Nichts bleibt verborgen

Datenkrake Google: Suchmaschine speichert Sprachbefehle

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Jegliche "Voice Activity" die man über die Suchmaschine ausführt, wird abgespeichert und kann auch Jahre später noch eingesehen werden – noch mehr Daten, die das Internetunternehmen über uns zusammenträgt.

Laut Independent führt Google bereits im Juni 2015 eine Webseite ein, die die "Ok Google" Resultate aufführt. Über die Audio History Seite kann jeder einsehen, welche seiner Sprachbefehle aufgezeichnet wurden – allerdings nur, wenn man ein Google-Konto-Inhaber ist. Der "Mitschnitt" lässt sich allerdings auch deaktivieren: Über "Update Setting" können User den Verlauf von Sprachsuchen und Sprachbefehlen verwalten. Jedoch ist fraglich, inwieweit eine Deaktivierung tatsächlich Schutz bietet, denn logischerweise wird jede Eingabe an den Server geschickt. Die Speicherung ohne explizite Einwilligung des Users ist problemlos möglich.

You’re in control. You can delete items or update this setting anytime in Settings.

Google

Grund für das Abspeichern dieser Informationen ist laut Google die Optimierung von Audioeingaben, da die intelligente Software hinter "Ok Google" stetig dazu lernt. Je öfter der User per Stimme sucht, umso besser interpretiert das Programm langfristig die individuellen Stimmnuancen. Die Audio History Seite offenbart neben aufgezeichneten Sprachsuchen noch einiges mehr. Auch Web- & App-Aktivitäten, Standorte und YouTube-Suchverläufe werden gespeichert, wenn diese Optionen nicht ausgeschaltet sind (ein Regler im Einstellungsmenü zeigt den Aktivierungsstatus an).

Mittlerweile zeigt uns Google jede Überarbeitung der Datenschutzbestimmungen an und will damit für mehr Transparenz sorgen. Diesen Bestimmungen können wir zustimmen oder auch nicht – darüber hinaus bleibt auch die Möglichkeit, die benannten Einstellungen vorzunehmen. Problematisch ist dabei, dass nur die wenigsten über Seiten wie history.google.com Bescheid wissen. Addiert man das Wissen um Audioaufzeichnungen um die Erkenntnis, wie viele Google Apps (Maps, Inbox, Spaces) man nutzt - über die das Unternehmen im Übrigen ebenfalls Daten sammelt - ist das Thema Datensicherheit und Privatsphäre aktueller denn je.

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