Verbraucherzentralen wehren sich

BGH entscheidet über Zusatzgebühren für SMS-TAN

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Bankinstitute langen ihren Kunden in Zeiten von Minuszinsen gerne für verschiedene Dienstleistungen in die Tasche. Das gilt auch bei der Verwendung des SMS-TAN-Verfahrens für sicheres Online-Banking. Nach Ansicht der Verbraucherzentralen decken die Kontoführungsgebühren diesen Zusatz-Service jedoch bereits ab. Heute hat das BGH ein Grundsatzurteil dazu gefällt.

Kosten für TAN-Verfahren, für Geldabhebungen und für Transaktionen - all diese kleinen Zusatzeinkünfte von Finanzinstituten sind dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) ein Dorn im Auge. "Das Verschicken der TAN ist aus unserer Sicht keine Extra-Leistung, sondern ein notwendiger Vorgang beim Online-Banking", sagt Bankenexperte Frank-Christian Pauli gegenüber dem MDR.

TAN-Liste gilt als unsicher

In der Vergangenheit wurden TAN-Listen-User vielfach Opfer von Phishing-Attacken, da die Nummern nicht an einzelne Aufträge gebunden sind. Betrüger tauschen die Kontonummern aus, auf die der User überweist - so bekommt dieser vom Datenleck zunächst nichts mit.

Wenn es seitens der Banken, in diesem Fall handelt es sich um die Kreissparkasse Groß-Gerau in Hessen, eine Extra-Leistung ist, dann stellt sich die Frage, wie tragbar die kostenlosen Inklusiv-Leistungen sind. Bei älteren Konten, zum Beispiel bei der Commerzbank, darf ein bereits genutztes Verfahren mit TAN-Listen in Papierform auch weiterhin kostenlos verwendet werden. Für Neu-Kunden ist das allerdings nicht möglich und besonders sicher ist es auch nicht - schließlich könnte das Dokument verloren gehen. Zudem sind die TAN länger gültig und nicht etwa an einzelne Aufträge gebunden, wie dies bei pushTAN, smsTAN oder chipTAN der Fall ist.

Auch für chipTAN fallen wieder Kosten an, denn viele Banken verlangen einmalig zwischen zehn und 15 Euro für das kabellose Gerät. Bleibt als einzige mobile und komplett kostenfreie Alternative zur TAN-Liste das pushTAN-Verfahren, also die Zusendung einer generierten Transaktionsnummer über eine entsprechende App der Bank. Doch nicht jeder möchte diese Apps installieren und/oder traut ihnen in puncto Sicherheit nicht über den Weg.

BGH entscheidet: Gebühren für smsTAN dürfen bleiben

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat heute, am 25. Juli 2017 entschieden, dass die Erhebung von Gebühren rechtens ist, jedoch die "ausnahmslose Bepreisung" gestoppt werden muss. Heißt: Die Sparkasse darf für das Versenden von TAN via SMS einen Betrag erheben, jedoch nur dann, wenn diese TAN auch für einen Auftrag genutzt worden ist.

Damit bestätigt das Gericht in weiten Teilen die Ansicht der Sparkasse: Es stünden den Bankkunden fünf verschiedene Wege zur Verfügung um Geldgeschäfte online abzuwickeln, von denen vier in der Kontogebühr enthalten seien, die für das Online-Banking erhoben werden. Somit ist smsTAN ein freiwillig nutzbarer Extra-Service.

Hier erfährst du mehr über: FinTech

Sag uns deine Meinung!