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EU-Verordnung in Kraft getreten

Adios, Geoblocking: Netflix and Chill jetzt auch unbegrenzt auf Malle

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Filme und Serien, für die ihr in Deutschland ein Streaming-Abo abgeschlossen habt, sind ab sofort auch in anderen Ländern der EU verfügbar. Den Urlaubstag im Hotelzimmer mit der eigenen Netflix-Playlist ausklingen lassen? Laut neuer EU-Verordnung ab sofort problemlos möglich. Für Stubenhocker und Wenigreisende gibt es aber auch eine schlechte Nachricht.

Im Urlaub sollte man ja eigentlich besseres zu tun haben, als sich vor seinen Laptop zu klemmen und diese eine Serie weiterzuschauen, die man vor der Abreise nicht hat beenden können. Hin und wieder, zum Beispiel nach einem langen Tag am Strand oder mit viel Kultur, freuen sich aber nicht wenige auf ein bisschen Zerstreuung im Hotelzimmer. Umso ärgerlicher, wenn der Wunschinhalt am derzeitigen Aufenthaltsort nicht verfügbar ist, obwohl man ja eigentlich dafür zahlt. Geoblocking nennt sich dieses Vorgehen von Streaming-Anbietern, die Lizenzen für ihre Inhalte längst nicht überall erwerben. Mit dem ersten April ist diese Blockade endlich ein ganzes Stück entschärft worden.

Netflix und Co: Überall dieselben Inhalte wie zu Hause

Denn laut einer neuen EU-Verordnung müssen Anbieter wie Netflix, Amazon Prime Video oder die Premium-Sparte von Spotify ab sofort in der gesamten EU dieselben Inhalte verfügbar machen, wie im Heimatland des Nutzers. Auch Vertriebsplattformen wie zum Beispiel Steam sind davon nicht ausgeschlossen. "Dieser Inhalt ist in deinem Land nicht verfügbar" oder ähnlich unliebsame Benachrichtigungen dürften euch im Urlaub also nicht mehr die Stimmung verhageln.

Das klingt erstmal toll, und auch Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung für Recht und Sicherheit, begrüßt das Inkrafttreten der Verordnung: "Für Nutzer bedeutet diese Änderung einen großen Komfortgewinn“, meint sie. Wer jetzt gleich an grenzenlose Streaming-Freiheit in der gesamten EU denkt, befindet sich aber leider auf dem Holzweg.

EU-Verordnung: Wer zu Hause bleibt, hat nichts davon

Die neue Verordnung gilt ausschließlich auf Reisen.

Denn zunächst einmal sind nur die kostenpflichtigen Angebote überhaupt von der neuen Regelung betroffen. Anbieter von Gratis-Diensten können, müssen sich aber nicht daran halten. Nutzer des Gratis-Angebots von zum Beispiel Spotify werden also bislang noch keinen Unterschied bemerken.

Für deutsche Nutzer ein weiterer Dämpfer: Es ist kein Geheimnis, dass das Angebot an Inhalten auf den verschiedenen Diensten in Deutschland selbst im EU-weiten Vergleich nicht gerade eine Pole-Position belegt. Das Neflix-Angebot in den Niederlanden und Frankreich ist beispielsweise weitaus üppiger, wie unter anderem Filmstarts kürzlich berichtete. Die neue Verordnung aber gilt ausschließlich auf Reisen. Wer seinen Wohnsitz in Deutschland hat, wird auch künftig nicht auf holländische Inhalte zugreifen können - es sei denn er oder sie befindet sich dort im Urlaub.

Quelle: Bitkom

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