Netter Hinweis oder Verzweiflungstat?

Aber du hast doch schon Edge! Microsoft nervt User mit Holzhammermethode

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Microsoft bewirbt den hauseigenen Browser 'Edge' bisweilen ziemlich aggressiv. Mit einer neuen Masche schießen die Redmonder aber jetzt den Vogel ab: Nutzer der Windows-Insider-Version des Oktober-Updates berichten von einem Pop-up, das Nutzer davon abhalten soll, alternative Browser zu installieren.

Dass Microsoft noch nie wirklich ein Händchen für Browser hatte, ist kein Geheimnis. Obwohl die hauseigenen Browser auf Windows-Systemen vorinstalliert und dem Nutzer somit quasi unter die Nase gerieben werden, schwinden Microsofts Marktanteile stetig - insbesondere zugunsten von Google Chrome. Seit längerem schon setzen die Redmonder daher, mit mäßigem Erfolg, auf eher aggressive Werbemethoden und veröffentlichen beispielsweise Videos mit vergleichender Werbung. Jetzt probiert Microsoft in der Insider-Version von Windows 10 mit einer neuen Taktik den eigenen Browser aus der Versenkung zu hieven, die man nur als Holzhammermethode bezeichnen kann.

Wer wird als nächstes getroffen? Etwa Steam, weil es im (Microsoft) Store bessere Spiele gibt?

u/Schlaefer via Reddit

Nutzer der Vorabversion des kommenden Oktober-Updates des Betriebssystems berichten derzeit über ein wenig dezentes Pop-up, sobald sie einen alternativen Browser, zum Beispiel Chrome oder Firefox, auf ihrem System installieren wollen. "Du hast bereits Microsoft Edge - den sichereren, schnelleren Browser", heißt es dort.

Marketing-Kloaken-Müll: Microsoft rudert zurück

Ein unverhohlener Wink mit dem Zaunpfahl, der Nutzer in den sozialen Medien auf die Palme bringt. In Reddits Windows-10-Subreddit machen sich etwa zahlreiche User Luft. Der Twitter-Nutzer 'Sean Hoffman', der als einer der Ersten ein Bild des Pop-ups postete, fragt gar: "Was ist das für ein schleimiger Marketing-Kloaken-Müll, Microsoft?"

In der Zwischenzeit ist wohl selbst dem Betriebssystem-Hersteller aufgefallen, dass sie mit dem aggressiven Hinweis zu weit gegangen sind. Bei der "Warnung" in der Insider-Version handle es sich lediglich um einen Test. In der finalen Version des Oktober-Updates solle diese nicht mehr erscheinen. Ob das auch der Fall gewesen wäre, wenn sich die Windows-Insider nicht derart lautstark Luft gemacht hätten, darf wohl bezweifelt werden.

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