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1000 'Originals' bis Jahresende - Netflix setzt auf Eigenproduktionen

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von Benjamin Krämer -

Netflix baut seine Eigenproduktionen immer weiter aus und will bis Jahresende 1000 'Originals' am Start haben. Damit macht sich das Unternehmen unabhängiger von Drittanbietern, die lediglich Rechte an ihrem Werk verleihen. Konkret sollen 85 Prozent der Ausgaben in die Produktion hochwertiger eigener TV-Formate fließen.

Netflix' CCO (Chief Content Officer) Ted Sarandos spricht bekanntlich gut und gerne über Netflix und seine Serien. Das, was er jüngst auf der 'MoffettNathanson’s Media & Communications Summit 2018' in New York verlauten ließ, dürfte jeden Fan von 'Jessica Jones', 'Lost in Space' und anderen Originalproduktionen des Streaming-Riesen freuen: Bis zum Jahresende soll es im Streamingangebot 1000 Eigenproduktionen zu sehen geben - Serien und Filme.

Allein 470 Neulinge sollen noch dieses Jahr erscheinen, um diese gigantische Summe zu erreichen und auch künftig soll dieser Trend gefördert werden. Sarandos kündigte an, dass künftig 85 Prozent aller Ausgaben in eigene Werke gesteckt werden und nur noch 15 Prozent in Lizenzen. Allerdings gilt es zu bedenken, dass die Zahl der neuerscheinenden 'Eigengewächse' je nach Land variieren kann. Ein Beispiel ist die Sci-Fi Hitserie 'The Expanse', die in den USA beim TV-Sender 'Syfy' läuft und im Rest der Welt bei Netflix. US-Amerikaner mit Netflix-Abo schauen dort also in die Röhre. Ähnliche Fälle gibt es überall, da sich das Angebot von Land zu Land teils stark unterscheidet.

Selbst ist das Netflix

Netflix ermittelt keine Einschaltquoten wie im Fernsehen mit Zielgruppenanalysen, sondern lediglich, wie häufig und von wie vielen Menschen etwas gesehen wurde. Eigene Serien werden darum nur selten abgesetzt.

Sarandon erzählte weiter, dass mehr als 90 Prozent der Abonnenten regelmäßig 'Originals' schauen, die sich offenbar größter Beliebtheit erfreuen. Man munkelt in diversen Fachzeitschriften schon seit einiger Zeit, dass der Streaminganbieter eine Art Erfolgsalgorithmus für Serien und Filme besitzt, da die Eigenproduktionen immer sehr erfolgreich laufen, obwohl sie bei Kritikern regelmäßig durchfallen (u.a. 'Bright', 'Lost in Space' oder 'Titan').

Der starke Fokus auf wortwörtliche Eigenregie habe laut Sarandon auch ökonomische Gründe: Die Lizenzgebühren großer Hollywoodstudios seien hoch und erforderten regelmäßige Ausgaben, während man bei Eigenproduktionen ein einmaliges Budget setze und dann dauerhaft verdienen könne.

Zudem wechseln immer mehr berühmte Showrunner zu Netflix, weil sie dort nicht unter einem so starken Quotendruck stehen. Während bei "normalen" Sendern jeder Produzent darum bangen muss, dass seine Serie abgesetzt werden könnte, erfreuen sich diejenigen, die für Netflix arbeiten, größerer kreativer Freiheiten in einem weniger stressigen Umfeld.

Guillermo Del Toro macht Netflix-Horror-Serie

Ein gutes Beispiel für einen weiteren großen Namen, der zukünftig unter Netflix' Banner produzieren wird, ist Guillermo Del Toro. Der in Hollywood gefeierte Regisseur (Pan's Labyrinth, The Shape of Water) wird für den Streaming-Anbieter eine Horror Serie namens 'Guillermo del Toro Presents 10 After Midnight' kreieren. Es handelt sich um eine Anthologie-Serie mit in sich abgeschlossenen Einzelfolgen, die von ihm geschrieben und teilweise auch selbst gedreht werden sollen.

Del Toro gilt in Hollywood als Querdenker, der sich gerne an riskanten Stoffen versucht und damit mal mehr (The Shape of Water) und mal weniger (Pacific Rim) Durchschlagskraft am Box-Office bewiesen hat. Die größere kreative Freiheit bei Netflix dürfte seinem Stil also sehr zugute kommen.

Eine der aktuell am meisten gehypten und sehr aufwendig gemachten Eigenproduktionen von Netflix ist übrigens 'Altered Carbon'. Den Trailer zum Science-Fiction-Kracher könnt ihr hier sehen:

Quelle: Variety.com

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