Schattenseiten ständiger Erreichbarkeit

Wenn nichts mehr fertig wird - Dauerstress dank Digitalisierung

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Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Ständig begegnet uns im Internet, auf Messen oder auf Konferenzen der Begriff "Digitalisierung". Durchaus unterschiedlich ausgelegt und heiß diskutiert, beeinflussen die Vernetzung von Geräten und die gefühlt unendlichen Möglichkeiten zum Transfer von Informationen – auch zum Zweck der menschlichen Kommunikation – unseren Arbeitsalltag. Und unser Privatleben.

WhatsApp-Gruppen, Slack, Skype, E-Mail, Intranet… die Liste der verschiedenen Tools, über die uns diverse Botschaften übermittelt werden, kann verdammt lang sein. Und da man diese Kommunikations-"Helfer" eh schon längst nicht mehr nur am Desktop nutzt, sondern auch auf dem Handy, spielt es doch eigentlich keine Rolle mehr, ob ihr schon im Feierabend seid, wenn euch jemand noch dringend etwas mitzuteilen hat. Schließlich ist die Arbeitswelt heutzutage flexibel, vor allem die, die hauptsächlich online stattfindet - oder nicht?

"Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los!"

Obwohl Goethe beim Verfassen von "Der Zauberlehrling" sicher nicht das digitale Zeitalter vor Augen hatte, passt das Zitat hervorragend zur täglichen Praxis. Ständig blinkt, vibriert und klingelt es auf allen Geräten. Push-Benachrichtigungen im Minuten- bis Sekunden-Takt. Dieser Informations-Overload gibt uns das Gefühl, ständig auf etwas reagieren zu müssen und so kaum noch dazu kommen, uns auf den Kern unseres beruflichen oder privaten Schaffens konzentrieren zu können.

Konzentration ist...

die Fähigkeit, die ungeteilte Aufmerksamkeit auf ein und dieselbe Sache, ein Objekt, eine Tätigkeit oder einen Denkvorgang zu lenken. Konzentration ist eine gerichtete geistige Aktivierung unter Ausschaltung aller umgebenden Einflüsse. (Quelle: philognosie.net)

Im DGB-Index "Gute Arbeit" wurden 2016 knapp 10.000 Arbeitnehmer zu ihrer digitalen Arbeitswelt befragt und die Resultate der Untersuchung wiesen deutlich daraufhin, dass "sowohl Arbeitshetze und Arbeitsintensivierung als auch Störungen und Unterbrechungen des Arbeitsablaufs mit dem Grad der Digitalisierung zunehmen". Digital Arbeitende berichten im Vergleich zu ihren nicht-digitalisierten Kollegen doppelt so oft über häufige Unterbrechungen.

Ursprünglich dazu gedacht, Prozesse zu vereinfachen und zu verschlanken - Stichwort "Lean Management" - führt die Digitalisierung in der Praxis tendenziell dazu, dass Einzelpersonen für einen weitaus größeren Arbeitsbereich Verantwortung übernehmen müssen, als sie körperlich und geistig leisten können. "Beschäftigte von denen sehr häufig oder oft ständige Erreichbarkeit erwartet wird, berichten in Bezug auf Zeitdruck, Unterbrechungen, Arbeitsintensivierung und Arbeitsbelastung durchgängig über höhere Belastungen." Wer auch nach Feierabend noch Nachrichten beantwortet, verlängert zudem zwangsläufig die eigene Arbeitszeit.

Online-Konzentrationstest: Wie gut könnt ihr eure Aufmerksamkeit bündeln?

Auswertung des Psychomeda Konzentrationstests

Testumfeld: Redaktionsbüro. So sieht die Auswertung des Psychomeda-Tests aus. Liegt ihr im grau markierten Bereich, liegt eure Leistung im gesunden Mittelfeld.  

Quelle: (Screenshot)  Psychomeda.de 

Auswertung des Psychomeda Konzentrationstests

Testumfeld: Redaktionsbüro. So sieht die Auswertung des Psychomeda-Tests aus. Liegt ihr im grau markierten Bereich, liegt eure Leistung im gesunden Mittelfeld.  

Quelle: (Screenshot)  Psychomeda.de 

Wie gut es noch um eure Fähigkeit zur Konzentration bestellt ist, könnt ihr mit dem Konzentrationstest auf Psychomeda.de selbst herausfinden. Dieser Test ermittelt die wichtigsten Eckdaten des allgemeinen Konzentrationsvermögens und kann eine erste Einschätzung liefern, ob ihr euch in einem gesunden Rahmen bewegt. Nach einigen Angaben zu eurer Person für statistische Zwecke, überprüft der Online-Test eure Arbeitsleistung, die Arbeitsgeschwindigkeit sowie eure Ausdauer und Fehlerfreiheit, unter anderem durch einfache Rechenaufgaben.

Liegt eure Leistung im Durchschnitt aller Teilnehmer, entspricht dies einem Wert zwischen vier bis sechs (siehe Bild, grauer Bereich). Liegt ihr darunter, solltet ihr euer Stresslevel eventuell reduzieren. Wobei auch euer Alter und die Geübtheit im Umgang mit der Tastatur das Ergebnis beeinflussen. Im Test wurden zwar Korrekturmethoden integriert, um Unterschiede auszugleichen, aber im geringen Umfang wirken sich diese Faktoren auf das Resultat aus. Selbstverständlich spielen auch die Tagesform und die äußeren Umstände, unter denen ihr den Test durchführt, eine Rolle. "Sehr wahrscheinlich liegt Ihr tatsächlicher Wert aber in einem Intervall von +/- 1 um den gemessenen Wert." Die Entwickler des Online-Tests empfehlen, die Konzentrationsübung regelmäßig im Abstand von sechs Wochen zu wiederholen, um eure Fähigkeit zur fokussierten Aufmerksamkeit zu stärken.

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