der Unterschied von 4K zu niedriger aufgelösten Bildern ist enorm und auch das ungeschulte Auge erkennt sofort einen Unterschied. Das Label 4K bietet also durchaus 'Value for Money'. Unterstützt wird dieses Format aber noch längst nicht von allen Sendern, Streaming-Dienste wie Amazon Video oder Netflix bieten ihr Programm (bei entsprechend flotter Internetverbindung) aber bereits in 4K-Auflösung an. Wer sich mit seinem neuen TV-Gerät zukunftssicher aufstellen will, der kommt um 4K nicht herum.
4K Vergleich

Der Sprung auf 4K ist enorm: Vier mal so viele Pixel bietet der neue Standard allein im Vergleich zu Full HD (1080p).

Quelle: (Michal Steflovic)  Shutterstock.com 

4K Vergleich

Der Sprung auf 4K ist enorm: Vier mal so viele Pixel bietet der neue Standard allein im Vergleich zu Full HD (1080p).  

Quelle: (Michal Steflovic)  Shutterstock.com 

HDR: Mehr als nur hell und dunkel

HDR: Mehr als nur hell und dunkel

Das HDR-Bild wirkt lebendiger und realistischer.

Wirbt ein TV-Hersteller mit dem Schlagwort HDR (kurz für 'High Dynamic Range', seltener: Dolby Vision), spielt er damit auf den Kontrastumfang des dargestellten Bildes an. Vereinfacht gesagt bedeutet das für den Zuschauer: Wo herkömmliche Fernseher ('SDR') sehr dunkle Bildbereiche einfach als schwarz darstellen, zeigen HDR-fähige Geräte auch in diesem Bereich noch Abstufungen und Details. Gleiches gilt für sehr helle Bereiche, die auf SDR-TVs sehr detailarm oder eben einfach weiß dargestellt werden. Im Ergebnis wirkt das HDR-Bild viel lebendiger und realistischer.

Brauche ich das?
HDR wird von vielen in der Branche als das nächste große Ding abgefeiert. Und das nicht ganz ohne Grund: Der höhere Kontrast auf HDR-fähigen Geräten zaubert mitunter magische Bilderorgien auf den heimischen Bildschirm. Zwar werden Free-TV-Puristen auch auf längere Sicht kein HDR-Signal von den einschlägigen Sendern erhalten. Freunde einschlägiger Streaming-Dienste und vor allem Gamer mit aktueller Konsole bekommen schon jetzt reichlich HDR-Support und kaufen daher ausschließlich Smart-TVs mit HDR-Siegel.
Statue Original

Dieses Bild entspricht in etwa der Bild-Qualität auf einem modernen Fernseher ohne HDR-Feature. Die Bildqualität ist grundsätzlich gut, Kontraste sind aber schwach ausgeprägt.

(Bamberg / Sebastian Hardt) 

Statue HDR

Ein HDR-Filter über einem Originalbild illustriert den Effekt einer HDR-Wiedergabe auf herkömmlichen Bildschirmen näherungsweise. Die Farben wirken satt, sehr helle und sehr dunkle Bereiche erscheinen auch im selben Bild noch detailreich. Der 'Halo-Effekt' rund um den Kopf der Statue wird auf echten HDR-Geräten weniger stark ausgeprägt sein, das Bild insgesamt noch natürlicher wirken.

(Bamberg / Sebastian Hardt) 

Statue Original

Dieses Bild entspricht in etwa der Bild-Qualität auf einem modernen Fernseher ohne HDR-Feature. Die Bildqualität ist grundsätzlich gut, Kontraste sind aber schwach ausgeprägt.

(Bamberg / Sebastian Hardt) 

Statue HDR

Ein HDR-Filter über einem Originalbild illustriert den Effekt einer HDR-Wiedergabe auf herkömmlichen Bildschirmen näherungsweise. Die Farben wirken satt, sehr helle und sehr dunkle Bereiche erscheinen auch im selben Bild noch detailreich. Der 'Halo-Effekt' rund um den Kopf der Statue wird auf echten HDR-Geräten weniger stark ausgeprägt sein, das Bild insgesamt noch natürlicher wirken.

(Bamberg / Sebastian Hardt) 

Mit Curved die Kurve kriegen?

Mit Curved die Kurve kriegen?

Ob ein Smart-TV 'Curved' ist, sieht jeder auf den ersten Blick: Die mit diesem Schlagwort beworbenen Bildschirme weisen eine leichte, konkave Krümmung auf. Gerade auf sehr großen Bildschirmen sorgt dies dank eines konstanten Blickwinkels - jeder Bildpunkt ist annähernd gleich weit vom Auge des Betrachters entfernt - für ein angenehmeres und natürlicheres Seherlebnis.

Der Hype um Curved ist wieder abgeebbt.

Voraussetzung dafür ist allerdings eine ideale Sitzposition in möglichst gerader Linie vor dem Bildschirm, die sich im Wohnzimmer aber nur selten einhalten lässt. Der Hype um die Technik im TV-Bereich ist - anders als im PC-Gaming-Sektor - entsprechend schnell wieder abgeebbt.

Brauche ich das?
Besonders auf sehr großen Fernsehern spielen gekrümmte Bildschirme ihre Stärken aus: Über die gesamte Bilddiagonale erhält der Betrachter stets alles im Blick und freut sich über authentische Farben und Kontraste auch an den Bildrändern. Gäste haben dann allerdings das Nachsehen und müssen sich mit suboptimalen Perspektiven zufrieden geben. Den Aufpreis für Curved zahlen also wirklich nur diejenigen, die ihre Wohnzimmereinrichtung am Fernseher ausrichten und eher selten in Gesellschaft schauen.

Full HD: Mindeststandard für modernes Fernsehen

Full HD: Mindeststandard für modernes Fernsehen

Bei Full HD (beziehungsweise dessen Synonym '1080p') befinden wir uns wieder im Reich der Auflösungen - also bei der Anzahl der Pixel, die ein Bildschirm gleichzeitig bespielt. Und auch wenn es irgendwie nach mehr klingt: Full HD kann nicht im Ansatz mit 4K (s. oben) mithalten: Verglichen mit dieser relativ neuen Technik kann ein Full-HD-Bildschirm mit seinen 1.920 mal 1.080 Pixeln gerade einmal ein Viertel der Bildpunkte auffahren.

Auf kleineren und mittelgroßen Geräten erscheint das Bild in Full HD gestochen scharf.

Trotzdem ist ein Bild in Full HD meilenweit davon entfernt, verwaschen oder gar pixelig auszusehen. Gerade auf kleineren und mittelgroßen Geräten erscheint das Bild auch in Full HD noch gestochen scharf.

Brauche ich das?
Full HD gehört mittlerweile zum Standard eines jeden halbwegs modernen Fernsehers. Trotzdem befindet sich auf den Verkaufsverpackungen der TV-Geräte mit Sicherheit ein entsprechendes Siegel, sofern es sich nicht um ein 4K-Gerät handelt. Findet ihr kein entsprechendes Logo, ist das Exemplar vermutlich veraltet und somit euer Geld kaum wert. Full HD sollte heute für jeden, der über den Kauf eines neuen TV-Geräts nachdenkt, absolute Mindestbedingung sein. Brauche ich das? Und ob.
Bamberg in Full HD

In einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln wirkt das Bild klar und deutlich, nur 4K ist noch knackiger. Full HD ist mittlerweile Standard und bezahlbar, Fernseher mit geringerer Auflösung könnt ihr im Geschäft links liegen lassen.

Quelle: (Bamberg / Sebastian Hardt) 

Bamberg in Full HD

In einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln wirkt das Bild klar und deutlich, nur 4K ist noch knackiger. Full HD ist mittlerweile Standard und bezahlbar, Fernseher mit geringerer Auflösung könnt ihr im Geschäft links liegen lassen.  

Quelle: (Bamberg / Sebastian Hardt) 

OLED: Brillant aber teuer

OLED: Brillant aber teuer

OLED ist eine relativ neue Bildschirm-Technologie. Größter Unterschied zur altbekannten LED-Bauweise ist, dass die Pixel je nach Bedarf einzeln beleuchtet werden, ohne auf eine globale Hintergrundbeleuchtung angewiesen zu sein. Einzelne Pixel können sogar komplett unbeleuchtet bleiben, während andere Bildpunkte zum selben Zeitpunkt mit Licht versorgt werden. Dadurch bietet OLED tiefste Schwarztöne und natürliche, kontrastreiche Farben, erreicht oftmals aber nicht die Helligkeitswerte eines modernen LED-Displays.

Wer sich für OLED entscheidet, muss bereit sein, einen ganzen Batzen Geld auszugeben.

Dank der um ein Vielfaches schnelleren Reaktionszeit von OLED-Panels wirkt das Bild ferner bei schnellen Bewegungen knackig und scharf. Wer sich für OLED entscheidet, muss allerdings bereit sein, einen ganzen Batzen Geld auszugeben: Die meisten TV-Geräte mit dieser Technologie befinden sich preislich im unteren bis mittleren vierstelligen Preissegment.

Brauche ich das?
In Sachen OLED scheiden sich momentan noch die Geister. Die einen preisen die satten Schwarztöne und die ausdifferenzierten Farben, andere wiederum bemäkeln das insgesamt dunklere Bild und die geringere Lebensdauer. OLED ist also vor allem eine Geschmacks- und Budgetfrage. Bevor ihr euch für diese teure Variante entscheidet, lohnt sich in jedem Fall ein ausgedehntes Testschauen auf den Ausstellungsstücken vor Ort.
Zebrastreifen und Fußgänger

Auf Fernsehern mit LED-Bildschirm wirken sich schnell bewegende Objekte, wie die Fußgänger auf diesem Zebrastreifen, manchmal verschwommen. OLED-Displays bleiben durch eine kürzere Reaktionszeit auch bei Bewegung meist scharf.

Quelle: (William Perugini)  Shutterstock.com 

Zebrastreifen und Fußgänger

Auf Fernsehern mit LED-Bildschirm wirken sich schnell bewegende Objekte, wie die Fußgänger auf diesem Zebrastreifen, manchmal verschwommen. OLED-Displays bleiben durch eine kürzere Reaktionszeit auch bei Bewegung meist scharf.  

Quelle: (William Perugini)  Shutterstock.com 

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