Kino für Zuhause

Apple plant den Premium-Stream kurz nach Kinostart

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Apple plant das Streaming von aktuellen Kinofilmen kurz nach der Erstveröffentlichung in Lichtspielhäusern. Die Verwertungskette, welche die Freigabe von Filmen für Kinos und den Heimbedarf regelt, steht durch den stetigen Erfolg der Video-On-Demand-Anbieter auf dem Prüfstand. Billig dürfte die private Kinopremiere allerdings nicht werden.

Freitagabend, das Wetter spielt nicht mit und das Sofa ist nach einer langen Woche sowieso viel verlockender, als sich jetzt noch mal auf den Weg zu machen, doch: Der aktuelle Kinokracher ist angelaufen und sorgt schon seit dem Ankündigungs-Trailer für Vorfreude. Ein Dilemma, doch Apple scheint eine Lösung dafür anzustreben: Für Fans von klassischen Filmabenden im eigenen Wohnzimmer könnte das Unternehmen zukünftig eine weitere Alternative parat haben, als den routinierten Gang ins Kino antreten zu müssen.

Der Technologiekonzern plant in Zusammenarbeit mit einigen großen Filmstudios wie 'Warner Bros.' und 'Universal' eine Aufweichung der Verwertungskette von Filmen. Aktuelle Kinofilme möchte Apple zukünftig bereits kurz nach der Kinopremiere als Stream in den eigenen vier Wänden bereitstellen, berichtet Bloomberg. Im Raum steht ein deutlich verkürztes Exklusivrecht für Kinos von 17 Tagen bis zu maximal sechs Wochen. Für die Betreiber eines Lichtspielhauses natürlich ein berechtigter Grund zur Sorge, schließlich müssen Filmliebhaber in der Regel rund 90 Tage warten, bis neue Titel in den Hardcopy- oder VOD-Kreislauf gelangen.

Der Haken daran: Günstig dürfte das Streamen in den eigenen vier Wänden nicht werden, denn je nach Zeitraum spielen Apple und die Filmstudios mit dem Gedanken, zwischen 30 bis 50 US-Dollar pro Film aufzurufen.

Filmstudios suchen neue Vertriebswege im VOD-Markt

Die Verhandlungen über das "Premium Video on Demand"-Format sind in vollem Gange, allerdings steht nicht jedes Filmstudio hinter dieser "friss-oder-stirb-Taktik", die Kino-Ketten mächtig unter Druck setzt. So soll sich 'Disney' bereits gegen das Vertriebsmodell ausgesprochen haben und weiterhin auf die Marschroute "Big Screen" für ihre Premium-Titel setzen. Und auch die Verantwortlichen der Lichtspielhäuser sind naturgemäß gegen die Verwässerung der geregelten Filmverwertungskette - tragen Kinos doch zu einem nicht unerheblichen Teil an den Gewinnen der Filmstudios bei, die durch die Titel erwirtschaftet werden.

Die Studios suchen nach dem allgemeinen Wegbruch der DVD-Verkäufe durch die Streaming-Anbieter hingegen nach neuen Vertriebswegen, um mehr vom Kuchen des VOD-Geschäfts abzubekommen. Ob sich Warner und Co. mithilfe von Apple jedoch einen Alleingang leisten können, bleibt fraglich. Denn sollten Filme wirklich bereits nach zwei Wochen in den freien Umlauf kommen, ist nicht ausgeschlossen, dass diese Titel schlicht weg von den Kino-Ketten boykottiert werden.

Es bleibt spannend - bereits in den nächsten Monaten könnte Apple erste Feldversuche starten, zunächst wohl eher abseits des US-amerikanischen Markts. Ob und wann sich dieses Angebot durchsetzt und auch bei uns erhältlich sein wird, steht indes noch in den Sternen.

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