Zahlreiche Sicherheitslücken

Alte Software und fehlende Updates: Viele Nutzer bringen sich selbst in Gefahr

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Foto von Sven Schäfer

von Sven Schäfer (@kreativfrei)-

Geht es nach der aktuellen Studie des bekannten Sicherheitsunternehmens Avast, gefährden sich viele PC-User durch die Nutzung veralteter Software und dem Deaktivieren automatischer Updates selbst. Hinzukommen uralte Windows-Versionen, die virtuellen Bedrohungen Tür und Tor öffnen. Laut Avast sind sich die meisten Nutzer jedoch nicht im Klaren über die potentiellen Gefahren.

Zugegeben, das Foto mag vielleicht etwas drastisch sein, doch wird dem einen oder anderen genau dieses Bild durch den Kopf gehen, wenn man sich den "Avast PC Report 2019" in Ruhe zu Gemüte führt. Die Sicherheitsexperten des im tschechischen Prag beheimateten Unternehmens haben sich die Mühe gemacht, und im Rahmen der Studie verschiedene Daten von über 163 Millionen Geräten ausgewertet. Das Ergebnis ist überraschend und beängstigend zugleich: der durchschnittliche PC hat über sechs Jahre auf dem Buckel und mehr als die Hälfte der genutzten Software ist deutlich veraltet.

Obwohl bereits seit geraumer Zeit und immer häufiger über die Absicherung der Privatsphäre im Netz und über virtuelle Bedrohungen gesprochen wird, scheinen die meisten Nutzer trotzdem noch immer unbesorgt zu sein. Ein gutes Beispiel dafür ist der Umstand, dass zahlreiche PCs mit einer Windows 7-Version aus (und jetzt gut festhalten) dem Jahre 2009 laufen - also ohne das Service Pack 1. Avast spricht hier von immerhin 15 Prozent der Windows 7-User, die mit insgesamt rund 43 Prozent die überwiegende Mehrheit der überprüften Geräte ausmachen.

Die am häufigsten genutzten Windows-Versionen.

Obwohl Windows 7 bereits in die Jahre gekommen ist, wird diese Version noch immer am häufigsten genutzt - in vielen Fällen jedoch leider nicht auf dem neusten Stand.

Quelle: (Screenshot)  Avast PC Report 2019 

Die am häufigsten genutzten Windows-Versionen.

Obwohl Windows 7 bereits in die Jahre gekommen ist, wird diese Version noch immer am häufigsten genutzt - in vielen Fällen jedoch leider nicht auf dem neusten Stand.  

Quelle: (Screenshot)  Avast PC Report 2019 

Die beliebtesten Programme sind häufig auch die unsichersten

Die Experten von Avast stellen in ihrem Bericht auch die am häufigsten installierten Programme vor. Dabei belegt der Chrome-Browser von Google mit satten 91 Prozent den ersten Platz (zum Vergleich: Mozilla Firefox kommt nur auf 42 Prozent), gefolgt vom Acrobat Reader von Adobe, der auf 61 Prozent der untersuchten PCs installiert ist. Besonders interessant sind allerdings die Plätze 6 (VLC Player) und 7 (Skype). Beide Programme sind auf knapp einem Drittel aller Computer installiert - und in sage und schreibe 94 Prozent der Fälle veraltet. Insgesamt gesehen sind etwa 55 Prozent aller weltweit genutzten Programme out-of-date, was in einigen Fällen bösartiger Schadsoftware die Möglichkeit gibt, den Computer ohne großen Aufwand zu infizieren.

Die am häufigsten installierten und zugleich veralteten PC-Programme.

Obwohl einige der hier aufgelisteten Programme zu den beliebtesten überhaupt gehören, werden sie leider nicht auf dem neusten Stand gehalten. Die so entstehenden Sicherheitslücken erhöhen das Risiko, sich unerwünschte Schadsoftware einzufangen.

Quelle:  Avast PC Report 2019 

Die am häufigsten installierten und zugleich veralteten PC-Programme.

Obwohl einige der hier aufgelisteten Programme zu den beliebtesten überhaupt gehören, werden sie leider nicht auf dem neusten Stand gehalten. Die so entstehenden Sicherheitslücken erhöhen das Risiko, sich unerwünschte Schadsoftware einzufangen.  

Quelle:  Avast PC Report 2019 

Ein weiteres Problem sind die sogenannten Frameworks, die ebenfalls in zahlreichen Fällen nicht auf dem neusten Stand sind. Dabei handelt es sich übrigens um Hintergrundprogramme, die andere Software zum Laufen bringen und unter anderem auch dafür sorgen, dass Webseiteninhalte korrekt angezeigt werden. Hier konnten die Experten von Avast feststellen, dass sowohl MS Visual C++ als auch der Adobe Flash Player - zwei der bekanntlich anfälligsten Frameworks überhaupt - in den seltensten Fällen aktuell sind. Durch die veralteten Versionen eben dieser beiden Programme wurden in letzter Zeit diverse PCs mit Viren, Trojanern, Keyloggern und weiterer Malware infiziert.

Das Renteneintrittsalter steigt - offensichtlich auch für PCs

Das durchschnittliche Alter eine PCs im Jahre 2019.

Laut Avast ist der durchschnittliche Standard-PC rund sechs Jahre alt. Allerdings kommen häufig auch deutlich ältere Modelle zum Einsatz.  

Quelle: (Screenshot)  Avast PC Report 2019 

Das durchschnittliche Alter eine PCs im Jahre 2019.

Laut Avast ist der durchschnittliche Standard-PC rund sechs Jahre alt. Allerdings kommen häufig auch deutlich ältere Modelle zum Einsatz.  

Quelle: (Screenshot)  Avast PC Report 2019 

Aus dem "Avast PC Report 2019" geht außerdem hervor, dass auch ein Großteil der untersuchten Hardware mittlerweile in die Jahre gekommen ist. Der größte Anteil der PCs, immerhin über 15 Prozent, stammt aus dem Jahre 2009 - einer Zeit, in der beispielsweise die GeForce GTX 260 auf den Markt kam. Ja, das ist tatsächlich schon zehn Jahre her. Das aus der Analyse hervorgehende Durchschnittsalter eines Computers liegt demnach bei rund sechs Jahren.

Der Nachteil an solch alten Geräten: Mit der Zeit werden einige Bauteile, wie zum Beispiel die Lüfter oder die Kühlaggregate des Prozessors und der Grafikkarte, sehr wartungsintensiv. Hinzu kommt, dass viele der aktuellen Software-Produkte und auch Spiele nur noch eingeschränkt genutzt werden können. Bei den zum Teil sehr hohen Preisen für die verschiedenen Hardware-Bestandteile ist es allerdings nur wenig verwunderlich, dass gerade mal 0,01 Prozent der ausgewerteten PCs im letzten Jahr gekauft wurden.

Weniger Desktop PCs und noch weniger Speicher

Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass sich die Anzahl der genutzten Notebooks in der jüngsten Vergangenheit deutlich gesteigert hat - was nicht zuletzt daran liegen mag, dass die mobilen Prozessoren und GPUs in den letzten Jahren immer stärker und leistungsfähiger wurden. Von den über 160 Millionen durch Avast überprüften Geräte sind gerade mal 37 Prozent Desktop PCs. Und auch die verbaute Hardware ist alles andere als aktuell. So kommen in mehr als der Hälfte der Geräte nur vier Gigabyte Arbeitsspeicher und in knapp 75 Prozent der Fälle eine Dual Core CPU zum Einsatz.

Eine Grafik die zeigt welche CPU und wie viel Speicher genutzt werden.

Der Avast PC Report 2019 zeigt, dass ein Großteil der untersuchten PCs mit 4 GB RAM und einem Dual Core Prozessor ausgestattet sind.

Quelle:  Avast PC Report 2019 

Eine Grafik die zeigt welche CPU und wie viel Speicher genutzt werden.

Der Avast PC Report 2019 zeigt, dass ein Großteil der untersuchten PCs mit 4 GB RAM und einem Dual Core Prozessor ausgestattet sind.  

Quelle:  Avast PC Report 2019 

Zum Abschluss noch einige weitere interessante Fakten aus dem "Avast PC Report 2019":

  • Die am häufigsten verkauften Computer stammen vom US-amerikanischen Unternehmen HP
  • Nur 15 Prozent der PC-User nutzen eine SSD-Festplatte
  • Die Standardgröße einer HDD-Festplatte beträgt 500 Gigabyte
  • Zu den am häufigsten installierten Treibern gehören der High Definition Treiber von Realtek und der Grafiktreiber von Intel
  • Millionen Nutzer verwenden Anfang 2019 eine veraltete Windows 10-Version
  • Rund 15 Prozent der weltweit installierten Office-Versionen 2007 und 2010 sind out-of-date und stellen eine potentielle Bedrohung für die eigene PC-Sicherheit dar

Quelle: Avast Blog

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