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Änderungen bei den Trending News: Ist Facebook unpolitisch?

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Laut der Aussage von Mark Zuckerberg sollen die Trending Topics auf Facebook (Funktion ist nur in den USA vorhanden) in keiner Weise bestimmte politische Richtungen bevorzugen. Nachdem ehemalige Mitarbeiter allerdings das Gegenteil berichteten, befindet sich die Social-Media-Plattform im Zugzwang.

Die sogenannte "Trending"-Funktion soll dafür sorgen, dass den FB-Mitgliedern die aktuell populärsten Nachrichten angezeigt werden - unabhängig von der politischen Färbung, die solch eine News haben kann. Laut Insider-Informationen, die auf dem Online-Portal Gizmodo veröffentlicht wurden, sieht die Realität jedoch anders aus. Facebook-Mitarbeiter sollen aktiv dafür gesorgt haben, dass Nachrichten aus der konservativen Ecke des Politik-Spektrums, zum Beispiel solche über Rand Paul (Senator) oder Mitt Romney (ehemaliger Gouverneur von Massachusetts), nicht unter die Trending Topics kommen.

Facebook’s mission is to give people the power to share and make the world more open and connected. To serve that mission, we seek to operate a platform open to all ideas.

commerce.senate.gov

Die Anzeige in einer extra dafür vorgesehenen Spalte beschert eine gute PR, daher sorgt die vermeintliche Ungleichbehandlung für Verstimmungen bei den Republikanern. In einem Brief an den konservativen Senator Thune, unterzeichnet von Colin Stretch, dem General Counsel von Facebook Inc., weist das Unternehmen die Anschuldigungen von sich. Ausführlich wird die Funktionsweise der "Trending News" erläutert und das Fazit gezogen, dass die soziale Plattform Diversität fördert und niemanden aufgrund persönlicher Einstellungen auf Facebook benachteiligt.

Durch zusätzliche Maßnahmen will man sichergehen, dass sich derlei Vorwürfe nicht wiederholen können. Dafür werden zusätzliche Kontrollmechanismen - bezogen auf die Arbeit des Review-Teams - eingeführt und im Hilfe-Bereich werden mehr Informationen zur Entstehung der Trending Topics hinzugefügt. Auch die Quellen, die Facebook bisher nutzte, um populäre Themen zu ermitteln, werden in Zukunft nicht mehr dafür verwendet.

Muss Facebook überhaupt die digitale Schweiz sein?

Facebook ist ein privates Unternehmen. Es ist keine öffentliche Institution und auch kein gemeinnütziger Verein. Theoretisch könnten sie also jede Form von Content unterdrücken, die den Mitarbeitern der Social-Media-Seite nicht gefällt. Von einer Verpflichtung kann also nicht die Rede sein. Dem entgegen sprechen allerdings die wirtschaftlichen Ziele. Zudem wird durch die angeregten Diskussionen - die insbesondere dann entstehen, wenn verschiedene politische Ansichten aufeinander treffen - die Nutzung des sozialen Portals deutlich gefördert. Und ist es nicht die ausgelebte Meinungsfreiheit, die Facebook erst interessant macht?

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